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Wetteraukreis: „Fritz“ für Gewaltprävention und Vernetzung

Pressemeldung vom 20. Januar 2017, 09:23 Uhr

Das Projekt „Fritz“ bringt Studierende der Beruflichen Schule am Gradierwerk und soziale Einrichtungen zusammen. Im Focus: Gewaltprävention und Vernetzung der Einrichtungen, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten. Im Bürgerhaus Nieder-Florstadt stellten die Studierenden ihre Projektergebnisse vor.

Der Lebenslauf der Kunstfigur „Fritz“ erscheint wie der Griff ins Klischee. Ungeplante Schwangerschaft mit schwierigem Verlauf. Die junge Mutter ist erst 19 Jahre alt. Finanziell scheint die Familie nicht auf Rosen gebettet: Mutter Verkäuferin, Vater Busfahrer. Ob er seine Stelle behält ist unklar. Und immer wieder: Mutter überfordert, unsicher, nervlich belastet. Inkonsequentes und sprunghaftes Erziehungsverhalten. Vater kaum zu Hause. Mutter beim Arztbesuch Fritz gegenüber unsicher, wenig herzlich, kaum durchsetzungsfähig. PC-Spiele, häufiger Medienkonsum. Das kann ja nur schief gehen.

Kann das wirklich nur schief gehen?

Sozialdezernentin Stephanie Becker-Bösch warf in ihrer Begrüßung die Frage auf, was gewesen wäre, hätte bei gleichen Ausgangsbedingungen rechtzeitig Hilfe eingesetzt? Eine Familienhebamme, oder später im Kindergarten: Erzieherinnen, die hinsehen und gemeinsam mit anderen überlegen, wie es für Fritz und die Familie gut weitergehen kann?

„Der scheinbar vorgezeichnete Weg hätte korrigiert werden können, wenn alle, die mit Fritz in Berührung kamen an einem Strang gezogen hätten. Fritz zeigt, wie wichtig die Zusammenarbeit von Einrichtungen ist“, sagte die Sozialdezernentin. „Weil Erzieherinnen und Erzieher an der Schnittstelle frühzeitigen Erkennens kindlicher Entwicklungsprobleme stehen, können sie im Einzelfall Eltern und Einrichtungen an einen Tisch bringen und frühzeitig präventive und unterstützende Maßnahmen in Gang setzen.“ Das bedingt aber, dass die Einrichtungen vernetzt sind und zusammen arbeiten. Dies umso mehr, als der Bedarf für mehr pädagogische Qualität im Umgang mit verhaltensauffälligen und entwicklungsgestörten Kindern nicht zu leugnen ist, so Becker-Bösch.

„Fritz“ ist ein Projekt gegen fachliche Blindheit

Anhand seiner fiktiven Entwicklung lassen sich die Aufgaben aller, die irgendwann einmal mit Fritz zu tun hatten, verdeutlichen. Und so besuchen die Studierenden im Verlauf des Projekts verschiedene Einrichtungen und stellen sie bei der Fachtagung in Kurzreferaten vor. Mit dabei die Vertreterinnen und Vertreter dieser Einrichtungen. Die im Projekt etablierten Institutionen sind unter anderem Gesundheitsamt, Fachstelle Suchtprävention, Allgemeiner Sozialer Dienst des Jugendamtes, Jugendgerichtshilfe, Kinder- und Jugendarzt, Fachstelle Frühförderung, Netzwerk „Frühe Hilfen“, Lehrkräfte der Fachschule für Sozialpädagogik. Zu den Gästen gehörten neben Wildwasser Wetterau und dem Mütter- und Familienzentrum Müfaz auch KicksUp.

Quelle: Wetteraukreis / Fachdienst Kundenservice und Kommunikation

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