Energiewechsel

Stadt Rüsselsheim: Auch wenn sich nichts tut, ruht die Baustelle nicht

Pressemeldung vom 30. Oktober 2012, 10:54 Uhr

Stadtwerke informieren über Ursachen / Es werden weniger Wasserleitungen erneuert als notwendig

„Wir können verstehen, wenn Anwohner bisweilen glauben, die Baustelle würde ruhen – doch das bedeutet nicht dass sie nichts tut“, sagt Sven Halling, Leiter Netzservice und Energiedienstleistungen bei den Stadtwerken Rüsselsheim. Neue Wasserleitungen müssen über mehrere Tage auf Dichtigkeit geprüft werden, und scheint die Baustelle zu ruhen. Ähnlich ist es, wenn das Wasser auf seine Reinheit untersucht und auf die Ergebnisse aus dem Labor gewartet wird. Eine Arbeitspause gibt es auch, wenn die Baugrube verfüllt und die Erde sich setzen muss, bevor die Fahrbahndecke asphaltiert werden kann.

Zudem können unvorhersehbare Probleme zu Verzögerungen und Stillstand führen, erklärt Halling. Wenn beispielsweise Wurzeln eines Baumes dort ins Erdreich gewachsen sind, wo Leitungen liegen, muss mit den entsprechenden Behörden geklärt werden, wie vorzugehen ist. Auch Frost und Regen durchkreuzen Zeitpläne.

Allerdings kann es sein, dass sich auf Baustellen wirklich nichts tut. Bisweilen sind die Firmen, die dort im Auftrag der Stadtwerke im Einsatz sind, auch für den Stördienst zuständig. Und wenn ein Notfall zu beheben ist, bleibt die andere Arbeit liegen. Hinzu kommt: Aufgrund der Ausschreibungen erhalten bisweilen Betriebe den Zuschlag, die günstiger sind, aber von weiter her kommen, daher seltener an der Baustelle sind und länger brauchen.

Damit Anwohner besser informiert sind, stellen die Stadtwerke künftig an größeren und länger dauernden Baustellen Hinweisschilder auf, die über die Art und Dauer der Arbeiten informieren, das ausführende Unternehmen und den Projektleiter nebst Telefonnummer benennen. Die Anwohner werden zwar vorab mit Briefen genau darüber informiert, doch weil solche Schreiben nicht immer zu Hand sind, sollen nun die Hinweistafeln helfen.

Etwa 15 Baustellen im Strombereich, 10 beim Wasser und fünf beim Gas haben die Stadtwerke im Jahr, berichtet der Technische Leiter, Matthias Schweitzer. Dabei wird in Abstimmung mit der Stadt darauf geachtet, dass Bauarbeiten abgestimmt und nach Möglichkeit gemeinsam erledigt werden. Die Kriterien, in welcher Reihenfolge erneuert wird, sind das Alter und die Störanfälligkeit von Leitungen wie auch Hinweise von Anwohnern, dass der Wasserdruck zu niedrig ist.

Beim Wasser werden im Jahr knapp 1000 Meter an Hauptleitungen erneuert und rund 1500 Meter an Hausanschlussleitungen. „Doch es müssten vor allem wesentlich mehr Hauptleitungen durch neue ersetzt werden“, erklärt Schweitzer. Derzeit beträgt die Erneuerungsquote 0,7 Prozent. Demnach müsste eine Leitung 142 Jahre halten – doch erfahrungsgemäß sind es nur sechzig Jahre. Um dieses Ziel zu erreichen, wäre eine jährliche Erneuerungsquote von 1,7 Prozent erforderlich.

Werden die Leitungen nicht rechtzeitig erneuert, werden die Probleme und die Kosten in die Zukunft und auf nachfolgende Generationen verlagert, macht Schweitzer deutlich. Jetzt schon zu handeln, ist allerdings auch eine Frage des Geldes. Um die Mehrkosten zu decken, wäre eine Erhöhung des Wasserpreises von derzeit 1,98 Euro je Kubikmeter um fünf bis sechs Prozent erforderlich.

Quelle: Stadtwerke Rüsselsheim GmbH

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