Energiewechsel

Niederdorfelden: Achtung – Vorsicht bei Kanaluntersuchungen

Pressemeldung vom 13. August 2009, 15:31 Uhr

Niederdorfelden. Niederdorfelden hat keinen Auftrag an eine Firma zur Untersuchung privater Hausanschlüsse vergeben

In jüngster Vergangenheit erkundigen sich besorgte Bürger zunehmend bei Mitarbeitern der Verwaltung der Gemeinde nach der angeblichen Notwendigkeit, die auf ihrem Grundstück verlegten Abwasserleitungen untersuchen zu lassen. Anbieter von „Kanalfernsehbefahrungen“ würden telefonisch oder an der Haustür scheinbar günstige Schnäppchen offerieren, da sie „sowieso gerade in der Nachbarschaft tätig seien“, wie ein Bürger dazu ergänzend berichtete.
Hintergrund, so informiert jetzt die Verwaltung der Gemeinde Niederdorfelden, scheint wohl die Kenntnis bei den Firmen über die gesetzliche Verpflichtung zu sein, dass private Hauseigentümer nach dem hessischen Wassergesetz bis zum 31. Dezember 2015 einen Dichtigkeitsnachweis für die Schmutzwasserleitungen zu führen haben.
„Allerdings, so weist Bürgermeister Matthias Zach darauf hin, wie dieser Nachweis konkret zu liefern ist, muss aber zunächst in einer Ausführungsbestimmung, der sogenannten Eigenkontrollverordnung (EKVO) durch die hessische Landesregierung geregelt werden“. Seit Jahren angekündigt seien die Ausführungsbestimmungen und wie jetzt zu erfahren ist, befindet sich die Novellierung der Eigenkontrollverordnung in der Regierungsanhörung. Vermutlich ab Anfang nächsten Jahres würden die Regierungspräsidien die Kommunen als Abwasserbeseitigungspflichtige zur Durchführung einheitlicher Untersuchungsstandards veranlassen.
Die Gemeinde als Betreiber des öffentlichen Kanalnetzes stellt allerdings schon verschiedene Überlegungen an, u.a. ob im Zuge der Untersuchungen des öffentlichen Kanalnetzes die jeweiligen Grundstücksanschlussleitungen mit untersucht werden können. „Allerdings muss dann auch der Anforderungskatalog für Untersuchungen klar und für alle Leitungen und Kanäle gleich sein, sonst machen gemeinsame Kanaluntersuchungen keinen Sinn“, so Bürgermeister Matthias Zach. Den Bürgern wird in der Zwischenzeit geraten, vorerst keine Aufträge an Firmen zu vergeben, deren Untersuchungsergebnisse nicht den technischen Qualitätsstandards entsprechen könnten.
Vor allem älteren Eigentümern, denjenigen die „alles richtig machen wollten“, könne nur geraten werden, keine Haustürgeschäfte abzuschließen. Die Arbeiten an den Abwasserleitungen seien schwer überprüfbar, auf den Rechnungen könnten dann nicht nachvollziehbare Pauschalbeträge auftauchen und die Daten würden dann doch nicht den An¬forderungen genügen. Folge: Eigentümer bezahlten zu viel und vor allem, unnütz.
Erste aktuelle Informationen dazu werde es in einer Bürgerversammlung am 05. Oktober 2009 ab 20:00 Uhr im Bürgerhaus, Burgstraße 5 geben. Ansonsten sind Informationen in der Verwaltung zu erhalten. Ansprechpartner: Thomas Keitel, Telefon 06101-535315
Quelle: Stadt Niederdorfelden – Pressestelle

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