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Wetteraukreis: Für den Notfall vorgesorgt – Wer Bescheid weiß, ist klar im Vorteil

Pressemeldung vom 1. Juni 2011, 16:23 Uhr

Wetteraukreis (pdw). Japan wurde in diesem Jahr von einer schlimmen Katastrophe heimgesucht. Ein Erdbeben, ein Tsunami und ein fürchterlicher Atomunfall plagten das Land. In der Folge gab es noch eine Vielzahl von Nachbeben, die zumindest deutlich gemacht haben, dass auf diese Art von Naturkatastrophen die Menschen in Japan gut vorbereitet sind.

Anders ist das bei uns in Deutschland. Hier betreibt kaum Jemand persönliche Vorsorge für eine mögliche Katastrophe. Jeder geht davon aus, dass man auch morgen und übermorgen noch seine Waren im Supermarkt kaufen kann. Dabei kann eine Benzinknappheit oder der Ausbruch einer Krankheit wie etwa der Schweinegrippe, dafür sorgen, dass die Hälfte der LKW nicht mehr fährt und damit die Versorgung mit dem Notwendigsten schon in Frage gestellt ist. „Jeder Haushalt sollte zumindest eine kleine Reserve von Dingen des täglichen Bedarfs bevorraten, um wenigsten eine Woche lang ohne einen Einkauf auszukommen“, rät Kreisbeigeordneter Ottmar Lich, der im Wetteraukreis für den Katastrophenschutz und die Gefahrenabwehr zuständig ist.

In einer fünf Artikel umfassenden Serie „Für den Notfall vorgesorgt“ werden wir in den nächsten Wochen das Thema „Erste Hilfe“, „Medizinische Notwendigkeiten“, „Leitstelle“, „Kommunikation“ und „Selbstschutz“ vorstellen.

Gefahreninformationstelefon (GIT)

Wer von einem Notfall betroffen ist, muss schnelle Entscheidungen treffen können. Das betrifft nicht nur die eigene unmittelbare Situation, sondern auch die des familiären Umfeldes oder des Bekanntenkreises. Nicht nur eigene Kenntnisse und Vorsorge in Erster Hilfe oder Vorratshaltung aus Selbstschutzgründen sind entscheidend. Im Not- oder Gefahrenfall muss man auch weiterführende Informationen bekommen können bzw. wissen, woher man solche bekommen kann.

Der Wetteraukreis hat seit einigen Jahren ein so genanntes „Gefahren-Informations-Telefon“ (GIT) eingerichtet, dass im Einsatzfall unter der Nummer 06031 / 83-8283 erreichbar ist. Dahinter stehen bis zu 16 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus allen Abteilungen der Kreisverwaltung, die sich freiwillig bereit erklärt haben, im Notfall telefonische Auskunft zu geben. Die GIT-Mitarbeiter werden je nach Gefahrenlage mit den wichtigsten Fakten ausgestattet, um dann den Anruferinnen und Anrufern bereitwillig Auskunft zu geben. Dabei kann es um Fragen zur Trinkwasserversorgung mit verhängten Abkochgeboten gehen oder um solche zu bestimmten Unglücksfällen oder Tierseuchenlagen gehen. Die Bandbreite ist offen.

Das Gefahren-Informations-Telefon des Wetteraukreise hat sich als „Bürger-Hotline“ bereits mehrfach bewährt. Verschiedene Trinkwasser-Notfälle im Wetteraukreis bescherten den Telefonistinnen und Telefonisten Tausende von Anrufen besorgter Bürger. Dabei müssen die Kollegen einerseits Ruhe bewahren können und andererseits emotional auch belastbar sein. Die wenigsten Anrufer sind guter Laune oder unaufgeregt. Da heißt es mitunter geduldig zuhören und beruhigen. Dazu haben sich die GIT-Mitarbeiter einer speziellen Weiterbildung unterzogen und sind auch in den Grundbegriffen des Katastrophenschutzes ausgebildet.

Etwas anderes ist es, im Notfall die Sirenensignale zur Warnung der Bevölkerung zu kennen. Warnen noch zu Zeiten des „Kalten Krieges“ bis in die Endachtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts die Luftschutz-Sirenen zentral gesteuert, wurde das gesamte Warnnetz nach dem Fall der Mauer und der Wiedervereinigung Deutschlands größtenteils demontiert. In den Sechzigern und Siebzigern ertönten mehrmals im Jahr stets Samstag die Signale „Luftalarm“, „ABC-Alarm“ und „Entwarnung“. Selbst damalige Schulkinder kannten die Bedeutung der Gruseln erzeugenden Heultöne. Die ältere Generation hatte damals ohnehin ihre eigenen persönlichen Erfahrungen.

Heute jedoch sind diese Signale, mit Ausnahme des Feueralarms, weitgehend in Vergessenheit geraten. Das Signal zur Alarmierung der Feuerwehren, eine Minute Heulton, zweimal unterbrochen, ist allseits bekannt. Was aber, wenn die Sirene eine Minute auf- und abschwellend heult und wir gar keinen Krieg haben? Dieses Signal, in Kriegszeiten Luftalarm bedeutend, ruft dazu auf, das Radio- oder Fernsehgerät einzuschalten und auf amtliche Durchsagen zu achten. „Dies sollte der Bevölkerung unbedingt bewusst und bekannt sein. Auch Kinder und Jugendliche sollten mit diesem Ton etwas anfangen können“, wünscht sich der für den Katastrophenschutz zuständige Dezernent Ottmar Lich. Zum Glück ist dieses Signal nach dem Zweiten Weltkrieg außer zu Übungs- oder Prüfzwecken noch nie ernsthaft angewendet worden. Und es soll hoffentlich auch so bleiben. Jedoch wenn es ertönt, muss man wissen, was es bedeutet und wo die nächste Information zu bekommen ist. Denn: Wer Bescheid weiß, ist klar im Vorteil!

Quelle: Wetteraukreis / Kommunikation und Gremienservice

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