Energiewechsel

Odenwaldkreis: Odenwaldkreis zeichnet Gerd Beller mit Ehrenplakette in Bronze aus

Pressemeldung vom 22. August 2016, 13:26 Uhr

Würdigung außergewöhnlicher Verdienste um die Feuerwehr

– Landesehrenbrief für Karl Schmidt, Gerd Schreiber und Jürgen Weyrauch

In einer Feierstunde in Erbach hat der Odenwaldkreis am 18. August 2016 den Michelstädter Bürger Gerd Beller für außergewöhnliche Verdienste um das Feuerwehrwesen mit der Ehrenplakette in Bronze ausgezeichnet. Landrat Frank Matiaske und Kreistagsvorsitzender Rüdiger Holschuh nahmen die Ehrung gemeinsam im historischen Sitzungssaal des Landratsamtes vor. Zudem überreichten sie Ehrenbriefe des Landes Hessen an Karl Schmidt (Reichelsheim/Ober-Kainsbach), Gerd Schreiber (Erbach) und Jürgen Weyrauch (Michelstadt-Steinbuch). Eine kleine Premiere dachte Matiaske den vier Ausgezeichneten an diesem Abend zu: Sie waren die ersten, die das neue Buch über den Odenwaldkreis aus der Reihe „Deutsche Landkreise im Portrait“ geschenkt bekamen.

Der Landrat hieß neben Familienangehörigen und Freunden der zu Ehrenden auch die Bürgermeister aus Erbach und Michelstadt, Harald Buschmann und Stephan Kelbert, willkommen. Mit dem Blick auf die hohe Kreis-Auszeichnung für Gerd Beller sagte Frank Matiaske, man müsse einmal „gedanklich den Schalter umlegen“ und sich fragen, wie es um die Gesellschaft ohne ehrenamtliche Tätigkeit bestellt wäre. Wer sich uneigennützig im Interesse des Gemeinwesens engagiere, erfülle eine wichtige Vorbildfunktion. Der Zeitenwandel treffe indessen auch das Ehrenamt, dem sich vor allem jüngere Bürgerinnen und Bürger nicht mehr so dauerhaft wie ihre Vorgängergenerationen widmeten. Sie setzten sich für eine gewisse Zeit in bestimmten Projekten oder Aufgabengebieten ein. Durchaus könne dies zum Beispiel auf bemerkens- und in hohem Maße anerkennenswerte Weise geschehen, hob Matiaske in Bezug auf die Flüchtlingssituation und hier insbesondere auf die Einrichtung der Notunterkunft in Michelstadt im Herbst 2015 hervor. In seinem Grußwort im Namen der Kreisgremien betonte Rüdiger Holschuh die Bedeutung ehrenamtlichen Einsatzes gerade in einer Zeit, in der dieser längst nicht mehr selbstverständlich sei. „Sie haben sich in besonderem Maße in der Gemeinschaft eingebracht“, wandte er sich an die Geehrten.

Gerd Beller ist seit 1971 aktives und engagiertes Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Michelstadt. Seit 1980 bekleidet er das Amt des Wehrführers seit 1982 das des Vorsitzenden der Wehr seiner Heimatstadt, seit 1983 ist der Stadtbrandmeister. Schon zu jener Zeit bewegte sich Bellers Engagement für den Brandschutz auch auf Kreisebene – von 1979 an in der Technischen Einsatzleitung sowie als Ausbilder für den Nachwuchs. Im Lauf der Jahre stellte er sich weiteren verantwortungsvollen Aufgaben, so von 1996 bis 2000 denjenigen eines Kreisbrandmeisters und von 2000 bis 2016 des stellvertretenden Kreisbrandinspektors sowie des stellvertretenden Vorsitzenden im Feuerwehrverband des Odenwaldkreises. Auf Hessenebene war der Rat des führenden Michelstädter Feuerwehrmanns von 2003 bis 2015 auch gefragt. Hier gehörte er dem Fachausschuss Recht und Organisation im Landesfeuerwehrverband an. Für seine vielfältigen Verdienste um die Feuerwehr wurde Gerd Beller unter anderem mit der Katastrophenschutzmedaille des Landes Hessen in Silber und zuletzt im Jahr 2013 mit dem Goldenen Brandschutzehrenabzeichen am Bande ausgezeichnet. Der Landrat unterstrich in seiner Ansprache, er habe Beller als verlässlichen Partner kennengelernt und als „Bereicherung für die Allgemeinheit“ erlebt. Michelstadts Bürgermeister Kelbert würdigte „seinen“ Stadtbrandinspektor und dessen „ungewöhnliche (Feuerwehr-) Biografie als „einzigartig“. Kreisbrandinspektor Horst Friedrich merkte an: „Der Feuerwehrverband Odenwaldkreis trägt auch Gerd Bellers Handschrift“.

