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Rüsselsheim: Spielen, lernen und beten

Pressemeldung vom 14. August 2009, 13:21 Uhr

Die beiden kirchlichen Kitas arbeiten eng mit
der Stadt Raunheim zusammen

Rüsselsheim. Außer den sechs städtischen Kindertagesstätten verfügt Raunheim auch noch über zwei konfessionelle Kindergärten. Sie gehören zu den evangelischen Kirchengemeinden Martin Luther und Philipp Melanchthon. Die Stadt Raunheim übernimmt 85 Prozent der Kosten.

„Wir unterscheiden uns in erster Linie durch unseren kirchlichen Auftrag“, sagt Beate Krause, Leiterin des Luther-Kindergartens. Hier werden die kirchlichen Feste thematisch vorbereitet und gemeinsam gefeiert, vor dem Essen wird ein Tischgebet gesprochen, christliche Lieder werden gesungen, es gibt eigene Kindergartengottesdienste und Kai Merten, Pfarrer der Luther-Gemeinde, besucht die Kinder in seiner Einrichtung zweimal im Monat und erzählt ihnen Geschichten aus der Bibel.

Auch die Kinder in der Kindertagesstätte der Philipp-Melanchthon-Gemeinde sind mit ihrem Pfarrer, Martin Stenzel, sehr vertraut und freuen sich, wenn er in der Einrichtung auftaucht. „Unsere Kinder lernen von Anfang an, dass es verschiedene Religionen gibt“, erläutert er. Auch muslimische Feste werden gefeiert. „So werden Vorurteile schon im Kleinkindalter abgebaut.“

Seit die Stadt Raunheim ihr Bildungskonzept 2006 auf den Weg gebracht hat, ist die Zusammenarbeit zwischen den städtischen und den kirchlichen Einrichtungen sehr viel enger geworden. „Jetzt werden wir regelmäßig zu den Leiterinnen-Treffen eingeladen, und das ist eine sehr fruchtbare Zusammenarbeit“, sagt Constanze Koglin-Behrendt, Leiterin der Philipp-Melanchthon-Kita.

Außerdem nehmen inzwischen alle Erzieherinnen an den regelmäßigen Fachtagungen teil, die die Stadt organisiert, Vertreter der beiden Kitas sitzen in der Dachkonferenz, in der Eltern, Erzieherinnen und Lehrer über das Thema Bildung diskutieren und wie diese in Raunheim optimiert werden kann. Mario Klauer, als Fachdienstleiter der Stadt Raunheim für die städtischen Kindergärten zuständig, hat in der Philipp-Melanchthon-Kita schon hospitiert, um sich einen Eindruck von der Arbeit zu verschaffen.

„Ich erlebe die Zusammenarbeit als sehr konstruktiv“, berichtet er. Auch in fachlichen Fragen werde er mittlerweile um Rat gefragt, die Anmeldelisten werden zweimal im Jahr abgeglichen, in Ferienzeiten schon mal ganz unkonventionell Lösungen gesucht, um Kinder der kirchlichen Einrichtung während der Schließzeit in einem anderen Kindergarten unterzubringen. Geht es um Personalentscheidungen, wird Mario Klauer zum Bewerbungsgespräch eingeladen.

Ansonsten unterscheiden sich die beiden Kitas nicht von den sechs städtischen. Die Häuser sind liebevoll eingerichtet, die Philipp-Melanchthon-Kita ist gerade in neue, große, helle Räume umgezogen und hat die Anzahl ihrer Kinder verdoppelt. Beide Teams arbeiten mit teiloffenem Konzept, einer Mischung aus fester Gruppe und übergreifenden Angeboten. Der Anteil der Kinder, die aus Zuwandererfamilien stammen, ist hoch, Sprachförderung wird groß geschrieben.

„Wir können uns gar nicht so sehr von den kommunalen Kindergärten unterscheiden“, sagt Pfarrer Stenzel, „weil wir wollen, dass alle Kinder die gleichen Bildungschancen erhalten.“ Von daher halten alle die Zusammenarbeit mit der Stadt Raunheim für wichtig. „Wir haben damit nur positive Erfahrungen gemacht“, wie Beate Krause formuliert.

Quelle: Stadt Rüsselsheim – Pressestelle

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