Energiewechsel

Werra-Meißner-Kreis: Ein Jahr Klimaschutzkonzept – Was ist geschehen?

Pressemeldung vom 26. Februar 2013, 16:27 Uhr

Vor genau einem Jahr hat der Kreistag des Werra-Meißner-Kreises die Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes in einem parteiübergreifenden Konsens einstimmig beschlossen, um deutliche Akzente gegen den globalen Klimawandel zu setzen.

Unter dem Motto „Bei uns werden Erneuerbare Energien groß geschrieben!“ stellt Umweltdezernent Dr. Rainer Wallmann nun die vielfältigen Ansätze des ersten Jahres der Umsetzung vor, die dazu beitragen sollen, dass im Werra-Meißner-Kreis spätestens im Jahr 2050 Strom und Wärme vollständig aus heimischen Erneuerbaren Energieträgern bereitgestellt werden.

„Mir war es besonders wichtig, das Klimaschutzkonzept mit seinen Hintergründen und wesentlichen Inhalten in allen Kommunen des Werra-Meißner-Kreises persönlich vorzustellen, um die Relevanz der Energiewende und die Notwendigkeit der Beteiligung möglichst aller Bürgerinnen und Bürger deutlich zu machen. Aus diesen Bürgerversammlungen haben sich konkrete Arbeitsgruppen gebildet, die sich regelmäßig treffen, um Projekte zur Energiewende im Werra-Meißner-Kreis zu entwickeln und umzusetzen. Dazu ist auch eine Bürgerenergie-Genossenschaft für die Region Werra-Meißner in Vorbereitung. Damit haben die Bürgerinnen und Bürger konkrete Möglichkeiten, die Energiewende mit zu gestalten und auch von ihr zu profitieren“, betont Dr. Wallmann.

Im Eigenbetrieb Gebäudemanagement nimmt der Werra-Meißner-Kreis seine Vorbildfunktion war, indem er – ergänzend zu bereits in den letzten Jahren umgesetzten Projekten – einen umfangreichen Maßnahmenkatalog zur Reduzierung des Energieverbrauchs der kreiseigenen Gebäude entwickelt hat. Neben bereits erfolgten Heizungsumstellungen in einzelnen Schulen von Öl auf Holzhackschnitzel und verschiedenen Wärmedämm-Maßnahmen werden derzeit die Außenbeleuchtungen auf energieeffiziente LED-Technik umgestellt und so 80 % des bisherigen Stromverbrauchs eingespart.

Wichtiges Instrument zur Öffentlichkeitsarbeit ist die Werratal Energie- und Umweltgesellschaft mbH (WEGE). Als kreisnahe Umwelt- und Energiegesellschaft bietet sie kostenlose Energieberatungen für Privatpersonen, Gewerbebetriebe und Kommunen an. Dazu gehören u.a. auch die Durchführung von Informationsveranstaltungen (z.B. Ökoprofit und Kleinwindkraftanlagen), Ausstellungen, Empfehlungen zur energetischen Gebäudesanierung sowie Unterstützung zum Einwerben von Fördergeldern. Für die Kommunen bietet die WEGE u.a. Unterstützung beim kommunalen Energiemanagement, Untersuchungen zur Straßenbeleuchtung sowie die interkommunale Begleitung des Regionalplans Wind.

Auch die Abfallwirtschaft bietet erhebliche weitere Potenziale zum Klimaschutz: Gemäß Empfehlung des Klimaschutzkonzeptes wird beim Zweckverband Abfallwirtschaft Werra-Meißner derzeit untersucht, wie zukünftig eine Vergärung der getrennt gesammelten Bioabfälle, ggf. an einem Standort im Kreisgebiet, erfolgen kann. Dadurch könnten erhebliche Mengen an klimafreundlichem Strom und Wärme aus einem Abfallstoff erzeugt werden.

Auf der Kreisabfalldeponie in Meißner-Weidenhausen werden seit Mitte 2012 auf ca. 5.000 m² Pappeln und Weiden als schnell wachsende Hölzer zur Brennstoffproduktion angebaut, während eine entsprechende Holzhackschnitzel-Heizungsanlage für die Verwaltungsgebäude der Deponie mit finanzieller Unterstützung des Landes Hessen realisiert wird. Darüber hinaus wird derzeit ein Förderantrag beim Land Hessen gestellt, um zukünftig weitere holzartige Biomasse aus verschiedenen Abfallbereichen sowie aus der Landschaftspflege kreisweit effektiv zu sammeln, aufzubereiten und regional als klimafreundlichen Brennstoff zu verwerten.

In der Landwirtschaft bestehen ebenfalls weitere Möglichkeiten, zur Energiewende beizutragen. Zum Beispiel diskutieren die Kreisverwaltung und der Kreisbauernverband derzeit mit Landwirten die Möglichkeit, die auf den Betrieben anfallende Gülle und Stallmist in Kleinbiogasanlagen zu „veredeln“, bevor sie als Dünger auf die Flächen ausgebracht werden. „Da Gülle und Stallmist als Nebenprodukte in der Landwirtschaft sowieso anfallen, ist dies eine besonders effiziente Art der regenerativen Energieerzeugung“, erläutert Dr. Wallmann.

„Im März 2013 wird der Werra-Meißner-Kreis einen Antrag für die Förderung eines sogenannten Klimaschutzmanagers/in stellen. Dadurch wird eine weitere Person 3 Jahre als Vollzeitkraft für die Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes arbeiten und der Energiewende weiteren Rückenwind geben“, freut sich Dr. Wallmann. Für den Werra-Meißner-Kreis werden durch die Förderung nur sehr geringe eigene Personalkosten anfallen.

„Energie einzusparen bedeutet letztendlich auch Geld zu sparen und die Erzeugung Erneuerbarer Energien führt zu regionaler Wertschöpfung im Werra-Meißner-Kreis, wodurch also auch wirtschaftliche Aspekte für die Umsetzung der Energiewende sprechen“, so Dr. Wallmann.

Quelle: Werra-Meißner-Kreis / Presse und Öffentlichkeitsarbeit

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