Energiewechsel

Wetteraukreis: Die Sucht nach einem guten Foto

Pressemeldung vom 8. Oktober 2012, 13:59 Uhr

Galerie im Kreishaus eröffnet mit Fotografien von Carl Pinsel

Wetteraukreis (pdw). „Wetterau 365“ nennt der Altenstädter Carl Pinsel seine Ausstellung, mit der die Galerie im Kreishaus gestern eröffnete. Der Künstler gibt in seinen Fotografien der Wetterauer Landschaft einen Zauber und dem Betrachter einen neuen Blick auf Altbekanntes und Vertrautes. „Wer aus dieser Ausstellung kommt, geht mit einem guten Gefühl in die raue Wirklichkeit zurück“, beschreibt Landrat Arnold die Stimmung von „Wetterau 365“.

Landrat Joachim Arnold erzählte bei der gestrigen Eröffnung von seiner ersten Begegnung mit den großformatigen Fotografien Carl Pinsels. Deren Klarheit, Farbenspiel und Komposition hatten Arnold begeistert und er regte an, Pinsels Fotografien in der Galerie im Kreishaus auszustellen. Unter dem Titel „Wetterau 365“ wurde die Ausstellung gestern vor rund 40 Gästen eröffnet. Musikalisch aufs Beste umrahmt vom Gitarren-Duo Leander Gronau und Simon Gruber und von Zoey Straka, Violine, die von Gyöngyi Weber am E-Piano begleitet wurde.

„Das ist alles Wetterau“, kommentierte Arnold die auf Leinwand gezogenen Fotografien, die aus bis zu 40 Einzelaufnahmen bestehen. Die Wetterau, die man glaubt zu kennen und doch so noch nicht gesehen hat. Vertrocknete Gräser am Weiher, die der Rauhreif in leuchtendes Türkis taucht, alte Eichen von Luisenlust bei Hirzenhain in beinahe unheimlichem Schwarz-Weiß. Sanft geschwungene grüne Felder erinnern an die Toskana zwischen Siena und San Gimignano.

Carl Pinsel geht mit wachem Auge durch die Landschaft, die er, als gelernter Landwirtschaftsmeister, zu allen Jahreszeiten bestens kennt. Die Aufnahmen, die Pinsel in der Ausstellung zeigt, sind zum großen Teil Panoramen von 180 Grad. Aufgenommen mit einer Digitalkamera auf Stativ und einem Panoramaaufsatz, der die Kamera nach jeder Aufnahme weiterdreht.

„Landschaftsaufnahmen sind immer auch eine Gratwanderung“, sagte Elke Hieronimus in ihrer Laudatio. Romantisch könnte man Carl Pinsels Bildauffassung nennen, jedoch romantisch im Sinne der künstlerischen Epoche: „Er vermittelt uns sein subjektives intensives Erleben vor der Natur, ein Staunen vor ihrer Fülle von harmonischen Formen und Farben.“ Hinzu komme ein ausgeprägtes Gespür für präzise Kompositionen, ein Gefühl für die Dramatik des Augenblicks und ein sehr genaues, selektives Sehen, wie es bei den Nebelstimmungen, den Wolkenlandschaften, den geborstenen Bäumen und den Waldböden spektakulär deutlich wird. Seine Fotografien verklärten die Heimat nicht, denn auch Windräder, Strommasten oder Silageballen gehören dazu und werden nicht retuschiert.

Pinsel attestiert sich selbst schon eine gewisse Sucht nach dem guten Bild, denn auch 20 Grad minus hindern ihn nicht daran, morgens auf die Felder zu gehen. Geduld gehört dazu, meint Pinsel, denn: „Auf manche Bilder muss man lange warten und andere schenkt einem der liebe Gott einfach mal so.“

Die Ausstellung „Wetterau 365“ ist noch bis zum 21. Dezember zu sehen. Die Galerie im Kreishaus ist montags bis mittwochs, von 7.30 bis 17 Uhr, donnerstags bis 18 Uhr und freitags bis 14 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Quelle: Wetteraukreis / Fachdienst Kundenservice und Kommunikation

Share on Facebook Share on Google+

 Hinweis