Energiewechsel

Rodgau: Erfolg der Energiewende entscheidet sich in nächster Legislatur

Pressemeldung vom 4. Mai 2017, 16:31 Uhr

Der Erfolg der Energiewende und auch der deutschen Klimaschutzziele entscheidet sich in den Jahren der kommenden Legislaturperiode. Davon ist der Vorsitzende des Deutschen Energieberater-Netzwerks DEN e.V., Dipl.-Ing. Hermann Dannecker, überzeugt: „Die Energie- und Klimapolitik braucht in Deutschland wieder neuen Schwung. Sie muss sich auf eine breite Akzeptanz stützen können, in der Bevölkerung wie in der Wirtschaft. Nur so wird es gelingen, klare Ziele deutlich zu machen und das Gestrüpp an Gesetzen und Vorschriften zu lichten.“

Dannecker verweist auf den jüngsten Monitoring-Bericht der Bundesregierung zum Stand der Energiewende und auf dessen kritische Beurteilung durch eine Expertenkomission. „Bei der Entwicklung der Erneuerbaren Energien scheinen wir in Deutschland auf gutem Weg zu sein. In anderen Bereichen wie Verkehr oder Energieeffizienz, namentlich im Gebäudebereich, stehen die Ampeln aber auf gelb oder gar auf rot. Das heißt, dass wir die Klimaziele nicht erreichen werden, wenn wir so weitermachen wir bisher.“

Der Ingenieur bestätigt aus seiner Erfahrung die Kritik der Wissenschaftler, dass zu viele Vorschriften und Verordnungen (hier sei beispielhaft auf Milieuschutzsatzungen verwiesen) die Förderziele der Politik ausbremsen. „Das Bauen wird immer komplexer und richtig Spaß macht es auch immer weniger. Angesichts der Fülle an immer wieder novellierten Vorschriften beim Energieverbrauch, aber auch etwa beim Brandschutz, ist ein Laie, der ein Haus bauen oder sanieren lassen will, völlig überfordert. Er braucht in diesem Vorschriften-Dschungel kompetente Berater, um sich nicht zu verlaufen. Letztere finden Bauherren übrigens besonders im DEN. Wir müssen den Menschen wieder die Angst nehmen, mit einem Bauvorhaben unkalkulierbare finanzielle Risiken einzugehen.“

Deshalb sei es dringend nötig, wo immer möglich Regelungen zu vereinfachen und zusammenzufassen. Dannecker: „Es ist sehr bedauerlich, dass das geplante Gebäudeenergiegesetz (GEG) vertragt wurde und die Bundesregierung ihre eigenen Koalitionsverpflichtungen nicht erfüllt hat. Im GEG sollten die Energieeinsparverordnung, das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz und das Energieeinspargesetz gebündelt werden. Diese Herausforderung muss eine neue Bundesregierung unverzüglich angehen, wenn die Energie- und Klimapolitik mittel- und langfristig erfolgreich sein soll.“

Für alle am Bau Beteiligten seien verlässliche, langfristige und konstante Rahmenbedingungen von höchster Bedeutung. Dannecker: „Der Gesetzgeber muss den Experten am Bau Raum lassen für ihre ureigenste Aufgabe: das Bauen.

Dann entwickeln sich die Dinge schnell in die richtige Richtung. So ist der viel diskutierte Standard des Effizienzhauses KFW 55 bereits jetzt in der Praxis angekommen; rund die Hälfte des gesamten Neubauvolumens wird mindestens als KFW 55-Haus oder besser gebaut. Die Förderung der Baubegleitung auch im Neubau bei der KFW (sie war ein Vorschlag des DEN bei den Beratungen zum Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz, dem NAPE) setzt hier nochmals deutliche Impulse.“

Die deutsche Energie- und Klimapolitik sind zentrale Themen beim zweiten Parlamentarischen Abend des DEN am 16. Mai 2017 in Berlin. Politiker, Ministerialbeamte und Wissenschaftler werden zusammen mit Energieberatern, Architekten und Baupraktikern Wunsch und Wirklichkeit kritisch diskutieren.

Das Deutsche Energieberater-Netzwerk (DEN) e.V. ist ein Zusammenschluss von über 700 Ingenieuren, Architekten und Technikern. Alle Mitglieder verbindet das gemeinsame Arbeitsgebiet der Beratungs- und Planungsleistungen zur effizienten Energienutzung und Einsatz von erneuerbaren Energien im Gebäudebestand, der Wohnungswirtschaft, Gewerbe und Industrie sowie für Kommunen. Ihre Beratung erbringen sie neutral und unabhängig.

Quelle: Stadt Rodgau

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