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Wetteraukreis: Direktvermarktung in der Wetterau – Supermarkt bietet Produkte aus der Region- Landrat Arnold – Kauf regionaler Produkte stärkt die Wetterau

Pressemeldung vom 29. September 2009, 14:01 Uhr

Wetteraukreis. „Ob früher alles besser war, das mögen andere entscheiden. Vieles war aber einfacher. Der Landwirt hat gesät und geerntet und später seine Erzeugnisse verkauft. Da gab es Erdbeeren in Juni, Kirschen im Juli, Äpfel im Herbst, wenn sie gelagert wurden etwas länger, und im Winter holte man sich seinen Vitaminschub durch verschiede Kohlsorten,“ so Landrat Joachim Arnold.

Heute ist die Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte wesentlich schwieriger. Da kann es schon einmal vorkommen, dass der Joghurt aus dem Supermarkt eine multinationale Vergangenheit hat. Da kommt die Milch aus Dänemark, das Obst aus Polen, der Plastikbecher aus Italien und der Aludeckel aus Frankreich. In Deutschland wird Joghurt daraus, der nicht nur in unseren Supermärkten, sondern auch in Griechenland und Großbritannien verkauft wird.

Am liebsten soll frisches Obst und Gemüse das ganze Jahr über auf den Tisch kommen. Die Ansprüche der Kunden an Lebensmittel sind hoch und in ganz unterschiedlich ausgeprägt. Die einen wollen alles zu jeder Zeit essen können, die anderen bevorzugen regionale Produkte. Das ist eine Domäne der Direktvermarkter. Arnold: „Wir müssen den Verbrauchern noch stärker ins Bewusstsein bringen, dass in der Wetterau hervorragende Lebensmittel erzeugt werden und dass jeder Kauf von regionalen Produkten nicht nur die Landwirtschaft vor Ort stärkt, sondern eine Stärkung der Wetterau insgesamt darstellt.“
Hessenweit haben sich rund 350 Direktvermarkter in der Vereinigung Hessischer Direktvermarkter (VHD) zusammengeschlossen. Eine der größten Regionalgruppen ist die aus der Wetterau, ihr gehören 60 Direktvermarkter an. Das verbindende Element für alle ist die direkte Ansprache der Kundinnen und Kunden über Hofläden und Bauernmärkte.

Direktvermarkter trifft Supermarkt
„Seit 2005 erschließen auch Wetterauer Direktvermarkter neue Vermarktungswege. Unter dem Motto „Direktvermarkter trifft Supermarkt“ gehen sie mit ihren Produkten in den Lebensmitteleinzelhandel. Damit rücken sie ein Stück näher an die Verbraucherinnen und Verbraucher heran und ersparen ihnen manchen Weg, um ihren Einkaufskorb mit Direktvermarktungsprodukten zu füllen“, zeigt sich Arnold überzeugt von der neuen Art der Direktvermarktung.

Unter der Dachmarke „LANDMARKT“ bieten diese Betriebe in ausgesuchten REWE-Filialen vergleichbar einem gut bestückten Hofladen oder Marktstand, alles an, was die Direktvermarktung hervorbringt. Von der traditionellen „Ahle Worscht“ bis zum Ziegen-Käse, oder vom Bio-Ei aus Freilandhaltung bis zum echten Imkerhonig.

Damit dies alles mit rechten Dingen zugeht, hat der Dachverband schon 2004 eine Definition „Landwirtschaftliche Direktvermarktung“ erarbeitet, die den Kunden die Herkunft der Lebensmittel aus dem Direktvermarktungsbetrieb garantiert.
Im Vordergrund der Definition stehen der landwirtschaftliche Betrieb und die landwirtschaftliche Familie. Die LANDMARKT-Produkte müssen auf dem Hof erzeugt und verarbeitet sein. Ein Warenzukauf darf nur von anderen LANDMARKT-Betrieben erfolgen. Werden die Produkte, wie die herzhaften Bauernbratwürste nicht selbst auf dem Betrieb, sondern durch einen Metzger hergestellt, so müssen die Würste nachweislich von den Schweinen des angeschlossenen Betriebes stammen und nach den Rezeptvorgaben des Betriebs hergestellt werden.

Nur Produkte, die diese Vorgaben erfüllen, dürfen das LANDMARKT-Siegel tragen. Als besondere Leistung für anspruchsvolle und verantwortliche Verbraucherinnen und Verbraucher müssen diese Betriebe dann auch noch auf den Einsatz von gentechnisch verändertem Futter und gentechnisch verändertem Saatgut verzichten. „Das sind strenge Bedingungen, die zur Sicherheit für die Kunden durch eine zugelassene, neutrale und unabhängige Kontrollstelle permanent überprüft werden“, betont Kreisbeigeordneter Bardo Bayer als zuständiger Dezernent.

In den Vermarktungsformen ist der Ab-Hof-Verkauf der bedeutendste Absatzweg. Fast alle Direktvermarkter betreiben einen Verkauf ab Hof oder ab Hofladen, und es sind durchschnittlich 40 Prozent der Umsätze, die hier laufen. Strategisch bevorzugt sind dabei die in Stadtnähe liegenden Betriebe. Der Verkauf auf Bauern- oder Wochenmärkten wird von jedem dritten Direktvermarkter betrieben, die meisten Direktvermarkter sind auf mehreren Märkten in der Region anzutreffen.

Ein lebendiges Marktgeschehen und viele Gespräche rund um die Produkte lassen eine familiäre Atmosphäre und enge Kundenkontakte wachsen. Eine ebenso interessante, wie noch auszureizende Nische ist die Vermarktung an Gastronomen und andere Direktvermarkter. Und schließlich nimmt die Vermarktungsform einen immer größeren Raum ein. Die Vermarktung an einen Supermarkt. Große Vorteile gibt es da durch eine attraktive Standfläche, Werbung und einen strategisch in aller Regel günstig ausgewählten Standort. Verbraucher, die ein Komplettangebot nutzen, können dabei mühelos bäuerliche Produkte erwerben, kennen lernen und verkosten.

„Wir wollen in einer Serie unter dem Titel „Landwirtschaft in der Wetterau“ einige Betriebe vorstellen, die sich dem neuen Vermarktungsweg über eine Supermarktkette unter dem gemeinsamen Logo angeschlossen haben,“ unterstreicht Landrat Arnold das auf Nachhaltigkeit angelegte Marketingkonzept für landwirtschaftliche Produkte aus der Wetterau.
Wir stellen die Familie Görlach in Lich/Eberstadt mit ihrem „Bauernhofeis“ vor und lernen das Hexenhäusi der Kleins in Rosbach-Rodheim kennen. Die Ockstädter Schnapsidee, von Margit und Reiner Weidmann wird vorgestellt und Sebastian und Ria Mager in Karben haben im Hofladen alles, was man sich nur denken und essen kann in Biolandqualität mit Landmarkt-Emblem und vermarkten auch in Supermarktfilialen.

Ab dem 01. Oktober 2009 git es im neu errichteten Rewe-Markt in Rosbach einige der hier erwähnten LANDMARKT-Produkte. Eine erste Verkostung gibt es ab diesem Tag im Eingangsbereich des Marktes in Rosbach und zwar von den Erzeugern selbst dargeboten.
Weitere „LANDMARKT-Rewemärkte“ sind in Florstadt, Ranstadt, Altenstadt, Echzell, Butzbach, Nidda und seit dem 08. September in Assenheim.

Quelle: Stadt Wetteraukreis – Pressestelle

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