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Wetteraukreis: 10 Jahre UNESCO Welterbe Limes – 10 Jahre Welterbe Wetterauer Limes

Pressemeldung vom 26. Juni 2015, 12:49 Uhr

Landrat Arnold Weltkulturerbe Limes ist ein Aushängeschild für die Tourismusregion Wetterau

Wetteraukreis (pdw). Nachdem am 15. Juli 2005 der Obergermanisch-Raetische Limes in die UNESCO Welterbe-Liste eingetragen worden war, erlangten elf Kommunen im Wetteraukreis Anteil am Welterbe. Das zehnjährige Jubiläum soll für eine Rückschau von Kreisarchäologen Dr. Jörg Lindenthal auf die bisher gelaufenen Aktivitäten und Projekte im Zusammenhang mit dem Welterbe genutzt werden. Neben einer kleinen Serie von Presseartikeln wird ein Römerfest mit den bekannten Römergruppen LIMITANEI TAVNENSES und TABVLA RASA im Wetterau-Museum am 12. Juli den Höhepunkt des Jubiläumsjahres im Wetteraukreis bilden.

Passend zum zehnjährigen Jubiläum wurde dieser Tage an der Wetterau Autobahn, der A45, zwischen Wölfersheim und Florstadt eine Infotafel installiert, die auf das UNESCO Welterbe in unserer Heimat, den Wetterau Limes aus der Römerzeit, hinweist.

Landrat Joachim Arnold ist stolz auf das römische Erbe in der Wetterau. „Die Zeit der Römer stellt nach der Zeit der Kelten und noch vor dem Mittelalter eine der wichtigsten Epochen in der Besiedlung der Wetterau dar. Mit der Anerkennung des Limes als Welterbe vor zehn Jahren ist die Tourismusregion Wetterau weiter aufgewertet worden. Mein Dank gilt den vielen Partnern, die den Erhalt und die Restaurierung römischer Befestigungsanlagen möglich gemacht haben“, so der Landrat.

Als eine sehr erfolgreiche Aktion kann die Sanierung des rekonstruierten Limeswacht- und Signalturms „Am Gaulskopf“ am Taunusrand angesehen werden. In Kooperation mit vielen regionalen Partnern gelang es der Gemeinde Ober-Mörlen und der Archäologischen Denkmalpflege des Wetteraukreises, den seit Jahren geschlossenen Turm wieder für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Besonders hervorgehoben sei hier die Limespatenschaft der vierten Klassen der Wintersteinschule in Ober-Mörlen, die bis heute vorbildlich funktioniert.

Schon beim Start der Arbeiten waren die Schulkinder beteiligt. Ein Ausschnitt dieser Aktion war jüngst in einer Dokumentation der Hessischen Welterbestätten im Fernsehen zu sehen. Im Mai 2006 wurde der Turm mit einem Fest wiedereröffnet. Der Turm Am Gaulskopf gilt noch heute als einer der am besten gelungenen Rekonstruktionen römischer Wachttürme. Der größte Teil der benötigten Bausumme wurde damals von dem Deutsch-Amerikaner Dr. Gustav Oberlaender, einem Kurgast, gestiftet. Noch heute erinnert die Bauinschrift über dem Eingang an diesen Förderer der Archäologie.

Wenige Kilometer südlich wurde neben der Beschilderung eine Zuwegung über den Limes zum Kleinkastell Ockstädter Wald von der Stadt Friedberg eingerichtet. Ein weiterer Meilenstein in der Pflege und touristischen Erschließung des Welterbes in unserer Region bildete die Sanierung des Numeruskastells Kapersburg im Rosbacher Wald. Die Kapersburg ist nicht nur während des bei der Bevölkerung beliebten Festes an Himmelfahrt ein lohnendes Ausflugsziel.

Erfreulicherweise konnten dank des Welterbestatus‘ die stark sanierungsbedürftigen Mauern und der Boden des zum Überwachungssystem Limes gehörenden Signalturms auf dem Johannisberg in Bad Nauheim mit Hilfe von Bundesmitteln instandgesetzt werden. Ähnlich wie beim Gaulskopfturm lassen die massiv ausgeführten Fundamente des Bauwerkes auf eine größere Höhe als die der üblichen Wachttürme an der Limeslinie schließen. Die Funktion des oben beschrieben Turmes als Signalturm klärt das Rätsel, warum Bad Nauheim und Wölfersheim (nicht am Limes gelegen) ebenfalls Anlagen, die zum Wetteraulimes (und somit zum Welterbe) gehören, besitzen. Um z.B. Signale (Rauch oder Feuer) vom nördöstlichen Limesbogen bei Arnsburg schnell nach Westen übermitteln zu können, benötigte man Zwischenstationen, um Geländehöhen, wie z.B. im Wohnbacher Wald, zu überbrücken. Hierzu dienten die Wachttürme auf dem Bad Nauheimer Johannisberg und im Wohnbacher Wald.

Quelle: Wetteraukreis

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