Energiewechsel

Stadt Rüsselsheim: Die erste Brennstoffzelle in Rüsselsheim

Pressemeldung vom 8. Oktober 2012, 11:47 Uhr

Stadtwerke und Hochschule Rhein-Main testen die Alltagstauglichkeit der Anlage

„Der Brennstoffzelle gehört die Zukunft“, ist Hans-Peter Scheerer, Geschäftsführer der Stadtwerke, überzeugt. In gar nicht so ferner Zeit werden auch Wohnhäuser in ihrem Keller ein Blockheizkraftwerk (BHKW) stehen haben, in dem eine Brennstoffzelle den Strom produziert, der im Haushalt benötigt wird. Die bei der Produktion anfallende Wärme kann zum Heizen oder zur Warmwasseraufbereitung verwendet werden.

„Eine Brennstoffzelle ist ein Gerät, das – anders als ein Motor – elektrischen Strom ohne mechanische Bauteile erzeugt und die anfallende Wärme nutzt.“, erklärt Matthias Schweitzer, Bereichsleiter Technik und Netze. Diese Art der Strom- und Wärmeerzeugung ist wesentlich effizienter, umweltschonender und verbraucht spürbar weniger Primärenergie als herkömmliche Methoden.

Doch noch sind die Brennstoffzellen kein Massenprodukt. „Wir wollen deshalb einen Beitrag zur Weiterentwicklung und Ausbildung von Technikern leisten“, sagt Scheerer. Die Stadtwerke haben 30.000 Euro für eine Brennstoffzelle ausgegeben, die nun im Heizungsraum der Hochschule Rhein-Main steht. Dieser Standort wurde mit Bedacht gewählt, denn Studierende werden die Anlage im Rahmen ihres Studiums testen und den Betrieb auswerten.

„Es geht vor allem darum, die Belastbarkeit und die Einbindung in Heizungssystem zu erproben“, erklärt Duke Benjamin, Projektleiter seitens der Stadtwerke. Die Ergebnisse sollen helfen, die Alltagstauglichkeit zu verbessern. Das BHKW mit der Brennstoffzelle in der Hochschule hat eine Leistung von zwei Kilowatt elektrischer Energie und 1,0 Kilowatt thermischer Energie. Hervorzuheben ist der hohe elektrische Wirkungsgrad von weit über 50 Prozent.

Die Brennstoffzelle wird auch ein Thema bei der Kinder-Uni der Stadt Rüsselsheim sein. Bei der Vorlesung am Samstag, 8. Dezember, wird Professor Birgit Scheppat in der Hochschule einen Vortrag halten mit dem Titel „Brennstoffzellen: die Energie der Zukunft“.

Die Stadtwerke Rüsselsheim sind auch an anderer Stelle innovativ. Auf ihrem Unternehmensgebäude in der Walter-Flex-Straße 74 haben sie ein Windrad installiert. Solche Anlagen machen an der Küste und auf Bergen, wo mehr Wind weht, sicher mehr Sinn. „Doch wir möchten in der Praxis testen, in wie weit Windenergie auch in windschwachen Regionen als Stromlieferant in Betracht kommt“, erklärt Matthias Schweitzer.

Die „Windmill“, wie der Hersteller seine Anlage genannt hat, ist speziell für Schwachwindregionen konstruiert: Drei Rotoren laufen in einem aerodynamischen Ring, der die durchströmende Luft wie eine Flugzeugtragfläche beschleunigt. Strom wird somit schon ab einer Windgeschwindigkeit von 2,5 Meter je Sekunde erzeugt (was neun Stundenkilometern entspricht).

Dass die Stadtwerke die Erprobung und Erforschung alternativer Stromgewinnung unterstützen, passt für Matthias Schweitzer zur Unternehmensphilosophie. „Schließlich bieten wir unseren Kunden auch ausschließlich Strom an, der zu hundert Prozent aus erneuerbaren Energien erzeugt wurde.“

Quelle: Stadtwerke Rüsselsheim GmbH

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