Energiewechsel

Rodgau: Japanische Wissenschaftler und Umweltschützer besuchen DEN in Offenbach

Pressemeldung vom 15. September 2016, 14:47 Uhr

Ungewöhnlichen Besuch empfing das Deutsche Energieberater-Netzwerk DEN e.V. jetzt in seiner Geschäftsstelle in Offenbach. Sieben Wissenschaftler und Umweltschützer aus Japan informierten sich im Rahmen ihrer einwöchigen Studienreise durch Deutschland und Österreich über Theorie und Praxis der Energieberatung. Sie zeigten sich bei dem zweistündigen Treffen beeindruckt von der Struktur und den Aktivitäten des DEN, die ihnen dessen Vorsitzender, Dipl.-Ing. Hermann Dannecker, vorstellte. Ihr Fazit: Solch ein Netzwerk wünschen sie sich auch für ihr Land.

Dannecker freute sich sichtlich über das Lob der asiatischen Gäste. „Man sieht, dass das DEN nicht nur in Deutschland Vorbildliches leistet und anerkannt wird, sondern vielleicht auch anderen Ländern als Muster dienen kann. Nach dem Besuch einer chinesischen Delegation im Februar 2016 war dies die zweite Gruppe von Experten aus Asien. Energiesparen und Klimaschutz scheinen dort wichtige Themen zu sein.“

Das bestätigte Prof. Masatake Uezono, Umweltökonom an der Shimane-Universität im südwestjapanischen Matsue. Die deutschen Klimaschutzziele seien zwar ambitionierter als die japanischen, und die dortige Bauweise unterscheide sich deutlich von der europäischen. Trotzdem fehle in seinem Land eine Organisation von Fachleuten, die private Bauherren und Unternehmen in Fragen der Energieeffizienz kompetent beraten könne. Eine solche Organisation wolle man gründen, stimmte ihm Dr. Utagawa Manabu vom Forschungsverbund AIST in Tsukuba nahe Tokio zu. Der Energiewissenschaftler sieht das Deutschen Energieberater-Netzwerk als Blaupause für sein Land.

Zuvor hatte Dannecker Struktur, Funktion und Bedeutung der Energieberatung in Deutschland erläutert. Die über 700 Mitglieder des DEN zeichneten sich durch ihre akademische Ausbildung oder besonders langjährige Erfahrung aus. Größten Wert legten sie auf regelmäßige Fortbildungen, die deutlich über den gesetzlichen Mindestanforderungen lägen. Dazu diene insbesondere die DEN-Akademie mit ihrem breiten Seminarangebot. Die DEN GmbH & Co KG erlaube durch die projektbezogene Zusammenarbeit mehrerer Büros auch die Betreuung großer und besonders komplizierter Energieberatungen, besonders im industriellen Bereich.

Der Ingenieur beschrieb zudem die fachpolitischen Aktivitäten des Netzwerks. Neben regelmäßigen Dialogen mit Ministerien in der Bundeshauptstadt Berlin seien die Kontakte der Landessprecher des DEN zu den Regierungen und Verwaltungen der Bundesländer von Bedeutung. 12 kürzlich gebildete Kompetenzteams erarbeiteten derzeit fachliche Details, die nach und nach in den Forderungskatalog des Netzwerks gegenüber der Politik einfließen sollen. Für anerkennendes Staunen sorgte Danneckers Hinweis, dass dies alles ehrenamtlich geschehe.

Als wesentliche Grundlage des DEN bezeichnete Dannecker dessen fachliche Neutralität und Unabhängigkeit. Dies werde nicht nur von den Bauherren geschätzt, die Energieberater des DEN beauftragen, sondern auch von den Fördermitgliedern des Netzwerks. 35 Unternehmen aus allen Gewerken unterstützten das DEN inzwischen in seinem Engagement für mehr Energieeffizienz im Gebäudebereich. Hier gingen wirtschaftliche Motivationen und Bemühungen um besseren Klimaschutz eine erfolgreiche Kombination ein.

Konkrete Fragen nach der Expertenliste, der Kundenansprache sowie nach Art und Anzahl der Beratungen lagen den Gästen aus Nippon besonders am Herzen. Für den DEN-Vorsitzenden Dannecker ein Zeichen, dass ernsthaftes Interesse besteht, das „Modell DEN“ nach Japan zu importieren. Das DEN jedenfalls wolle diese Kontakte nach Asien weiter pflegen und werde gerne beratend zur Verfügung stehen.

Quelle: Stadt Rodgau

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