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Vogelsbergkreis: Manfred Görig: „Wir bedauern die Schließung sehr“

Pressemeldung vom 16. September 2016, 10:15 Uhr

Am Kreiskrankenhaus Alsfeld gibt es ab 2017 keine Geburtshilfe mehr

„Der Landkreis als Eigentümer hat zusammen mit den Ärzten alles unternommen, um die Geburtshilfliche Abteilung aufrechtzuerhalten“, sagt Aufsichtsratsvorsitzender und Landrat Manfred Görig zur Entscheidung der drei Belegärzte, zum 31. Dezember 2016 ihre Tätigkeit im Bereich der Geburtshilfe zu beenden.

Der Gesundheitsdezernent, Erster Kreisbeigeordneter Dr. Jens Mischak, hebt in der Mitteilung der Kreispressestelle hervor, dass die Entscheidung mit den drastisch veränderten Rahmenbedingungen zu tun habe – unter anderem im Hinblick auf drastisch gestiegene Beiträge zu den Berufs-Haftpflichtversicherungen. So seien die Beträge, die die Ärzte jährlich aufwenden müssten von rund 72.000 Euro auf knapp 130.000 Euro ab Oktober angestiegen. Dies sei eine ähnlich fatale Entwicklung wie bei den Hebammen, die ebenfalls unter diesem starken wirtschaftlichen Druck durch sehr hohe Versicherungsprämien zu leiden hätten, so Mischak und Görig übereinstimmend.

Mit dem hessischen Sozialministerium hatte Landrat Görig in vielen Verhandlungen durchgesetzt, dass die Finanzierung der baulichen Modernisierung des Kreiskrankenhauses gesichert ist. Für die nächsten fünf Jahre seien überdies 500.000 Euro im Haushalt des Vogelsbergkreises extra vorgesehen, die Geburtshilfeabteilung für die Bevölkerung zu erhalten, betont der Landrat. Aufgrund dieser politischen Festlegung sei der Landrat von einer Absicherung des Geburtshilfeangebots für die nächsten fünf Jahre ausgegangen.

Positiv sei, dass die Gynäkologische Beleg-Abteilung im Kreiskrankenhaus Alsfeld uneingeschränkt fortgeführt werde. In die Bewertung müsse man auch einbeziehen, dass die Richtlinien schon heute vorschreiben, dass zum Beispiel Mehrlingsgeburten von Alsfeld an Universitätskliniken oder an Kliniken mit Vollversorgung abgegeben werden müssen.

Görig berichtet, er habe dreimal in den vergangenen Wochen vor der öffentlichen Bekanntgabe ihrer Entscheidung intensiv mit den Ärzten gesprochen. Dabei hätten die Ärzte die deutlich verschlechterten Rahmenbedingungen dargelegt, die es ihnen nicht ermöglichten, die Tätigkeit fortzusetzen. Insbesondere wollten die Ärzte keinen „Abschied auf Raten“. Die Entscheidung der Ärzte könne nachvollzogen werden, sie sei dennoch sehr zu bedauern.

Quelle: Vogelsbergkreis

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