Energiewechsel

Odenwaldkreis: ‚Die Sau hat gewonnen‘ – Zweiter Science Slam im Odenwaldkreis

Pressemeldung vom 20. März 2017, 14:27 Uhr

Großen Zuspruch fand der zweite Science Slam im Odenwaldkreis am 15. März 2017. Knapp 150 Gäste besuchten die von der Odenwald-Akademie in Zusammenarbeit mit Peripherique organisierte Veranstaltung im „Unterholz“ in Michelstadt. Sie alle waren gekommen, um sich von fünf Forscherinnen und Forschern auf unterhaltsame Art und Weise etwas über das jeweilige Fachgebiet erklären zu lassen. Dafür dürfen die Slamer alle Hilfsmittel verwenden, die so wollten, haben aber nur 10 Minuten Zeit. Wer am Ende das Publikum am meisten begeistern kann, gewinnt den Wettstreit, der eigentlich – so Moderater Dr. Alex Dreppec (Darmstadt) – eher ein Spiel ist, bei dem jeder Spaß haben und es kollegial zugehen solle. Dreppec, der Erfinder des Science Slam und selbst auch Poetry Slamer, führte durch den Abend und sorgte für gute Stimmung im Publikum, bevor die eigentlichen Stars des Abends die Bühne betraten. Gemäß der ausgelosten Reihenfolge hielt als erstes Anastasia August (Karlsruhe) ihren Vortrag. „Ich habe gemerkt, dass ich mag, wenn die Leute verstehen, was ich sag‘ „, eröffnete die Wissenschaftlerin des Karlsruher Instituts für Technologie ihren Slam unter der Überschrift „Wärme speichern wie ein Eisbär“. Ihrem Startsatz folgend erläuterte August in ihren 10 Minuten auf verständliche Art und Weise, warum Eisbären im ewigen Eis nicht frieren und wie dieser Effekt auch dem Menschen nutzen kann.

Auf Technologie folgten Geisteswissenschaften: Jörg Hartmann (Karlsruhe), der Literaturwissenschaften und Journalismus studierte, beschäftigte sich in seinem Vortrag „Fan-Rohr“ mit der Verbindung abstrakter wissenschaftlicher Formeln und Emotionen am Beispiel Teleskop und Liebe. Auf ihn folgte Ariane Djahansouzi (Darmstadt/Mainz), die ihren ersten Science Slam überhaupt bestritt. Ihre Erläuterungen zu ihrem Studienfach Geowissenschaften, in dem sie sich auch mal als „Steinchenleckerin“ beschrieb, trugen den Titel „Stein ist nicht gleich Stein“.

Nach einer kurzen Verschnaufpause waren Matthias Mader (München) und Fabian Oberfahrenhorst (Darmstadt) mit ihren Vorträgen an der Reihe. Der Physiker Mader widmete sich der perfekten Zubereitung eines Schweinebratens – oben eine schöne Kruste, unten saftiges Fleisch. Bei „Wie brät man ein Schwein?“ zeigte er die Zielkonflikte zwischen Kruste und Saftigkeit auf, beleuchtete unterschiedliche Zubereitungsmethoden und erläuterte die dahinterstehenden physikalischen Überlegungen. Zum Abschluss zeigte Fabian Oberfahrenhorst, dass es einen Tourismus im heutigen Sinne auch schon im Mittelalter gab. Mit einer gelungenen Gesangseinlage und anhand von Personen, die im Mittelalter gelebt haben, entführte er das Publikum in die Welt der Kreuzritter und auf Pilgerfahrten. Dass es dabei nicht immer um Religiosität oder ernsthafte Kriegsführung ging war am Ende jedem klar.

Wie nun aus so verschiedenen Slams einen Sieger küren? Vor diese Herausforderung stellte Moderater Dr. Alex Dreppec das Publikum: Der Slamer mit dem größten Applaus sollte als Sieger des Abends nach Hause gehen. Da alle Fünf es geschafft hatten, das Publikum für sich zu gewinnen, war die Abstimmung nicht leicht. Ein Zwischenruf aus dem Publikum kommentiert das Ergebnis: „Die Sau hat gewonnen“ – Matthias Mader setzte sich gegen seine Kolleginnen und Kollegen durch und durfte die Trophäe mit nach München nehmen. Wilfried Schulz, Schulleiter des Beruflichen Schulzentrums Odenwaldkreis das den Pokal gestiftet hat, übergab den Preis. Entworfen und umgesetzt wurde die Trophäe von Clara Hergenhahn, Meisterschülerin der Berufsfachschule für das Holz- und Elfenbein verarbeitende Handwerk. Dreppec beschrieb sie als „die Schönste, die bisher bei einem Science Slam vergeben wurde“. Kreisbeigeordneter Dr. Michael Reuter gratulierte allen Slamern zu ihren gelungen Auftritten und bedankte sich bei Raquel Jarillo von der Odenwald-Akademie und dem Team des Unterholz für die Realisierung des Wettbewerbs. „Ich hoffe, wir können Sie alle im nächsten Jahr wieder begrüßen, wenn wir zum dritten Science Slam im Odenwaldkreis laden“, verabschiedete Reuter das Publikum.

Quelle: Pressedienst Odenwaldkreis

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