Energiewechsel

Odenwaldkreis: Für einen starken ÖPNV im Odenwaldkreis

Pressemeldung vom 18. Februar 2015, 15:44 Uhr

Landrat überreicht Bewilligungsbescheid: Mit 40 Millionen Euro das öffentliche Verkehrsangebot bis 2019 sichern

Mehr als 16.000 Fahrgäste benutzen täglich die 40 Omnibuslinien im Odenwaldkreis. Die meisten sind Schüler und Auszubildende. Das verzweigte Busnetz ermöglicht es, aus allen Ortschaften des Odenwaldkreises weiterführende Schulen zu besuchen. Mit der verstärkten Einführung von Nachmittagsunterricht an den Schulen wurde in den zurückliegenden Jahren das Busangebot weiter ausgebaut, das auch anderen Fahrgästen zu Gute kommt. Daseinsvorsorge nennt man dies, das heißt die Vorhaltung einer öffentlichen Mobilitäts-Grundversorgung zu einem angemessen Preis, den sich auch einkommensschwache Bevölkerungsschichten leisten können.

Achteinhalb Millionen Euro kostet das lokale Angebot des Öffentlichen Personennahverkehrs im Odenwaldkreis. 2,7 Millionen Euro wendet der Kreis aus dem eigenen Haushalt auf, um den Zuschussbedarf im Busverkehr zu finanzieren, zusätzlich nochmal 2,9 Millionen Euro für kostenlose Schülertickets im Rahmen der Schulweg-Kostenfreiheit.

Der demografische Wandel und die Finanznöte der kommunalen Haushalte bringen den Öffentlichen Personennahverkehr in ländlichen Räumen in große Schwierigkeiten. Mit dem Rückgang der Schülerzahlen sinken die Einnahmen. Die Kreise müssen mehr Zuschüsse aufbringen, wozu sie allerdings aufgrund ihrer Haushaltssituation nicht in der Lage sind. Die Folge sind Leistungskürzungen, die eine Abwärtsspirale zum Niedergang des ÖPNV in der Fläche in Gang setzen. Diese Szenarien sind in weiten Teilen Deutschlands bereits Wirklichkeit. Besonders die östlichen Regionen leiden stark unter dem Bevölkerungsrückgang und kleine Gemeinden haben dort bereits kaum mehr öffentliche Verkehrsanbindungen. Davon ist der Odenwaldkreis trotz seiner dramatischen Haushaltslage noch weit entfernt. Damit diese Entwicklungen so auch nicht eintreten, müssen rechtzeitig die entsprechenden Weichenstellungen erfolgen.

In die mittelfristige Finanzplanung des Odenwaldkreises und sein Haushaltssicherungskonzept eingearbeitet ist eine Finanzplanung der Odenwald-Regional-Gesellschaft (OREG) zur Bestandssicherung des ÖPNV in der Zeit vom laufenden Jahr 2015 bis 2019. Landrat Dietrich Kübler hat dies bei der Übergabe eines Bewilligungsbescheides an die OREG zur ÖPNV-Finanzierung für diesen Zeitraum publik gemacht. Knapp 40 Millionen Euro erhält die OREG für diesen Fünf-Jahre-Zeitraum, um Busleistungen auf der Grundlage des Nahverkehrsplans zu bestellen, aber auch um Verpflichtungen zur Verbundkooperation zu erfüllen. Dazu gehören auch die Bestellung von Leistungen auf der Odenwaldbahn oder Verpflichtungen aus der verbundweiten Einnahmenaufteilung.

„Wir können damit der Bevölkerung weiterhin einen angemessen ÖPNV-Standard und den Schülerinnen und Schülern eine gute Erreichbarkeit der Schulstandorte bieten“, sagte Kübler bei der Bescheidübergabe an den Leiter des Geschäftsbereiches Nahverkehr bei der OREG, Peter Krämer. „Wir wollen die Zeit aber auch nutzen, unseren ÖPNV auf die Periode nach 2019 auszurichten. Dazu gehört die Umsetzung des Projektes ‚Garantiert mobil!‘ mit der Integration von Mitnahmefahrten und Gelegenheitsverkehren, aber auch eine mögliche Neuausrichtung der ÖPNV-Organisation in Bezug auf das Mobilitätsmanagement“, führte der Landrat weiter aus. „Gerade mit ‚Garantiert mobil!‘ haben wir ein sehr erfolgversprechendes Thema aufgemacht, das den Kunden einiges bieten kann, andererseits aber auch innovative Anforderungen vor allem an das Verkehrsgewerbe stellt. Angesichts des demografischen Wandels muss sich der ländliche Raum sozusagen neu erfinden. Die Sicherstellung von Mobilität spielt dabei eine entscheidende Rolle.“

Als besonders erfreulich bewertete Dietrich Kübler, dass es für diese wichtige Aufgabe gelungen sei, die Haushaltssicherung des Kreises in Einklang zu bringen mit der Qualitätssicherung für den ÖPNV im Odenwaldkreis.

Quelle: Odenwaldkreis / Pressestelle

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