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Wetteraukreis: Der WetterAusflug – Seltenes Gestein und Deutschlands niedrigstes Gipfelkreuz

Pressemeldung vom 6. August 2009, 14:49 Uhr

Wetteraukreis. Unser Ausflug beginnt und endet in Niddas Stadtteil Michelnau und führt durch Wälder und die offene Feldflur.
Weglänge: 12 Kilometer
Reine Gehzeit: Knapp drei Stunden, 350 Höhenmeter, inklusive Abstecher zum Friedrichsberg
Anfahrt: Über Nidda nach Michelnau. Wir parken unser Fahrzeug am Friedhof, am Ortseingang links.

Unsere heutige Wanderung verlangt uns etwas mehr ab: 12 Kilometer geht es durch Wald und Feld, Menschen begegnen wir hier nur selten. Die Ruhe, die wir hier finden, lässt Urlaubsgefühle aufkommen.

Wir starten am Friedhof und wenden uns nach links vorbei an den Schuppen und sehen rechts eine Treppe aus rotem Basaltlavatuffgestein. Dieser Stein diente vielen Häusern als Baumaterial, Künstler haben sich die besonderen Eigenschaften dieses vulkanischen Gesteins zu Eigen gemacht. Zu Zeiten der DDR stand an den Autobahnen kurz vor der Grenze zum anderen deutschen Staat ein aus diesem roten Gestein geschlagenes Werk mit der Kilometerangabe zum geteilten Berlin.

Wir steigen die Treppe hoch und wenden uns nach links (keine Angst der atemberaubende Blick in den Steinbruch wird nicht versäumt, den heben wir uns als Höhepunkt der Wanderung ganz bis zum Schluss auf). Wir laufen ein kleines Stückchen und gehen an der Kreuzung scharf rechts und dann am Rande eines mächtigen Mischwaldes entlang. Heute wird das im Vogelsberg bekannte Symbol des Vulkans unser Begleiter sein. Den größten Teil des Weges ist das Symbol in hellem Grün gehalten (siehe Abbildung). Ein Teil des Weges auch in dunkelgrün-roter Farbgebung.

Wir haben jetzt noch einmal einen schönen Blick auf die Stadt Nidda, dann wenden wir uns scharf nach rechts durch ein kleines Heidestück, das durch Schafe kurz gehalten werden soll. Überhaupt haben die bewollten Vierbeiner hier eine wichtige Aufgabe zum Erhalt der besonderen Landschaft. Die Magerrasenflächen sind überaus artenreich und erfreuen den Wanderer mit einer Vielzahl von Blumen und Insekten.

Wir gehen jetzt eine Weile am Waldrand entlang, dann wieder durch einen Wald, an dessen Ende wir nach links auf eine Baumgruppe zuhalten. Zunächst links und dann gleich wieder rechts gehen wir auf ein kleines Bächlein zu, wo jüngere Mitwanderer Steine und Wasser hervorragend zum Spielen nutzen können. Die Kleinen nehmen hier eine Abkürzung, während die Großen ein Stück weitergehen und nach gut 200 Metern in einer Spitzkehre an einem alten Birnbaum zurückgehen.

Unsere jungen Mitwanderer nehmen wir jetzt wieder mit und wandern links bergan. Rechts in der Senke lag einst vor Jahrhunderten das Dorf Reichelshausen, das zur Wüstung geworden ist, nachdem alle Bewohner es verlassen hatten. Heute ist von diesem Dörfchen nichts mehr zu sehen. Wir kommen jetzt zum Reichelshauser Berg, direkt an einer Magerrasenfläche. Wir erfreuen uns noch einmal an Hornklee und Wiesenthymian, Karthäuser-Nelke, Labkraut und Hasen-Klee

Wir folgen unserem Hinweisschild in ein weiteres Wiesental, vorbei an einer schön gewachsenen Hainbuche, die links auf der Wiese zum Fotografieren einlädt. Rechts lassen wir einen Viehunterstand liegen und gehen weiter bis zum Ende der Weide und dann geradeaus weiter bergan, direkt auf den Wald zu.

