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Wetteraukreis: Erster Kreisbeigeordneter Oswin Veith – Interkulturelle Kompetenz ist eine wichtige Zusatzqualifikation im Wetteraukreis

Pressemeldung vom 27. Juni 2011, 15:54 Uhr

Wetteraukreis (pdw). Kultursensible Beratungsarbeit war das Thema einer eintägigen Fortbildung, an der die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Wetterauer Beratungsstellen teilnahmen. Unterstützt wurde die Fortbildung vom Fachbereich Jugend, Familie und Soziales des Wetteraukreises. „Sie versteht sich als Teil des übergreifenden Themas Interkulturelle Kompetenz und gehört zu den wichtigen Zukunftsqualifikationen im Arbeitsleben“, sagt Erster Kreisbeigeordneter und Integrationsdezernent Oswin Veith.

Für Veith sind Fortbildungen dieser Art ein wichtiger Baustein für die weitere Professionalisierung der Beratungsarbeit. Die positive Resonanz der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zeige, dass hier ein großer Bedarf sei. „Alle zur Verfügung stehenden Fortbildungsplätze wurden in Anspruch genommen und der Wunsch nach weiteren Fortbildungsangeboten und einer stärkeren Vernetzung ausdrücklich benannt“, begrüßt Veith die Initiative, sich dem Thema weiter engagiert zu widmen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wünschten sich denn auch eine engere Vernetzung der Institutionen in diesem Bereich. Die Fortbildung war ein Einstieg in das Thema, dem weitere folgen sollten.

Eingeladen war die Diplompsychologin Tülin Yavuz. Sie referierte über die Notwendigkeit, die Normen und Werte anderer Kulturen zu verstehen. „Interkulturelle Kompetenz geht weit über das Wissen über kulturspezifische Eigenheiten hinaus. Es geht darum, sensibel zu werden für die Fähigkeit, Situationen unterschiedlich beurteilen zu können und nicht nur durch die eigene Kulturbrille zu sehen. Es geht um Horizonterweiterung, Flexibilität und Empathie“, sagte Yavuz. Inhalte sind wichtiger als die Form, in der sie vorgetragen werden. So kann in manchen Kulturen Trauer durchaus in lebendiger, heiterer, sogar lustiger Form vorgetragen werden, was jedoch den Grund zur Trauer nicht schmälert. „Dies zu wissen kann in der Beratung zum Beispiel verhindern, die Klienten falsch zu verstehen und ihnen die Trauer abzusprechen“, so Yuvuz.

Auch praktische Übungen, die dazu anregen sollten, sich nicht nur mit der eigenen, sondern auch der anderen Kultur einfühlsam auseinanderzusetzen, standen auf dem Programm. Wie es sich zum Beispiel anfühlt, durch Attribute wie Ansehen, Reichtum und Einfluss entweder in der Mitte oder am Rande der Gesellschaft zu stehen; wie verändert sich so die Perspektive auf die jeweilige Mitte oder den Rand; wie geraten denen in der Mitte die am Rande stehenden Personen aus dem Blick? Ganz anschaulich und spürbar wird so klar, dass in die Beratung immer Menschen kommen, nicht stereotype Angehörige einer Kulturgruppe.

Quelle: Wetteraukreis / Kommunikation und Gremienservice

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