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Odenwaldkreis: Dirk Strohmengers Werk „Nationalsozialismus im Erbacher Landkreis“ wird Lehrbuch in weiterführenden Schulen

Pressemeldung vom 27. September 2016, 13:20 Uhr

Landrat Matiaske übergibt in Michelstadt je 30 Bände an Schulleiterinnen -und leiter: „Herzensangelegenheit des Kreises“

Das Buch „Nationalsozialismus im Erbacher Landkreis“, im März dieses Jahres öffentlich präsentiert, wird nun als Lehrstoff für den Unterricht in den weiterführenden Schulen im Odenwaldkreis in Klassensätzen zur Verfügung gestellt. Mit der großzügigen Ausstattung soll die lehrende und lernende Auseinandersetzung mit der Regionalgeschichte gefördert werden. Landrat Frank Matiaske überreichte jeweils 30 Bände der Forschungsarbeit kürzlich im Beruflichen Schulzentrum Odenwaldkreis (BSO) in Michelstadt den Leitern von neun Bildungseinrichtungen anlässlich deren Dienstversammlung im Beisein des Autors Dirk Strohmenger und der Kreisarchivarin Anja Hering. Das Archiv des Odenwaldkreises war beauftragt gewesen, die Forschungsergebnisse Strohmengers in einer Publikation aufzubereiten und herauszugeben. So entstand das rund 450 starke Buch. Der Landrat betonte beim Ortstermin nachdrücklich, dass es sich bei der grundlegenden Publikation um eine „Herzensangelegenheit des Kreises“ handelt. Er äußerte die Hoffnung, das Buch möge Einzug in den Unterricht halten und bot den führenden Pädagoginnen und Pädagogen zudem an, das gut aufgestellte Kreisarchiv rege zu nutzen. Verfasser Strohmenger, mittlerweile selbst Lehrer an der Georg-August-Zinn-Schule (GAZ) in Reichelsheim, hob hervor, das Werk sei nicht als Ende der Untersuchungen zu sehen, sondern solle vor Ort in den Schulgemeinden Ansätze zum weiteren Recherchieren vermitteln. Für die Schulleiterinnen und -leiter dankte Kirsten Gebhard-Albrecht (GAZ) dem Kreis dafür, dass dieser das seitens der politisch Verantwortlichen gemachte Versprechen einhält, der heranwachsenden Generation die bedeutsame geschichtliche Lektüre in greifbarer Nähe an die Hand zu geben. Bekommen haben die je 30 Exemplare das Berufliche Schulzentrum, die Carl-Weyprecht-Schule Bad König, die Ernst-Göbel-Schule Höchst, die Georg-Ackermann-Schule Breuberg/Rai-Breitenbach, die Georg-August-Zinn-Schule Reichelsheim, das Gymnasium Michelstadt, die Oberzentschule Beerfelden, die Schule am Sportpark Erbach und die Theodor-Litt-Schule Michelstadt. An die Entstehungsgeschichte erinnerte Archivarin Hering: Infolge eines Kreistagsbeschlusses erhielt Dirk Strohmenger die Aufgabe, in Zusammenarbeit mit dem Kreisarchiv Odenwaldkreis eine Publikation zum Thema „Nationalsozialismus im Odenwaldkreis“ zu erstellen – vor dem Hintergrund der Erkenntniss, dass auch mehr als 70 Jahre nach dem Ende der NS-Diktatur in Deutschland der Aufklärungsbedarf im Hinblick auf die Verbrechen, die Herrschaftsmechanismen aber auch die alltägliche „Normalität“ des NS-Regimes ungebrochen erscheint. In jüngerer Vergangenheit rückten regionale Untersuchungen über das Funktionieren dieses Herrschaftssystems vor Ort in den Vordergrund. Auch der Odenwaldkreis setzte sich daher zum Ziel, sich diesem Abschnitt seiner Geschichte zu nähern und initiierte ein Forschungsprojekt, dessen unabhängige Realisierung er Strohmenger übertrug. Für die mittlerweile vorliegende Studie ist der Nationalsozialismus im Altkreis Erbach analysiert und die Darstellung um jene Gemeinden ergänzt worden, die erst nach 1945 dem heutigen Odenwaldkreis eingegliedert wurden und zuvor den Kreisen Dieburg und Bergstraße angehörten. Gleichzeitig wurde damit begonnen, das Projekt in das Online-Modul „Topographie des Nationalsozialismus in Hessen“ des Hessischen Landesamtes für geschichtliche Landeskunde in Marburg (www.lagis-hessen.de) zu integrieren. Unter dem Stichwort „Topografie des Nationalsozialismus Hessen“ lassen sich alle Informationen anhand selbst gewählter Suchbegriffe abrufen. Die Recherchen danach, was genau während der zwölf Jahre Nazidiktatur wie und wo geschah und wer das zu verantworten hatte, sind längst nicht abgeschlossen. In dem genannten Portal kann ergänzendes Bild- und Textmaterial veröffentlicht werden. Das Internet bietet den Raum für die stetige Aktualisierung entsprechend dem Stand der Spurensuche. So ist es möglich, dass auch Schülerinnen und Schüler ihre Forschungsergebnisse der Öffentlichkeit zugänglich machen können. Das Kreisarchiv hilft dabei gerne mit.

Quelle: Odenwaldkreis / Pressestelle

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