Durch „Pingen“ schlängeln

Den geschotterten Weg gehen wir zunächst einmal links und nach wenigen Metern an einem Rastplatz rechts. Wir sind am „Schmitter Blick“, einem schönen Aussichtspunkt, von dem aus sich der Dünsberg (40 Kilometer), der große Feldberg (49 Kilometer) und der Winterstein (30 Kilometer) erspähen lassen. Eine ganz besondere Perspektive von hier aus bietet die Münzenburg, die von Hügelketten umrahmt im Tal zu liegen scheint.

Ab hier folgen wir der Hauptroute der „Naturtour“, deren Start und Ziel Eichelsdorf ist. Das Logo bleibt, die Farben wechseln zu rot-grün. Wir kommen zu den Bärensteinen (rechts gehen), Relikte der letzten Eiszeit. Hier bekommt der Weg etwas Anheimelndes. Ein Waldpfad durch hohe, lichte Buchen, die eine majestätische Ruhe ausstrahlen. Wir schlängeln uns durch eine Reihe von „Pingen“, das sind kleine Steinbrüche, in denen Plattenbasalt abgebaut wurde. Die Nutzung liegt wohl schon 100 Jahre oder mehr zurück.

Am Ende des Pfades treffen wir auf einen Wirtschaftsweg, wo wir uns rechts halten und einige Hütten der Forstverwaltung passieren. An einem großen Platz, der den Namen des früheren Revierleiters Werner Nestl trägt, verlassen wir wieder den Hauptwanderweg und folgen dem grünen Vulkan und dem Hinweis „Röderweg“.

Nach einer Weile weist uns ein imposantes rot-weiß lackiertes Wanderschild den Weg zum Friedrichsberg, der höchsten Erhebung der Gemarkung Michelnau. Der ist mit allem ausgestattet, was ein stattlicher Berg von 311 Metern und 40 Zentimetern Höhe braucht: Nämlich einem Gipfelkreuz, einem Rastplatz und Platz für ein Gipfelbuch, das leider unlängst gestohlen wurde. Wir hoffen, dass bald Ersatz geschaffen wird. Denn was kann schöner sein, als sich an solchen Stellen mit einem mehr oder weniger schlauen Spruch zu verewigen.

Wir gehen jetzt eine ganze Weile einen breiten Schotterweg leicht bergab in Richtung Michelnau. Wenn wir die Dächer des Dorfes erahnen, biegen wir nach rechts auf einen Erdweg am Waldrand. Vor einer Bank gehen wir links in Richtung Michelnau und an dem Wanderschild wiederum rechts. Dieser Weg führt uns direkt an einen herrlichen Aussichtsplatz des Basaltlavatuffsteinbruchs Michelnau vorbei. Der Steinbruch wurde Anfang der neunziger Jahre aufgegeben.

Vor uns sehen wir einen mächtigen Holzkran, mit dem die Basaltlavaquader verladen wurden. Der Abbau geschah hier nicht durch Sprengungen, sondern durch große Kreissägen. Ihre Einschnitte sind heute noch gut zu erkennen. An manchen Stellen wirkt der Steinbruch, als wäre er erst gestern aufgegeben worden. Der Michelnauer Basaltlavatuff ist weltweit einzigartig. Seine rote Farbe hat er durch den bereits oxidierten Eisengehalt erhalten. Er entstand aus einer Mischung aus Asche und Lavafetzen, die durch die Luft geflogen sind.

Wir folgen unseren Wanderweg weiter und kommen bald zurück an unseren Ausgangspunkt. Zum Abschluss unserer Wanderung haben wir eine Stärkung verdient. Entweder nutzen wir die Gastronomie in Michelnau oder statten dem Residenzstädtchen Nidda noch einen Besuch ab. Ein Rundgang durch die Altstadt ist auf jeden Fall sehenswert.

Quelle: Stadt Wetteraukreis – Pressestelle

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