Energiewechsel

Odenwaldkreis: Aktionswoche unter dem Motto „Alkohol? Weniger ist besser!“

Pressemeldung vom 10. Juni 2011, 13:17 Uhr

Abschlussveranstaltung mit Informationsständen in Michelstadt

Schnell schrumpfende Stapel an Info-Flyern zeigten am vergangenen Samstag deutlich, wie groß auch im Odenwald der Bedarf an Informationen zum Thema Sucht ist: Deutsches Rotes Kreuz, Gesundheitsamt, die Suchthilfe der Caritas sowie die Kreuzbund-Gruppen Mümlingtal und Erbach und die erst Mitte April in Höchst gegründete Selbsthilfegruppe NA (Narcotics Anonymous) informierten auf dem Michelstädter Rathausplatz gemeinsam über Hilfsangebote für Suchtkranke im Odenwaldkreis. Die zweistündige Veranstaltung bildete den Abschluss einer bundesweiten Aktionswoche unter dem Motto „Alkohol? Weniger ist besser!“ für die Landrat Dietrich Kübler im Kreis die Schirmherrschaft übernommen hatte. Kübler drückte den Vertretern von DRK, Caritas, Kreuzbund, NA und Gesundheitsamt seine Wertschätzung für deren Arbeit aus. Das Engagement für Suchtkranke und deren Angehörige sei sehr wichtig, die Arbeit ebenso anspruchsvoll wie sensibel. Beides verdiene Anerkennung und Unterstützung. Alfred Tschierschke, Vertreter der Kreuzbundgruppe Mümlingtal, zeigte sich mit dem Verlauf der Veranstaltung ebenso zufrieden wie die vielen anderen Vertreterinnen und Vertreter der Suchtselbsthilfegruppen vom DRK und der neuen NA-Gruppe. Mit dieser Veranstaltung wollte man das Interesse vieler Menschen für dieses Thema erreichen und dies sei gelungen. Das Wissen um Hilfsangebote ist Voraussetzung dafür, als Betroffener oder Angehöriger Hilfe suchen zu können – ein großer und sicher der wichtigste Schritt bei der Bewältigung einer Suchterkrankung. „Die Hemmschwelle ist groß“, berichten Ingrid Meidinger vom Caritasverband,Ingrid Emig von der Suchtberatung des Gesundheitsamtes und Ina Braun-Kuhn von der Suchtberatung des DRK. Damit eine Suchterkrankung überhaupt erfolgreich überwunden werden kann, ist die Initiative und Mitarbeit des Betroffenen aber unabdingbar. Die Mitarbeiter der Beratungsstellen sind speziell ausgebildet, um zielgerichtet und am Einzelfall orientiert helfen zu können. „Oft liegt beispielsweise die Ursache einer Suchterkrankung in einer Traumatisierung“, wissen die Fachfrauen. Und wer schon in früher Jugend – etwa mit zwölf oder 13 Jahren – einer Sucht zum Opfer fällt, macht unter Umständen eine Art verspätete Pubertät durch, wenn es ihm im Erwachsenenalter gelingt, die Sucht zu besiegen.

Während der Aktionswoche hatte es im Odenwald zahlreiche Aktionen rund um das Thema Sucht gegeben: Die Suchtberatungsstellen im Kreisgebiet oder auch die Fachambulanz für Suchtkranke der Caritas luden zum Tag der offenen Tür ein. Öffentlich gezeigt wurde der Film „Morgen hör‘ ich auf“, in dem es um Alkoholsucht, die damit verbundenen Probleme und Begleiterscheinungen sowie deren Bewältigung geht. Geradezu spektakulär wurde es beim „Domino Day“, bei dem der Erbacher Jugendpfleger Gerhard Müller und Horst Weigel von der Fachstelle für Suchtprävention mit der Unterstützung vieler Jugendlicher und Leuten aus der Suchtselbsthilfegruppen des DRK, im Treppenweg hunderte Domino-Steine aufbaute: Das im Erbacher Treppenweg gelegene Selbsthilfe- und Informationszentrum des DRK Odenwaldkreis war während der Suchtwoche jeden Tag von 11:00-16:00 Uhr geöffnet. Im Wechsel stellten sich dort die DRK-Gruppen und auch die Kreuzbund-Gruppen Erbach und Mümlingtal interessierten Bürgerinnen und Bürgern vor.

Bei allen Veranstaltungen während der Aktionswoche stand die Sensibilisierung für Suchtproblematik im Vordergrund, wie Friedel Weyrauch vom DRK erläutert: „Es ging uns vor allem darum, aufzuzeigen, welche Hilfsangebote es für Betroffene wie für deren Angehörige im Odenwaldkreis gibt.“ Und wie nicht zuletzt die Info-Aktion vom Samstag zeigte, sind die Hilfsangebote ebenso vielfältig wie die Suchtkrankheiten: So gibt es spezielle Gruppen für Menschen mit Alkoholproblemen, Angehörige von Menschen mit Suchtproblemen, eine Gruppe für Eltern von drogenabhängigen Jugendlichen und Erwachsenen oder für Menschen mit Essstörungen, während sich die neue NA-Gruppe in Höchst vornehmlich an Menschen richtet, die abhängig von illegalen Drogen sind.

Ein seit Samstag erhältlicher Flyer gibt einen umfassenden Überblick über alle Hilfsangebote für Suchtkranke und deren Angehörige im Odenwaldkreis. Zu bekommen ist der Flyer über die Suchtberatung des DRK, Gabelsbergerstraße 5, der Suchtberatung des Gesundheitsamtes, der Suchtberatung Caritas und im DRK-Selbsthilfezentrum, Am Treppenweg in Erbach.

Quelle: Pressedienst Odenwaldkreis

Share on Facebook Share on Google+

 Hinweis