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Stadt Rüsselsheim: Die Feder als Waffe gegen Missstände

Pressemeldung vom 28. September 2016, 16:19 Uhr

Ausstellung mit Karikaturen von Turhan Selçuk in der Rathaus-Empore

Es mussten noch Stühle dazu geholt werden, so groß war der Zuspruch bei der Vernissage der Ausstellung „Jenseits der Propaganda“, die noch bis 14. Oktober auf der Empore im Rüsselsheimer Rathaus zu sehen ist. Gezeigt werden 35 Bilder von Turhan Selçuk, der als „Erfinder der modernen türkischen Karikatur“ gilt. Im Rahmen der „Interkulturellen Wochen“ haben die Stadtwerke Rüsselsheim in Kooperation mit dem Interkulturellen Büro der Stadt Rüsselsheim am Main und mit Unterstützung der Zeitung „Hessen Toplum“ diese Werkschau organisiert.

Der Journalist und Selçuk-Kenner Mehmet Canbolat führte bei der Vernissage in das Leben und Wirken des Karikaturisten ein, der 2010 im Alter von 88 Jahren starb. Selçuk hat mit seinen Karikaturen in mehr als sechs Jahrzehnten ein Tagebuch seines Landes geschaffen, erklärte Canbolat. Dabei seien viele seiner Zeichnungen auch heute noch und auch außerhalb der Türkei aktuell. Selçuk stellte sich stets auf die Seite der einfachen Menschen, stemmte sich gegen Diktatur und Machtmissbrauch. „Die Feder war seine Waffe – Tinte und ein weißes Blatt Papier seine Munition.“

Selçuk hat auch die Comic-Figur“Abdülcanbaz“ geschaffen, die gesellschaftliche Missstände anprangert und in der Türkei so bekannt ist, wie Don Quichote in Spanien. Auch das Plakat zur Ausstellung zeigt Abdülcanbaz und zwar auf einem Hochrad. Das inspirierte Stadtwerke-Geschäftsführer Hans-Peter Scheerer, daran zu erinnern, dass das Unternehmen Opel einst Weltmarktführer der Fahrradproduktion war und die Ausstellung auch von daher gut zu Rüsselsheim passe.

Die Vernissage wurde musikalisch umrahmt durch Beiträge des Rüsselsheimer Vereins Friedenshaus. Beschlossen wird die Ausstellung mit einer Finissage am Freitag, 14. Oktober. An diesem letzten Tag der Interkulturellen Wochen in Rüsselsheim wird der Schriftsteller und Kabarettist Sinasi Dikmen um 19 Uhr in die Rathaus-Rotunde kommen. Der Titel seiner Lesung lautet „Seit 44 Jahren integriere ich mich“.

Die Ausstellung „Jenseits der Propaganda“ kann besichtigt werden: Montag bis Mittwoch 8 bis 17 Uhr, Donnerstag 8 bis 18 Uhr, Freitag 8 bis 12 Uhr, in der Empore des Rüsselsheimer Rathauses (Eingang Faulbruchstraße).

Quelle: Stadtwerke Rüsselsheim GmbH

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