Energiewechsel

Werra-Meißner-Kreis: Naturdenkmal Fresseiche musste gekappt werden

Pressemeldung vom 11. Mai 2017, 13:17 Uhr

Die Fresseiche steht im Sandwald, am Wanderweg von Witzenhausen nach Berlepsch. Die monumentale Eiche hat einen Umfang von 4,5m, ist über 30m hoch und seit 1936 gesetzlich geschütztes Naturdenkmal.

Das Baummonument befindet sich in der Absterbephase. Kontrollen zeigten, dass der Baum nur noch eine mäßige Vitalität aufweist. Dazu kommt, dass der Wurzelbereich von unterschiedlichen holzzersetzenden Pilzen besiedelt sind, was die Standsicherheit des Baumes nicht mehr gewährleistet. Stünde der Baum im geschlossenen Wald, wäre dies kein Problem, dort könnte er naturgemäß altern und in sich zusammen fallen.

Direkt am Weg ist dies jedoch nicht möglich. Deshalb hat die Untere Naturschutzbehörde entschieden, das Naturdenkmal deutlich einzukürzen. Die Fresseiche wird nicht komplett gefällt, die unteren 5m des Stammes blieben stehen, im Sinne eines Denkmals und als Lebensstätte.

Das Baummonument stellt eine Lebensstätte für zahlreiche Tiere dar, in der oberen Krone deuteten mehrere Spechtlöcher darauf hin, dass Insekten und deren Larven in dem Holz wohnen. Außerdem schafften holzzersetzende Pilze durch den Abbauprozess Lebensraum für darauf spezialisierte Arten.

Damit die Lebensraumfunktionen nicht komplett verloren gehen, hat die Untere Naturschutzbehörde beschlossen, das Kronentotholz im Wald zu belassen und als Totholzpolder aufzurichten. Dank der guten Zusammenarbeit mit Hans-Ulrich Henschke, der als Revierleiter den Genossenschaftswald betreut, ist dies möglich. Stehendes Totholz ist einer der seltensten Lebensräume in Wäldern, dementsprechend selten sind auch die Arten, die dort vorkommen. Durch das Aufstellen der Ast- und Stammstücke wird der Zersetzungsprozess verlangsamt und gewährleistet, dass sich bereits enthaltene Larven entwickeln können. So wird das Holz der Fresseiche noch einige Jahre im Dienst der Biodiversität stehen können.

Hintergrund:

Den Schutz von Naturdenkmälern regelt das Bundesnaturschutzgesetz. Aus wissenschaftlichen, naturgeschichtlichen oder landeskundlichen Gründen oder wegen ihrer Seltenheit, Eigenart oder Schönheit kann ein landschaftliches Gebilde zum Naturdenkmal ernannt werden. Die Untere Naturschutzbehörde des Werra-Meißner-Kreises betreut im Kreisgebiet 199 Naturdenkmale, zumeist Einzelbäume oder Felsen, die in regelmäßigen Abständen kontrolliert werden.

Quelle: Werra-Meißner-Kreis / Presse und Öffentlichkeitsarbeit

Share on Facebook Share on Google+

 Hinweis