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Odenwaldkreis: Zehn Jahre SGB II im Odenwaldkreis

Pressemeldung vom 20. April 2015, 12:43 Uhr

2005 fand im Rahmen der Zusammenführung der ehemaligen Sozialhilfe und der Arbeitslosenhilfe die größte sozialpolitische Reform der vergangenen Jahre in Deutschland statt.

Durch das „Vierte Gesetz für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt“ bestand die Möglichkeit, das seinerzeit neue geschaffene Arbeitslosengeld ll nach dem Sozialgesetzbuch (SGB) Zweites Buch (ll) zum einen durch die von der Arbeitsagentur und kommunalen Träger zu schaffenden sogenannten „Gemeinsame Einrichtungen“ wahrzunehmen; weiterhin sah das Gesetz aber auch die Möglichkeit vor, im Rahmen einer sogenannten „Experimientierklausel“ die Trägerschaft alleine durch die jeweilige Kommune wahrzunehmen. Durch die gefassten politischen Beschlüsse des Kreistages unter Beteiligung des damaligen Landrates, Horst Schnur, erfolgte die politische Legitimation, einen Antrag auf Zulassung als sogenannter „Zugelassener kommunaler Träger“ (zkT) beim heutigen Hessischen Ministerium für Soziales und Integration in Wiesbaden zu stellen.

Nach erfolgter Antragstellung unter Darlegung eines umfangreichen Konzeptes der Umsetzung des SGB ll durch die Hauptabteilung Arbeit und Soziale Sicherung erhielt der Odenwaldkreis Ende September 2004 die Zulassung als einer von seinerzeit 69 zugelassenen Trägern. In kürzester Zeit mussten die Verantwortlichen des Odenwaldkreises ausreichend Arbeitsplätze mit der erforderlichen technischen und sächlichen Ausstattung schaffen sowie erforderliche Einstellungen vornehmen, um die neue Aufgabe bewältigen zu können.

Ferner mussten Strukturen und Voraussetzungen geschaffen werden, die den Mittelfluss der Bundesgelder für die Umsetzung des SGB ll in den Odenwaldkreis gewährleisten.

„Wir erinnern uns noch gut daran, als seinerzeit ein LKW der Bundesagentur für Arbeit anfuhr und kistenweise die Leistungsakten der Arbeitslosengeld ll – Bezieher im Odenwaldkreis ablud“ so der Hauptabteilungsleiter der Abteilung Arbeit und Soziale Sicherung, Erich Lust.

In den vergangenen 10 Jahren wurde mit dem Kommunalen Job-Center (KJC) ein komplett neuer Verwaltungsbereich innerhalb der Kreisver-waltung aufgebaut. Mit fast 30 Mitarbeitern begann die seit 2005 tätige Leiterin des Kommunalen Job-Centers, Sandra Schnellbacher, ursprünglich ihre Pionierarbeit. Mittlerweile werden im Kommunalen Job – Center derzeit 62 Personen beschäftigt, die sich um die Arbeitsvermittlung, die Leistungsgewährung sowie um kommunale Eingliederungsleistungen wie Schuldnerberatung, psychosoziale Beratung und Kinderbetreuung der fast 3.000 Bedarfsgemeinschaften mit über 6.000 Personen kümmern.

„Nach der ursprünglichen Intention alle Leistungen aus einer Hand zu gewähren, kamen wir im September 2011 nicht umhin, aufgrund der vielfältigen gesetzlichen Anforderungen die Arbeitsbereiche „Leistungs-gewährung“ und „Vermittlung“ zu trennen“ so die Leiterin des Kommunalen Job – Centers, Sandra Schnellbacher. Derzeit werden die Leistungen nach dem SGB ll durch zwei Teams mit den Teamleiterinnen, Sandra Hegen und Simone Werner, berechnet und zahlbar gemacht. Für die Vermittlung in Arbeit stehen insgesamt drei Teams zur Verfügung: Ulrike Schlegel mit ihren fünf Mitarbeitern kümmert sich um die Vermittlung und Ausbildung der unter 25-jährigen Personen im SGB ll – Bereich; Patrick Beck mit seinen 11 Mitarbeitern ist für den Bereich der über 25-jährigen bis 49-jährigen zuständig. Die Betreuung und Vermittlung der über 50-jährigen ist im Odenwaldkreis aufgrund gesonderter Finanzierungsstrukturen bis Ende 2015 bei der InA gGmbH angesiedelt. Hier betreuen mit der Teamleiterin Cornelia Wind insgesamt 4 Vermittlungscoaches die Belange des Personenkreises der über 50-jährigen.

Neben der originären Leistungs- und Vermittlungsarbeit wurde bei der InA gGmbH unter Leitung von Sven Glaser der Arbeitgeber- und Personalservice (AGPS) mit der gemeinnützigen Arbeitnehmerüberlassung sowie das Maßnahmemanagement angesiedelt.

Seit 01.01.2012 arbeitet das Kommunalen Job-Center im Rahmen einer Kooperationsvereinbarung sehr eng mit der InA gGmbH – Integration in Arbeit, eine 100%ige Tochter des Odenwaldkreises, zusammen. Die Kompetenzbündelung mit dem hier ansässigen Arbeitgeber- und Personalservice (AGPS) zielt auf eine optimierte und nachhaltige Integration von Kunden des KJC in den Arbeitsmarkt und auf möglichst passgenaue Vermittlung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer ab. Bei der InA gGmbH ist auch die gemeinnützige Arbeitnehmerüberlassung angesiedelt, die sich als probates Mittel zur Vermittlung in Arbeit erwiesen hat.

Neben der Abwicklung von Bundes- und Landesprogrammen werden durch die InA gGmbH individuelle Maßnahmeprojekte für spezifische Zielgruppen in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Eingliederungsteams entwickelt und umgesetzt. Bei der Auswahl, Einrichtung und Gestaltung von Einglieder-ungsinstrumenten- und Maßnahmen wirkt der örtliche Beirat nach den Bestimmungen des § 18 d SGB II beratend mit.
Was seinerzeit für das Kommunale Job-Center zum 01.01.2005 als zeitlich befristetes Projekt begann, wurde per Rechtsverordnung durch das Bundesministeriums für Arbeit und Soziales zum 01.01.2011 als Regelkonstrukt bei der Durchführung des SGB ll anerkannt.

Neben den bei der Kreisverwaltung angesiedelten Stellen besteht weiterhin ein dicht geknüpftes Netzwerk von Institutionen und Beschäftigungsträgern, die bei der Integrationsarbeit wichtige Unterstützungsarbeit leisten sowie bei der Bewältigung von Lebenskrisen helfen können.

„Für unsere Arbeit mit unseren Kunden und den vielfältigen Problemlagen wünschen wir uns für die Zukunft zum einen klare Rechtsvorschriften sowie eine gesicherte Finanzierung, um den vielfältigen Anforderungen des SGB ll gerecht zu werden“ so Landrat Dietrich Kübler und der Beigeordnete für den Bereich Arbeit und Soziales, Michael Vetter.

Quelle: Odenwaldkreis / Pressestelle

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