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Seligenstadt: Leo A. Bachrach im Alter von 93 Jahren verstorben

Pressemeldung vom 21. August 2009, 14:00 Uhr

Seligenstadt. Am 28.06.2009 verstarb im Alter von 93 Jahren der Seligenstädter Leo A. Bachrach in seiner Wahlheimat Chicago, USA.
Der am 13. Juni 1916 in Seligenstadt geborene Sohn von Isaak und Johanna Bachrach lebte in seinem jüdischen Elternhaus in der Bahnhofstraße 29. Die Machtergreifung Adolf Hitlers zwang ihn zwanzigjährig zur Auswanderung in die Vereinigten Staaten von Amerika. Dort zog der ambitionierte junge Seligenstädter nach Chicago im US-Bundesstaat Illinois, tauschte also den Main gegen den Michigansee.
Auf gut Glück bewarb sich der in Hanau ausgebildete Juwelier und Goldschmied bei einem dort ansässigen Juweliergeschäft und wurde sofort eingestellt, ganz ohne Vorlage von Zeugnissen oder Diplom. Beides hatte er wegen des überstürzten Aufbruches in Deutschland lassen müssen. „Sie haben Ihre Ausbildung in Deutschland gemacht, das reicht mir“, lernte der junge Bachrach schnell, wie hoch deutsche Arbeit in Übersee geschätzt wurde.
Bereits acht Jahre später, im Jahre 1944, eröffnete der ehrgeizige und auf Qualität bedachte Deutsche sein eigenes Geschäft. Seine Kunden schätzten schnell seine präzise Arbeit und seinen Sinn, Schönheit mit Qualität zu verbinden. Er selber war ein Freund des klassischen Designs und der geraden Linien.
Leo Bachrach heiratete und hat zwei Söhne. Sein Sohn, Steven, brachte als Kind den Fleiß des Vaters, der oft bis spät oder schon sehr früh in seiner Goldschmiedewerkstatt arbeitete, genau auf den Punkt. Leo Bachrach und seine Ehefrau Audrey waren ausgegangen. Ihr Heimkommen um drei Uhr nachts wurde vom Junior bemerkt und wie folgt kommentiert: „Vater, kommst oder gehst Du?“.
„Herr Bachrach galt in Chicago als einer der führenden Goldschmiede, seine feine Handarbeit wurde weithin geschätzt. Eine Tragödie, dass Seligenstadt solch eine Persönlichkeit durch den Nationalsozialismus und die Judenvertreibung verloren hat“, kommentiert Bürgermeisterin Dagmar B. Nonn-Adams. „Um so wichtiger , dass wir den Synagogenplatz im Herzen Seligenstadts wieder als würdigen Ort der Erinnerung haben und unsere Themenstadtführung „Auf jüdischen Spuren“ die Erinnerung an viele jüdische Familien, die einst bei uns ihr zu Hause hatten, wachhält“.
Quelle: Seligenstadt – Pressestelle

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