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Rodgau: Eigene Stärken kennenlernen – Kompetenzwerkstatt bereitet Jugendliche auf ihre Zukunft vor

Pressemeldung vom 29. Juni 2015, 14:04 Uhr

„Mein Berufsziel ist Konstruktionsmechaniker“, antwortet Malik spontan auf die Frage, was er einmal werden will. Im letzten Halbjahr hat der Achtklässler der Geschwister-Scholl- Schule in Rodgau an einer Kompetenzwerkstatt teilgenommen und ist dabei seinem Traumberuf ein Stück nähergekommen. Wie die meisten Jugendlichen in seinem Alter hatte er zuvor noch keine Vorstellung von seinem künftigen Werdegang. „Vor einem halben Jahr wusste ich nicht einmal, dass es diesen Beruf gibt.“ Erst während des Projekts und einem Praktikum sei ihm klar geworden, was ihn interessiert und wo seine Stärken liegen. Sehr zufrieden mit der Projekt-Premiere an der Rodgauer Geschwister-Scholl-Schule sind Klassenlehrerin und Hauptschulzweigleiterin Cornelia Ott-Tebbe, Pascal Zwafing vom Kommunalen Bildungsmanagement und Jens Kurianowski von der Offenen Jugendarbeit der Stadt Rodgau. Gemeinsam mit dem Schulsozialabeiter Martin Störner und der Lernhilfelehrerin Sigrun Zinkhan setzen die fünf das Projekt seit Februar in der Klasse 8 f R/H im Unterricht um. Dabei lernen die Jugendlichen nicht nur, sich frühzeitig einen Überblick über Berufsfelder zu verschaffen, die ihren Fähigkeiten entsprechen, sondern auch, was sie am besten können: „Das Besinnen auf eigene Stärken und Fähigkeiten kommen im reinen Schulunterricht zu kurz“, meint Kurianowski. Dabei gehöre die Fähigkeit zu wissen, was man kann, und dies gegenüber anderen zu begründen, zu den Voraussetzungen für ein erfolgreiches Bewerbungsgespräch. In der Kompetenzwerkstatt lernen Jugendliche auch Fähigkeiten schätzen, die sich nicht in Noten niederschlagen. „Eine Teilnehmerin hat plötzlich gemerkt, dass sie sehr gut vor vielen Leuten reden kann“, sagt Zwafing vom Kommunalen Bildungsmanagement der Stadt Rodgau. Andere haben in Vereinen oder über verschiedene Freizeitaktivitäten Kompetenzen erworben, die in keinem Zeugnis auftauchen. Von den Schülern wird während des Projekts sehr viel Eigeninitiative verlangt. Die Betreuer beobachten den Prozess von außen, sind eher Moderatoren als Akteure. Für die Teilnehmer hat sich die Kompetenzwerkstatt ausgezahlt, so die beiden Lehrerinnen. Wer sich langfristige Ziele steckt, überdenkt auch seinen jetzigen Alltag. „Für ihre Berufsziele müssen sich allerdings manche Schülerinnen und Schüler noch ins Zeug legen. Seit sie das wissen, sind ihre Noten besser geworden“, lobt Cornelia Ott-Tebbe ihre Schüler.

Stichwort Kompetenzwerkstatt
Das Projekt Kompetenzwerkstatt wurde vor rund 10 Jahren von der gemeinnützigen Gesellschaft »Zukunftszentrum Tirol« gemeinsam mit Professoren von der Ludwigs-Maximilians-Universität München entwickelt und evaluiert. Seit dem haben viele Jugendliche aus allen Bundesländern die Kompetenzwerkstatt absolviert. Bei der Kompetenzwerkstatt beteiligen sich Jugendliche an einem Prozess, der mehrere Bereiche umfasst. In diesen Modulen sollen die Teilnehmer lernen, sich mit ihrer Persönlichkeit und ihrer Zukunft auseinanderzusetzen. In Gruppen formulieren die Jugendlichen ihre Interessen, Stärken, Ziele und ihre Berufswünsche. Die Ergebnisse werden in Arbeitsblättern festgehalten. Herzstück ist ein Praxisprojekt, in dem die Jugendlichen Erfahrungen sammeln, die sie ihrer Berufswahl näherbringen. Begleitet werden die Jugendlichen von Lehrern, Pädagogen und Sozialarbeitern. Diese haben eine Fortbildung zum »Multiplikator für die Kompetenzwerkstatt« absolviert.

Quelle: Stadt Rodgau

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