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Wetteraukreis: „Die Wearrera soll leawe!“ – Wetteraukreis gibt Mundartbuch heraus

Pressemeldung vom 10. Juni 2015, 15:34 Uhr

Wetteraukreis (pdw). „Am kommenden Freitag (12. Juni) findet in Butzbach-Ostheim der fünfte Wetterauer Mundartwettbewerb statt. Rechtzeitig zum Termin wollen wir ein Mundartbuch herausgeben, bei dem nicht nur die Beiträge der vergangenen vier Wettbewerbe, sondern auch die des Wettbewerbs am kommenden Freitag enthalten sind.“

Landrat Joachim Arnold sagte bei der Pressekonferenz, dass man mit dem Mundartbuch nicht nur einen Überblick über diesen erfolgreichen Wettbewerb geben, sondern auch die Vielfalt der Wetterauer Mundart in einem Buch zusammenstellen wolle.

Auf dem Titelbild ist das Dörfchen Stornfels zu sehen. Die Gegend heißt im Volksmund „Wetterauer Toskana“, wegen der anmutig geschwungenen Linien, die die Landschaft hier auszeichnen und ihr ein südländisches Gepräge geben. „Mundart wird eher im Dorf als in der Stadt gesprochen, das hängt wohl auch damit zusammen, dass die Fluktuation in den Dörfern geringer ist als in den urbanen Zentren. Dabei ist Mundart keineswegs Ausweis von Provinzialismus oder gar fehlender Bildung. Vielmehr drückt man in der Sprache auch seine Heimatverbundenheit aus“, ist sich Landrat Joachim Arnold sicher.

Für den Landrat, der zu Hause selbst Dialekt spricht, ist Mundart Ausdruck einer kulturellen Vielfalt, die es zu erhalten und zu fördern gilt. Unterstützt wird der Wetteraukreis dabei vom Verein zur Erhaltung der mittelhessischen Mundart und Kultur, kurz: VEMuK. „Es erfüllt mich mit Freude, dass es trotz aller Sprachenvielfalt der Gegenwart noch Menschen gibt, die ihre Muttersprache in Ehren halten und sich trotz oder vielleicht sogar wegen der alles erdrückenden elektronischen Datenverarbeitung für ihre Mundart Zeit nehmen“, sagte Marlit Hoffmann, Vorsitzende der VEMuK.

Eine wichtige Impulsgeberin für den Wetterauer Mundartwettbewerb ist Erika Werner, die im Jahr 2001 in Florstadt eine Mundart-Arbeitsgruppe ins Leben gerufen hat. „Das Buch“, so Erika Werner, „wird die Schönheit und die Besonderheiten unserer Mundart auch für die Zukunft erhalten.“

Versammelt sind in dem rund 220 Seiten umfassenden Werk alle Beiträge, die sich bisher dem Publikum gestellt haben. Eine Jury hatte zuvor aus den eingereichten Beiträgen eine Auswahl von zehn Texten getroffen und somit stets ein hohes Niveau garantiert.

Die Geschichten erzählen von früher, vom dörflichen Leben, von Taugenichtsen und Tagträumern, von der Schönheit der Heimat, aber auch von alltäglichen Dingen, wie dem Besuch eines Möbelhauses, einer Autowäsche oder einem Küchentisch. Die Themen reichen von Kindheitsträumen bis zum Kinderkriegen, vom Besuch beim Arzt und von den Wölfen im Wald. Den Mundarttexten steht die hochdeutsche Version gegenüber, sodass beim Verständnis des Werkes keine Schwierigkeiten entstehen. Die Beiträge wurden liebevoll von Constanze Engel illustriert.

Das Buch erscheint im Cocon-Verlag und ist ab kommenden Samstag im Buchhandel, im Dienstleistungszentrum des Wetteraukreises und natürlich beim fünften Wetterauer Mundartwettbewerb in Butzbach-Ostheim zum Preis von 14,80 Euro erhältlich.

Quelle: Wetteraukreis

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