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Wetteraukreis: Die Schweiz in einem Butzbacher Stadtteil

Pressemeldung vom 21. Juni 2011, 10:00 Uhr

Wetteraukreis (pdw). Wenn eine Landschaft besonders lieblich ist, wenn sie Berge und Täler aufzuweisen hat, dann gibt man ihr gerne einen besonderen Namen. Die Schweiz wird für solche Landschaften gerne zitiert, die Holsteinische Schweiz, die Sächsische Schweiz, die Fränkische Schweiz sind Beispiele dafür. Aber auch in der Wetterau gibt es eine solche Schweiz, nämlich im Butzbacher Stadtteil Maibach und hier genau sind es mehrere Felsrippen, die sich an das Michelbachtal schmiegen, denen man diesen Namen gegeben hat. Ein Name übrigens, den auch ein bekanntes und beliebtes Ausflugslokal trägt.

Wenn wir in der Sommerzeit wandern, dann haben wir noch eine zusätzliche Attraktion, nämlich eines der am schönsten gelegenen Schwimmbäder in der Region. Im kleinen, gemütlichen, aber ungeheizten Schwimmbad haben schon Generationen schwimmen gelernt und erfrischen sich im Sommer. Wenn der Sommer zur Neige geht, startet hier sogar ein Triathlon.

Anfahrt:

Mit dem Auto über Butzbach, Hoch-Weisel, Münster, Landesstraße 3353, am Jugendgästehaus Hubertus links nach Maibach. Vorsicht beim Parken! Direkt gegenüber vom Schwimmbad ist die Feuerwehr. Die Parkplätze werden gebraucht, wenn Einsätze der Freiwilligen Feuerwehr anstehen. (Suchen Sie sich ein Plätzchen in einer der Seitenstraßen.)

ÖPNV-Busverbindungen:

samstags vom Butzbacher Bahnhof nach Maibach. 08:22 bis 10:22 Uhr und 12:22, dann 13:35, 15;35 und 17:35 (letzter Bus nach Maibach). Fahrtdauer: 30 Minuten

Rückfahrt:

7:50 Uhr, 9:50, 11:50, 15:03 und 17:03 (letztert Bus nach Butzbach Bahnhof. Am Sonntag kein Busverkehr, wochentags ist das Angebot besser (Infos unter www.vgo.de)

Weglänge: Zehn Kilometer, 200 Höhenmeter

Gehzeit: Knapp 2 ½ Stunden zzgl. ausführliche Rastzeiten

Unsere Wanderung beginnen wir in der Schulstrasse, direkt am Schwimmbad, wo wir nach Osten Richtung Münster laufen. Wir sehen rechts die Kirche von Maibach, die in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts gebaut wurde und in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts gründlich renoviert wurde.

Wir folgen der Straße weiter und gehen ein kleines Stück entlang der wenig befahrenen Kreisstraße. Knapp 200 Meter nach dem Ortsende verlassen wir die nach links knickende Straße und gehen geradeaus auf einem Feldweg weiter (1). Nach einem knappen Kilometer kommen wir in den dichten Wald. Wir queren bald das schmale Tal des Forbachs (2), der unweit von hier entspringt. Dann gehen wir noch ein kleines Stück durch den Wald, der rechts etwas früher als auf der linken Seite endet. Rechts und links die Felder im Blick laufen wir bis auf der linken Seite erneut der Wald beginnt. Hier wenden wir uns nach links (Markierung schwarzer Punkt des Taunusklubs) und wandern einen knappen Kilometer geradeaus bis wir direkt auf die Kreisstraße 15 stoßen, der wir abermals nach links folgen und nach wenigen Metern zum Jugendgästehaus des Wetteraukreises, Hubertus, gelangen.

Dieses in den frühen 50er Jahren gebaute Jugendgästehaus wurde in den 90er Jahren aufwändig renoviert und erweitert und ist heute ein beliebtes Ziel von Schulklassen und Jugendgruppen, die hier Seminare und Freizeiten verbringen. Das Jugendgästehaus Hubertus lassen wir rechts liegen und verlassen wenige Meter danach die Straße nach rechts hoch in den Wald.

An der Gabelung (3), nach einem knappen Kilometer, halten wir uns links und überqueren nach wenigen 100 Metern die Kreisstraße. Nur gut 100 Meter laufen wir auf dem Teerweg und nehmen den ersten Abzweig nach rechts. Nach weiteren 100 Metern gehen wir links (4) und sind umgeben von mächtigen Fichten. Gleich rechts entspringt eine kleine Quelle, die später in den Michelbach fließt.

Wir überqueren einen breiten (mit einem T gekennzeichneten) Wirtschaftsweg, um nach 50 Metern an der Abzweigung auf einem schmalen Pfad nach links zu gehen (5). Der Weg ist wenig begangen und es kann auch schon mal passieren, dass man einen umgefallenen Baum überklettern muss. Wir folgen jetzt der Quelle und sehen rechts das schöne Wiesental, das immer rechts von uns bleibt, während links die hohen Nadelbäume des Taunus im Sommer eine angenehme Kühle versprechen.

Unser Wiesenweg endet und wir überqueren den fein geschotterten Weg (6). Jetzt kommen wir auf einen Waldweg der mit seinem Bewuchs wie ein Tunnel wirkt. Mittlerweile hat unsere Quelle Zuwachs bekommen und sich zu einem schönen Bächlein entwickelt. Dort, wo sich das Bachtal verengt, sollten wir den Blick nach links oben wenden. Mehrere Felsformationen sind jetzt zu sehen. Sie sind es, die den Namen Maibacher Schweiz tragen. Was die Besteigung angeht, so dürfte der Schwierigkeitsgrad dem der Eiger-Nordwand entsprechen – weniger weil sie so steil sind, sondern wegen des Moosbewuchses.

Wir gehen weiter am Waldrand und haben rechts das Bachtal wieder im Blick, das sich hier als eines der schönsten im ganzen Taunus darstellt. Wer jetzt Picknicksachen dabei hat, der sollte die Decke am Rande des Michelbachs ausbreiten und einfach nur die schöne Natur genießen.

Wenn wir weitergehen, werden wir bald linker Hand die ersten Häuser von Maibach sehen. Wir stoßen auf einen Wirtschaftsweg, den wir nach links bergauf in das Dörfchen erwandern (7). Vorbei am Friedhof und einer ganzen Reihe von Wochenendhäusern kommen wir schließlich zurück zu unserem Ausgangspunkt.

Maibach hat gut 400 Einwohner. Über die Geschichte des Dorfes, das vermutlich im 11. oder 12. Jahrhundert entstanden ist, ist nur wenig bekannt. Die Gegend gehörte im 13. Jahrhundert zur Herrschaft der Münzenberger, später wechselten die Landesherren. Falkensteiner, Eppsteiner und die Butzbacher Landgrafen waren hier die Herren.

Im 19. Jahrhundert war dieser Teil des Taunus ein einziges Armenhaus. Die Menschen litten unter großer Not, Ackerland war knapp, so verdingten sich die Menschen als Erntehelfer in der Wetterau. In den Wintermonaten wurden in Heimarbeit Besen, Weidenkörbe und anderer Hausrat gefertigt. Im Frühjahr, wenn die Äcker bestellt waren, zogen die Männer los, um die Erzeugnisse zu verkaufen. Auch heute noch sind die allermeisten Berufstätigen Pendler.

Quelle: Wetteraukreis / Fachdienst Kundenservice und Kommunikation

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