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Werra-Meißner-Kreis: Von der Willkommenskultur zur Integration

Pressemeldung vom 29. April 2015, 16:24 Uhr

17. familienpolitisches Forum des Bündnisses für Familie im Werra-Meißner-Kreis hat die Situation zugewanderter Familien ins Blickfeld genommen

Das 17. familienpolitische Forum des Bündnisses für Familie im Werra-Meißner-Kreis hat sich mit zwei Vorträgen der Lebenssituation zugewanderter Familien zugewandt. Als Referentinnen waren Dr. Ingrid Wilkens vom Hessischen Ministerium für Soziales und Integration und Katrin Rottkamp vom Zukunftsbüro der Stadt Kassel eingeladen worden. „Gerade der Anstieg der Flüchtlinge in den letzten Monaten, die auch immer mehr Familien als Flüchtlinge in unserem Kreis Schutz suchen lassen, ist Anlass für uns, sich verstärkt deren Lebenssituation und Integrationsproblemen zuzuwenden“, erläuterte Landrat Stefan Reuß zu Beginn der Sitzung das Ziel der Auseinandersetzung mit diesem Themenbereich.

Dr. Ingrid Wilkens erläuterte den Forschungsstand zur Lebenssituation von Familien mit Migrationshintergrund und stellte dabei eine Reihe von interessanten Ergebnissen vor. So haben 26,9 Prozent der in Hessen lebenden Menschen einen Migrationshintergrund. Bei den unter dreijährigen liegt der Anteil mit 47,4 Prozent bei fast der Hälfte der Bevölkerung. Diese Durchschnittszahlen verteilen sich jedoch regional sehr unterschiedlich. So liegt der Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund im ländlich strukturierten Nordhessen deutlich unter diesen Zahlen.

Aus den Zahlen wird aber andererseits deutlich, dass die Integration – gerade auch der Kinder mit Migrationshintergrund – eine zunehmend wichtige Aufgabe wird. Um hier verlässliche Grundlagen für die Sozial- und Integrationsplanung zu erhalten, hat das Land Hessen wichtige Sozialdaten aus den Bereichen Familiensituation, Erwerbstätigkeit, Einkommen, Kinderbetreuung, Schulbesuch, Sprache und Bildungserwartung zusammen getragen, die Dr. Wilkens detailliert erläuterte.

Dabei wurde deutlich, das die Lebenssituation der Familien mit Migrationshintergurnd sich zum Teil erheblich von derer ohne Migrationshintergrund unterscheidet und wo soziale Probleme liegen. Deutlich wurden hier vor allem unterschiede in der Sozial- und der Erwerbssituation. Auch gibt es eine Diskrepanz zwischen der tatsächlichen Schulischen Situation der Kinder aus Migrantenfamilien und den von den Eltern angestrebten Bildungsabschlüssen für ihre Kinder.

Aus den dargestellten Daten ergibt sich so eine ganze Reihe von Anregungen für die praktische Integrationsarbeit im Bezug auf eine Verbesserung der Chancengleichheit, gerade für die Kinder aus Familien mit Migartionshintergrund.

Dieses Thema wurde im zweiten Vortrag von Katrin Rottkamp aufgegriffen, die die verschiedenen Maßnahmen in der Stadt Kassel aufzählte. So werden in Kassel Netzwerkstrukturen gebildet, um die Migrantinnen und Migranten vor allem in den Bereichen Sprache, Bildung und soziale Integration zu fördern und so frühzeitig auch in den Arbeitsmarkt einbinden zu können. Hierbei seinen zum Teil aber auch noch Vorbehalte in der Wirtschaft zu überwinden, betonte Katrin Rottkamp.

Landrat Stefan Reuß griff die Hinweise in der anschließenden Diskussion auf und unterstrich, dass der Werra-Meißner-Kreis gerade auch das erlernen der Sprache als ganz besonders wichtigen ersten Baustein erachtet und forderte erneut „ein deutliches Engagement des Bundes in diesem Bereich.“

Quelle: Werra-Meißner-Kreis / Presse und Öffentlichkeitsarbeit

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