Energiewechsel

Rüsselsheim: Straßenbeleuchtung unabhängig vom Netz

Pressemeldung vom 28. September 2009, 15:06 Uhr

Stadtwerke Rüsselsheim möchten auch andernorts für besseres Licht sorgen

Rüsselsheim. Viele Städte und Gemeinden im Kreis Groß-Gerau überlegen derzeit, was sie mit den Stromnetzen machen, wenn bis Ende 2011 die Konzessionsverträge auslaufen. „Dabei geht es auch um die Straßenbeleuchtung“, sagt Matthias Schweitzer, Technischer Leiter der Stadtwerke Rüsselsheim. In der Vergangenheit wurden die Verträge für den Betrieb von Stromnetz und Straßenbeleuchtung in der Regel an ein Unternehmen übertragen. „Doch das muss nicht sein, beide Aufgaben können auch an unterschiedliche Dienstleister vergeben werden.“

Die Stadtwerke Rüsselsheim haben sich bei der Ausschreibung um die Stromnetze in Biebesheim, Bischofsheim, Büttelborn, Ginsheim-Gustavsburg, Nauheim, Raunheim, Riedstadt, Stockstadt und Trebur beworben. Darüber hinaus haben sie auch ihr Interesse an der Straßenbeleuchtung bekundet. „Wir können die Kommunen dabei unterstützen, ihre Stromrechnung deutlich zu senken“, sagt Eggbert Jockel, Leiter Netzmanagement.

Die Stadtwerke sehen sich dabei mit ihren Aktivitäten federführend in der Region. Während andernorts Energiedienstleister gerade dabei sind, die alten Quecksilberdampflampen durch Natriumhochdrucklampen austauschen, sind die Stadtwerke Rüsselsheim schon einen Schritt weiter. „Wir haben begonnen, diese Natriumhochdrucklampen durch Metalldampflampen mit optimierter Spiegeltechnik zu ersetzen“, erklärt Matthias Schweitzer. Diese neue Lampengeneration verbraucht bei gleicher Leistung 55 Prozent weniger Energie. „Das ist ökologisch und wirtschaftlich sinnvoll.“ Zudem bieten die Metalldampflampen ein weißes Licht, das dem menschlichen Sehempfinden mehr entspricht als das gelbliche Licht der Natriumhochdrucklampen.

Bei den modernen, energieeffizienten Metalldampflampen ist es allerdings erforderlich, den gesamten Leuchtkörper zu ersetzen. Schweitzer weist deshalb darauf hin, weil andere Dienstleister häufig neue Leuchtmittel in die teilweise sehr alten Leuchtkörper einsetzen, die von ebenso alten Vorschaltgeräten betrieben werden. „Dies führt zu einer hohen Störanfälligkeit und entsprechend hohen Reparaturkosten.“ Das Gleiche gilt nach seiner Darstellung auch für die internen Zündgeräte, die meistens für den Betrieb an diesen Leuchtmitteln nicht geeignet sind.

Eggbert Jockel verweist darauf, dass Leuchten in der Regel dann erneuert werden, wenn ohnehin die vorgeschrieben Kontrollen anstehen. „Jede Leuchte muss alle vier Jahre überprüft werden.“ Zudem müssen die alten Quecksilberdampflampen nach dem Willen des Gesetzgebers sowieso spätestens bis 2015 aus dem Verkehr gezogen werden.

„In Rüsselsheim haben wir im ersten Jahr den Energieverbrauch durch die Straßenbeleuchtung um vier Prozent gesenkt“, berichtet Jockel. In den nächsten fünf Jahren soll die Einsparung auf 31 Prozent erhöht werden. Weniger Stromverbrauch bedeutet geringere Kosten. „Davon profitieren die Stadt und die Stadtwerke gleichermaßen.“

Die Stadtwerke Rüsselsheim haben für die Straßenbeleuchtung eine eigene Tochtergesellschaft: die Stadtlicht Rhein-Main, deren Geschäftsführer Matthias Schweitzer ist. Diese Stadtwerke-Tochter arbeitet mit der in Berlin ansässigen Stadtlicht GmbH zusammen, die durch ihre niederländische Muttergesellschaft über Erfahrungen in mehr als 200 Kommunen unterschiedlicher Größenordnung verfügt. „So verbinden wir unsere Kompetenz vor Ort mit dem Know-how eines Branchenführers“, erklärt Schweitzer. Das schafft Arbeitsplätze: Es wurden zwei Mitarbeiter eingestellt, die in Rüsselsheim für die Straßenbeleuchtung zuständig sind und ihren Arbeitsplatz auf dem Gelände der Stadtwerke haben.

Quelle: Stadt Rüsselsheim – Pressestelle

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