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Wetteraukreis: Baum des Jahres – Die Elsbeere, eine edle Unbekannte

Pressemeldung vom 9. Juni 2011, 12:58 Uhr

Wetteraukreis (pdw). 2011 steht eine Baumart im Rampenlicht, die die meisten bisher gar nicht kannten: Die Elsbeere (Sorbus torminalis L.). Der Baum ist selten, hat eines der edelsten Hölzer, im Herbst eine traumhafte Färbung und Früchte, aus denen sich kulinarische Köstlichkeiten zaubern lassen. Bis 24. Juni widmet sich eine Ausstellung im Dienstleistungszentrum der edeln Unbekannten.

Die Elsbeere ist selten, obwohl sie fast überall in Deutschland wachsen könnte. In Hessen stehen derzeit etwa 34.000 Elsbeeren die bis zu 200 Jahre alt sind. Im Wetteraukreis gibt es nur wenige hundert Bäume. Sie hat sie eines der edelsten Hölzer, eine attraktive und relativ späte Blüte, eine traumhafte Herbstfärbung und Früchte, mit denen man hochwertige Delikatessen herstellen kann – wenn man davon weiß. Viel Interessantes und Neues von der „schönen Else“ ist daher in der Ausstellung des Naturschutzfonds Wetterau e. V. in Zusammenarbeit mit der Unteren Naturschutzbehörde im Dienstleistungszentrum des Wetteraukreises am Europaplatz in Friedberg bis zum 24. Juni zu sehen.

Elsbeere – was ist das? So lautet meist die Frage, wenn man den Namen irgendwo erwähnt. Die Elsbeere gehört heute zu den seltensten Baumarten in Deutschland. In Wäldern ist sie mit deutlich unter einem Prozent an der Waldfläche vertreten, es gibt nur verinselte Vorkommen oder Einzelbäume. Zwei Elsbeeren im Wetteraukreis sind als Naturdenkmal ausgewiesen: Eine in Ockstadt und eine im Wald bei Hainchen. Und das älteste bekannte Exemplar im Wetterauer Taunus steht am Jugendgästehaus Hubertus!

Die Elsbeere gehört zur Familie der Rosengewächse. Zur gleichen Gattung gehören die heimische Wildarten Speierling (Sorbus domestica), Eberesche (Sorbus aucuparia) und Mehlbeere (Sorbus aria).
Heute ist die Elsbeere eine mittel- und südeuropäische Baumart mit Vorkommen bis nach Nordafrika und Kleinasien. In ihrem Areal ist sie auffallend ähnlich verbreitet wie der Speierling. In Deutschland ist sie nahezu bundesweit zu finden, wenn auch nur sehr selten, und hat hier ihren Verbreitungsschwerpunkt im mittleren und südlichen Teil. Die Elsbeere ist eine Wärme liebende und hitzeverträgliche Baumart, die in unseren Breiten bevorzugt auf recht steilen, südexponierten Hängen in sonniger Lage wächst. Sie meidet schattige und vor allem kühle Lagen, in denen sie nicht besonders häufig blüht. Die Sommerwärme begrenzt ihre Höhenverbreitung bis maximal 700 Meter.

Nutzung der Früchte

Die vollreifen Vitamin C- reichen Früchte entwickeln erst nach den ersten Frösten ihr typisch säuerlich-süßes Aroma. Der Erntezeitpunkt muss sehr genau gewählt werden, da sie in reifem Zustand gern von Vögeln, vor allem Sing- und Wacholderdrosseln, gefressen werden und so die gesamte Ernte gefährdet ist, wenn man zu lange wartet. Die Ernte ist etwas mühsam: man muss mit einer Leiter in die Krone steigen, um die Früchte zu pflücken oder abzuschlagen, das Schütteln der Bäume hilft nicht.

Man kann aus ihnen unter anderem Marmelade herstellen und sie als Zutat für Schokolade, Konfekt, Müsliriegel und Pasteten verwenden. Eine weitere Nutzung der Früchte ist die Branntweindestillation zum „König aller Obstbrände“: Die aufwändige Herstellung von Edelbränden findet in den letzten Jahren in mehreren mitteleuropäischen Ländern zunehmende Resonanz. Es werden Preise bis zu 450 Euro für einen Liter Elsbeerbrand erziel.! Alle diese Produkte sind in der Ausstellung zu sehen.

„schönstes Holz der Welt“

Das Holz ist gelblich bis rötlichweiß, bräunlich nachdunkelnd. Insgesamt ähnelt es in Färbung und Beschaffenheit sehr dem Birnbaumholz, was auch zu seinem Handelsnamen „Schweizer Birnbaum“ geführt hat. Splint- und Kernholz der Elsbeere sind oft nicht farblich abgesetzt, es kann sich jedoch auch ein brauner Kern ausbilden. Heute gehört das Holz ausgewählter Stämme zum höchstbezahlten mit Spitzenpreisen von bis zu 15.000 Euro für den Kubikmeter furnierfähigen Wertholzes. Die besten Stämme werden zu Furnieren verarbeitet, die dann im exklusiven Innenausbau Verwendung finden. Auch Beispiele der Verwendung des Elsbeerenholzes, die von Bhavana Kaiser vom Forstamt Weilrod zur Verfügung gestellt wurden, sind in den Vitrinen im Dienstleistungszentrum zu bestaunen.

Die Ausstellung des Naturschutzfonds Wetterau e. V. zusammen mit der Unteren Naturschutzbehörde unter dem Titel „Die Elsbeere – Baum des Jahres 2011“ ist bis zum 24. Juni während der allgemeinen Öffnungszeiten im Dienstleistungszentrum des Wetteraukreises in Friedberg zu besichtigen: montags bis mittwochs von 7.30 Uhr bis 17 Uhr, donnerstags von 7.30 Uhr bis 19 Uhr und freitags von 7.30 Uhr bis 14 Uhr.

Quelle: Wetteraukreis / Kommunikation und Gremienservice

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