Energiewechsel

Stadt Fulda: „Von eigner Art ist deine Seele“

Pressemeldung vom 10. Oktober 2012, 09:55 Uhr

Stimmungsvoller Konzertabend der Musikschule Fulda

Fulda. Der Komponist Claude Debussy (1862-1918, mit obigem Zitat von Verlaine treffend charakterisiert) stand im Mittelpunkt eines stimmungsvollen Konzertabends, den die Musikschule der Stadt Fulda vergangenen Samstag veranstaltet hat. Seine Werke, die in der Zeit ihrer Entstehung durch Einflüsse etwa indonesischer Gamellanmusik oder des Jazz einen krassen Gegensatz zum durchaus noch gängigen spätromantischen Klangideal bildeten, polarisieren auch heute noch manche Gemüter. Im Projektkonzert der Klavierklassen Marina Gajda und Renate Moustafa-Hunold war es aber auch für Unkundige nicht schwer, einen Zugang zu Debussys reicher Klangwelt zu finden. Das lag an den vielen per Beamer präsentierten Bildern (von den Akteuren selbst gemalt), biografischen Informationen und vorgetragenen Gedichten, wie besagten Verlaines ‚Clair de lune‘, welches Debussy zu seinem gleichnamigen Klavierstück, vielleicht seinem berühmtesten Werk, inspiriert hat. Es wurde den Zuhörern von Anna Fischer de Saa als letztes Stück des gelungenen Abends mit auf den Nachhauseweg gegeben.

Begonnen hatte den Abend Evelyn Holzinger mit „Le Petit Nègre“ und „Cakewalk“, ein wunderbar frischer Auftakt, bevor es mit zwei Fassungen von „en bateau“ aufs Wasser ging. Dabei präsentierte sich Alisha Senger als Solistin und Lea-Marie Kläsener als Duopartnerin von Henry Helm. Bevor Mike Risto vom kleinen Hirten erzählte , Carina Gajda eine aufziehbaren mechanischen Puppe zum Leben erweckte und Vincent Berbée die bisweilen etwas stupiden Etüden Clementis virtuos parodierte, erzählte Lisa Lindenthal zum facettenreichen Spiel von Paula Mathes („Page d’album“) einiges über Debussy und die Frauen. Fast schade, dass jetzt schon Pause war.

Die aus dem Morgenland stammenden, gleichnamigen Ornamente standen bei den „Deux Arabesques“ Pate, dies sich aber nicht in leerem Geplänkel verlieren, sondern emotional dichte Stimmungsbilder sind. Annika Welchar und Laura Kontshak gelangen sehr ausdrucksvolle Interpretationen.

Dem Prélude über das „Mädchen mit den flachsblonden Haaren (Fille aux cheveux de lin)“ entlockte Lea-Maria Gläser eindrucksvoll all die feinen Zwischentöne, welche den Titel des Stückes eigentlich überflüssig machen. Debussy selbst schreibt diesen übrigens immer erst am Ende seiner Préludes in die Noten. In der Tonsprache noch etwas traditioneller klang die „Danse bohemienne“, ein früheres Werk, dessen stufenartige Klanggestaltung Lisa Lindenthal hervorragend gelang.
Marie Senger meisterte die schwere Aufgabe, einen vom beginnenden Krieg gezeichneten emotionalen Umschwung im Schaffen des Komponisten darzustellen. Eher statisch, als fließend angelegt endet das Stück mit einem offenen wirkenden Schluss und lässt den Zuhörer bewusst ratlos zurück. Am Ende wurden die Besucher mit „Clair de lune“ „ins stille Mondlicht, schön und voll der Trauer“ (Verlaine) entlassen.

Der reiche Applaus für die jungen Künstlerinnen und Künstler fiel allerdings keineswegs traurig aus.

Quelle: Stadt Fulda / Magistratspressestelle

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