Energiewechsel

Werra-Meißner-Kreis: Exkursion in den Rhein-Hunsrück-Kreis

Pressemeldung vom 5. Februar 2015, 16:00 Uhr

Konzept zum Erfassen, Aufbereiten und Verwerten von Baum- und Strauchschnitt (Grüngut) besichtigt

Im Rahmen des Modellvorhabens „Mobilisierung, Aufbereitung und Verwertung holziger Biomassen im Werra-Meißner-Kreis“ hatten der Erste Kreisbeigeordnete Dr. Rainer Wallmann und das Witzenhausen-Institut am Donnerstag, den 29. Januar 2015, zu einer Tages-Exkursion in den Rhein-Hunsrück-Kreis geladen. Die Rhein-Hunsrück Entsorgung (rhe) hatte bereits 2010 kreisweit ein bisher einmaliges Konzept zum Erfassen, Aufbereiten und Verwerten von Baum- und Strauchschnitt (Grüngut) umgesetzt. Insgesamt 35 Exkursionsteilnehmer aus dem Werra-Meißner-Kreis nahmen die ca. 4 Stunden Anfahrt auf sich, um einen Einblick in das Grüngutkonzepts der rhe zu bekommen. Mit dabei waren Vertreter aus Politik und Verwaltung, von kommunalen und privaten Betrieben aus den Bereichen der Grüngutsammlung und -verwertung, von Ingenieurbüros, der Universität Kassel sowie von Bürgerverbänden.

Erste Anlaufstelle war eine der drei von der rhe betriebenen Heizzentralen in Simmern, wo das gesammelte und aufbereitete Grüngut in Wärme umgewandelt wird. Abteilungsleiter Günter Hackländer stellte zunächst das Konzept der rhe vor: Mittlerweile sind alle Gemeinden des Landkreises an der Grüngutsammlung beteiligt. Dazu wurden insgesamt 127 bürgernahe Sammelplätze zur kostenfreien Grüngutabgabe eingerichtet, die rund um die Uhr für jedermann zugänglich sind. Das gesammelte Material wird anschließend auf das zentral gelegene Deponiegelände in Kirchberg gebracht, wo es zerkleinert und zu zwei Fraktionen, einem Brennstoff und einem kompostierfähigen Feinmaterial, aufbereitet wird. Jede der drei Heizanlagen nutzt den Brennstoff, um die naheliegenden Schulzentren zu beheizen. An eine der Heizanlagen ist sogar ein Schwimmbad angeschlossen. So können im Jahr bis zu 650.000 Liter Heizöl eingespart werden – Geld, das den Landkreis nun nicht mehr verlässt. Das Feinmaterial findet bei den Winzern der umliegenden Weinbaugebiete an Mosel, Rhein und Nahe viele dankbare Abnehmer. Dort wird es als Bodenhilfsstoff und Erosionsschutz eingesetzt. „Durch die Mithilfe an den Sammlungen haben auch die Bürger ein gutes Gefühl und können so zum Klimaschutz sowie der Stärkung der regionalen Wirtschaft beitragen“ berichtet Hackländer.

Anschließend konnten die Exkursionsteilnehmer bei einem Rundgang durch die Heizanlage Simmern den aufbereiteten Holz-Brennstoff von der Trocknung bis zum Verheizen begleiten. Wer mochte, konnte sich noch ein Stück der getrockneten Aschenschlacke als Andenken mitnehmen.

Nach einer knappen Begutachtung von einem der 127 Sammelplätze ging es weiter nach Kirchberg zur Grüngutaufbereitung auf dem Deponiegelände. Bevor der kaufmännische Vorstand der rhe Thomas Lorenz eine zusammenfassende Präsentation, in dem außerschulischen Lernzentrum „Müll Blick“ auf dem Gelände der rhe in Kirchberg hielt, konnte beim Mittagessen in angenehmer Atmosphäre diskutiert werden. Jegliche Fragen der Teilnehmer zum Ablauf, Organisation und der vorläufigen Planungsphase die durch das Witzenhausen-Institut begleitet wurde, konnten von Lorenz und Hackländer souverän beantwortet werden, wobei die Begeisterung für dieses mittlerweile etablierte Grüngutkonzept im Rhein-Hunsrück-Kreis auf die Exkursionseilnehmer übersprang. Dr. Wallmann betonte, dass man hier an einem gelungenen Beispiel sehen könne, wie regionale Wertschöpfung, Kreislaufwirtschaft und Klimaschutz Hand in Hand zu einer Win-Win-Situation für den Landkreis und seine Bürger beitrügen. „Die vielen Erfahrungen aus dem Rhein-Hunsrück-Kreis sind sehr wertvoll, wenn wir bei uns im Werra-Meißner-Kreis ein entsprechendes System planen und umsetzen wollen“, so Dr. Wallmann.

Auch im Bus auf dem Rückweg in den Werra-Meißner-Kreis wurde noch rege weiter diskutiert und sowohl die Teilnehmer als auch die Organisatoren zeigten sich rundum zufrieden mit dieser gelungenen Exkursion.

Quelle: Werra-Meißner-Kreis / Presse und Öffentlichkeitsarbeit

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