Energiewechsel

Wetteraukreis: Arnold – Wetteraukreis vorne bei der Fließgewässerrenaturierung

Pressemeldung vom 31. August 2009, 14:04 Uhr

Wetteraukreis. „Die Wetterau ist seit zwei Jahrzehnten führend in Hessen bei der Renaturierung von Fließgewässern.“, zeigt sich Landrat Joachim Arnold stolz auf das bisher Geleistete. Arnold, in dessen Dezernat auch der Naturschutz und die Wasserwirtschaft fällt, nahm das aktuelle Projekt an der Nidda in Bad Vilbel zwischen dem Niddaknie und der ehemaligen Domäne Gronauer Hof zum Anlass, vor Ort die Arbeiten genau unter die Lupe zu nehmen und sich mit Experten über das Thema Renaturierung von Fließgewässern auszutauschen.

In den vergangenen Jahren wurden schon an vielen Stellen kanalartig begradigte Abschnitte der Wetterauer Flüsse renaturiert. „Unter einererfolgreichen Renaturierung verstehe ich, dass man an unnatürlich ausgebauten Fließgewässer wieder naturnahe Strukturen schafft und ihnen Platz für eigendynamische Entwicklung zurück gibt. Hierzu müssen alte kanalartige Uferbefestigungen und Eindämmungen beseitigt und durch Leitwerke und Aufweitungen dem Fluss gute Startbedingungen gegeben werden. Den Rest gestaltet der Fluss in den folgenden Jahren von selbst.“, erläutert der Wetterauer Landrat die Marschrichtung.

Derzeit findet in Bad Vilbel-Gronau an der Nidda das bisher größte Renaturierungsprojekt im Kreisgebiet statt. Bei einer gemeinsamen Besichtigung von Landrat Joachim Arnold, Bürgermeister Dr. Thomas Stöhr und dem Planer Gottfried Lehr zeigten sich alle von den schnellen Fortschritten der Bauarbeiten beeindruckt. Mehrere hundert Meter der Nidda sind bereits umgestaltet, eine große Flutrinne mit einem Flachwasserteich ist fast fertig. Spielt das Wetter mit, wird die drei Kilometer lange Renaturierung bereits im November fertig sein.

„Im Gegensatz zu üblichen Renaturierungsmaßnahmen in der Wetterau, die in der Regel von der öffentlichen Hand finanziert werden, werden die Kosten für das Projekt in Gronau von einer privaten Stiftung getragen und erhält dafür veräußerbare Ökopunkte.“ lobt Arnold den neuen Ansatz. Lehr ergänzt: „Da große Auenflächen zur Verfügung gestellt werden, können in langen Abschnitten sogar beide Niddaseiten naturnah umgestaltet werden.“ Nach Abschluss der Arbeiten werden die derzeitig ackerbaulich genutzten Auenbereiche als Grünland angelegt. Die Nidda erhält Uferstreifen, auf denen sich ausgedehnte Ufergehölze und Röhrichte entwickeln können. Arnold und Dr. Stöhr sind sich einig: Nicht nur für bedrohte Tiere und Pflanzen entstehen einmalige Lebensräume, sondern auch für die Naherholung im Ballungsraum und für den vorbeugenden Hochwasserschutz in den Siedlungsbereichen stellt die Renaturierung einen großen Gewinn für die Städte und Gemeinden dar.

„Die Nidda unterliegt insbesondere in der südlichen Wetterau einem hohen Freizeitdruck. Um der Natur auch beruhigte Refugien zu bieten, wird der Niddaradweg nördlich des Gronauer Hofes auf den neuen Hochwasserdamm abseits der Nidda verlegt.“, erläutert Dr. Stöhr. „Dennoch müsse man den Menschen auch in solchen Bereichen einbinden in dem Zugangs- und Beobachtungsmöglichkeiten angelegt werden. Nur so schaffen wir Akzeptanz für Natur schützende Ruhezonen.“ so Arnold. Daher hat Planer Lehr an zwei Stellen Aussichtspunkte mit Informationstafeln und einen Zugang zur Nidda als Gewässererlebnisplatz vorgesehen.

In Gronau soll die Renaturierung der Wetterauer Flüsse nicht enden. Nach neuesten Information wird das Land Hessen ab diesem Jahren erhebliche Fördermittel für die Renaturierung von Fließgewässern zur Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie zur Verfügung stellen. Die Fachstellen beim Wetteraukreis entwickeln zusammen mit der Oberen Wasserbehörde beim Regierungspräsidium Darmstadt derzeit Strategien für die Umsetzung weiterer Renaturierungsprojekte an den stark verbauten Flüssen in der Wetterau. „Selbstverständlich werden wir auch über die Bürgermeister die Städte und Gemeinden gut und rechtzeitig informieren und eng einbinden. Wie die vergangen zwei Jahrzehnte gezeigt haben, ist dies ein wesentlicher Erfolgsfaktor, denn als Entscheider und Experten vor Ort sind diese für eine erfolgreiche Zusammenarbeit immens wichtig.“, so Landrat und Naturschutzdezernent Arnold abschließend.

Quelle: Stadt Wetteraukreis – Pressestelle

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