Beinahe wie die Tätigkeit in einem mittelständischen Unternehmen sei die ehrenamtliche Arbeit von Karl Schmidt anzusehen, sagte Landrat Matiaske zu dessen mit dem Landesehrenbrief anerkannten Verdiensten. Der Ober-Kainsbacher ist seit 1999 Rechner des Freundeskreises (Fördervereins) der Albert-Einstein-Schule Groß-Bieberau, der auch als Träger des Ganztagsangebotes dieser Bildungseinrichtung fungiert. Daraus erwächst für den Rechner unter anderem verstärkt Verantwortung für die Verwaltung beträchtlicher Summen. Seit 2001 engagiert sich Karl Schmidt auch kommunalpolitisch – als regelmäßiges Mitglied im Wahlvorstand des örtlichen Wahlbezirks bei allgemeinen Wahlen, seit 2005 darüber hinaus als Schriftführer des Ortsbeirats.

Alles andere als alltäglich ist der ehrenamtliche Einsatz von Gerd Schreiber: Der Erbacher war von 1998 bis 2002 ehrenamtlicher Richter beim Arbeitsgericht Frankfurt. 2003 erfolgte seine Berufung zum ehrenamtlichen Richter beim Hessischen Landesarbeitsgericht in der Mainmetropole, die noch bis 2018 ausgesprochen ist. Von dieser Behörde war hinsichtlich der Vergabe des Landesehrenbriefes zu erfahren, Schreiber sei den richterlichen Pflichten „immer vorbildlich nachgekommen“ und er habe „durch sein ausgewogenes Urteil maßgeblich zur Rechtsfindung und Erhaltung des Arbeitsfriedens“ beigetragen.

„Steinbuch ist eine Einheit mit Jürgen Weyrauch“ – dieses Wort des Landrats anlässlich der Vergabe des Landesehrenbriefes sagt schon viel darüber, was der vielfach Engagierte über bereits mehrere Jahrzehnte geleistet hat – zum Einen in der Kommunalpolitik, zum Anderen im Vereinsleben der Sing- und Sportgemeinde (SSG) Steinbuch. Der Ortsbeirat dieses Michelstädter Stadtteils zählte auf Weyrauch von 1981 bis zum laufenden Jahr. Von 1989 bis 2016 stand er diesem Gremium vor. Stadtverordneter ist der ehemalige Lehrer von 1989 bis 2001 und von 2011 bis 2016 gewesen. In der SSG bekleidete er unter anderem Vorstandspositionen wie die des Schriftführers, des Pressewartes und des zweiten Vorsitzenden. Darüber hinaus wirkte Weyrauch von 1989 bis 2003 als Beauftragter für das Dorfgemeinschaftshaus in seinem Heimatort. Die Stadt Michelstadt zeichnete ihn 1989 mit ihrer silbernen, 1992 mit der goldenen Ehrennadel aus. In diesem Jahr wurde Jürgen Weyrauch zum Ehren-Ortsvorsteher ernannt.

Quelle: Odenwaldkreis / Pressestelle

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