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Wetteraukreis: Eine Studie des Lachens bei der ersten Galerie im Friedberger Kreishaus in diesem Jahr

Pressemeldung vom 26. Februar 2013, 15:32 Uhr

Wetteraukreis (pdw). Eine launige und witzige Vernissage erlebten die Besucherinnen und Besucher bei der Galerie im Friedberger Kreishaus. Der Witz war dem Thema der Ausstellung geschuldet: Eine Studie des Lachens. Die Bilder der Künstlerin Veronica Ibsel Dominguez sind noch bis zum 28. März zu sehen.

„Es ist lebensbejahend, befreit, entspannt und macht das Herz froh.“ Eigenschaften, die Landrat Joachim Arnold in seiner Begrüßung mit dem Lachen assoziierte. Gerade jetzt in der trüben Jahreszeit tue ein Blick auf die Bilder von Veronica Ibsel Dominguez gut und sei eine gute Vorbereitung auf den Frühling.

Veronica Ibsel Dominguez wurde in Guayaquil (Ecuador) geboren. Dort studierte sie zunächst in ihrer Heimatstadt Klavier, danach absolvierte sie ein Studium der Architektur. Dieses führte sie 1985 nach Deutschland, wo sie in Frankfurt ihr Diplom erlangte. Sie lebt seit geraumer Zeit mit ihrer Familie in Bad Vilbel.

Im Mittelpunkt ihrer künstlerischen Arbeit, der sie sich seit den achtziger Jahren widmet, steht der Mensch, besonders in seinem Miteinander mit Anderen. Die Darstellungen in Acryl, Öl und verschiedenen Mischtechniken sind gegenständlich, und gleichsam abstrahiert. Die Bilder entstehen – ohne Skizzen oder Vorzeichnungen – direkt mit der Farbe unmittelbar auf die Leinwand. „Beim Malen höre ich auf zu denken, das kommt direkt aus dem Bauch“, sagt Veronika Ibsel Dominguez.

Ihre Bilder bestechen durch kräftige und fröhliche Farben, bewegte Oberflächen, einen großzügigen und pastösen Farbauftrag. „Die starke Plastizität der Farben und der Formen strahlen in den Werken eine intensive Lebendigkeit aus. Sie besitzen eine eigene Aura, die den Betrachtern augenblicklich befreiende Gefühle und Frohsinn vermitteln“, stellte Elke Hieronimus in ihrer Laudatio fest.

Lachen in der Kunst

Was das „Lachen in der Kunst“ angeht, ist das Ergebnis insoweit mager, als in der klassischen Kunst kaum gelacht wird. In der Antike wurde das Lachen als würdelos angesehen, zum Beispiel bei Platon. In der frühchristlichen Kirche wirkte sich das Dogma vom unchristlichen Lachen aus, da Jesus Christus – angeblich – nie gelacht habe. Damit war das Lachen für wahre Christen im Mittelalter eher unstatthaft. Da es aber nicht ganz zu verhindern war, versuchte man das Lachen innerhalb des kirchlichen Jahreskreises quasi als Ventil zum Beispiel in die Karnevalszeit zu verbannen. „Seliges Lächeln und höllisches Gelächter“ war der Titel einer Ausstellung, die 2012 im Dommuseum Mainz zu sehen war. Sie begab sich auf die Spuren des Lachens in der mittelalterlichen Kunst.

Später, in der Zeit des 16. und 17. Jahrhunderts, wurde aus philosophischer Sicht das Lachen mit Häme und Herabwürdigung belegt. Eine Vorstellung, die sich lange in der Kunst festsetzen konnte. „Vielleicht erklärt dies, warum die lächelnde Mona Lisa zu einem fortwährenden Rätsel stilisiert wird, da die Dame wohl ohne sichtbaren Anlass nicht zu lächeln habe“, sinnierte Elke Hieronimus. Sie habe nur zwei Maler gefunden, die das Lachen, vor allem in der Porträtmalerei, außerordentlich schätzten: Frans Hals und Rembrandt. In den reformierten Niederlanden hatte man wohl zeitweise etwas mehr zu lachen. Noch seltener ist das Lachen in der plastischen Kunst zu finden – womöglich wegen seiner Nähe zur Grimasse.

Erst in philosophischen Betrachtungen des letzten Jahrhunderts verliert das Lachen seine negative Zuordnung und wird ernsthaft als Gebärde und sinnvolle Reaktion bewertet. Heute werden wir von fröhlich lachenden, gut gelaunten Menschen geradezu überflutet, vor allem in der Werbung und Verkaufsförderung.

In den Bildern von Veronica Ibsel Dominguez hat das Lachen keinen negativen Beigeschmack. Es heißt willkommen und stellt sofort eine Verbindung zum Betrachter her. In ihrem großen Tryptichon bringt sie den Wunsch zum Ausdruck, mit nicht mehr als einem Lachen eine Verbindung über alle Grenzen und Nationen hinweg herstellen zu können.

Die Ausstellung ist bis zum 28. März zu sehen, Montag bis Mittwoch 8 bis 17 Uhr, Donnerstag 8 bis 18 Uhr du Freitag 8 bis 14 Uhr.

Quelle: Wetteraukreis / Fachdienst Kundenservice und Kommunikation

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