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Wetteraukreis: Geopark „Vulkanregion Vogelsberg“ soll Tourismus beleben

Pressemeldung vom 17. September 2009, 15:49 Uhr

Wetteraukreis. Die Festhalle in Schotten war bis auf den letzten Platz besetzt, als am letzten Dienstag das Entwicklungskonzept „Vulkan Vogelsberg“ vorgestellt wurde. Mit Joachim Arnold und Rudolf Marx waren nicht nur die beiden Landräte aus Wetterau und Vogelsberg anwesend, auch Anita Schneider, die in Kürze ihr Amt als neue Landrätin des Landkreises Gießen antritt, zeigte, welche Bedeutung diese Veranstaltung hatte. Dazu kamen eine ganze Reihe von Rathauschefs, die der Einladung von Schottens Bürgermeisterin Susanne Schaab-Madeisky nachkamen.

Die Besucherinnen und Besucher kamen nicht umsonst. Sie wurden mit der Vision eines Geoparks „Vulkanregion Vogelsberg“ bekannt gemacht. Innerhalb eines Geoparks sollen geologische Objekte den Besucherinnen und Besuchern einen anschaulichen Einblick in erdgeschichtliche Vorgänge gewähren.

Immerhin reicht die Geschichte des Vogelsberges, der kein einzelner Berg, sondern ein Vulkangebirge aus Tausend einzelnen Vulkanschloten ist, bis zu 18 Millionen Jahre zurück. Rund 80 verschiedene geologische Schauobjekte haben sich die Forscher des Weimarer Büros Abraxas in den vergangene Monaten angeschaut. 24 Geotope und Geotopensembles haben ausreichendes Potential für eine geotouristische Vermarktung. Neun davon liegen in der Wetterau.

Die Potentiale, so Prof. Harald Kunze, seien größer als erwartet und könnten den Tourismus in der Region deutlich beleben. Dazu müssten allerdings noch eine ganze Reihe von Verknüpfungen erreicht werden, die das ganze Projekt zu einem Netzwerk werden lassen. Etwa die Mitgliedschaft in der geplanten Deutschen Vulkanstraße (Via Vulkania), die von der Eifel über den Westerwald in den Vogelsberg führt und von dort aus weiter über die Rhön in das Erzgebirge. Der Geopark sei als Kommunikationsplattform zu verstehen, an der Bildungseinrichtungen, Museen, Künstler, Behörden, Universitäten, die Wirtschaft und das Ehrenamt beteiligt werden sollten.

Mittelpunkt Vulkaneum

Im Mittelpunkt des Geoparks „Vulkanregion Vogelsberg“ soll ein Vulkaneum entstehen, das als Informations- und Erlebniseinrichtung im überregionalen Sinne verstanden werden soll. „Hier“, so Prof. Kunze, „sollen Bildung und Unterhaltung verschmelzen.“ Anhand von Fragen soll das Interesse der Besucherinnen und Besucher geweckt werden. Die Antworten ergeben sich durch den Besuch des Vulkaneums. Schließlich soll der Vulkan mit allen Sinnen erlebbar werden und auch eine Simulation von Vulkanausbrüchen sei geplant.

Die Präsentation des Entwicklungskonzeptes durch das Weimarer Büro beschränkte sich aber nicht nur auf das, was theoretisch möglich ist, auch konkrete Zahlen wurden ins Feld geführt. So soll das Vulkaneum ein Größe von etwa 1.000 bis 1.500 Quadratmetern haben, 20 Menschen einen Arbeitsplatz bieten und rund 100.000 Besucherinnen und Besucher pro Jahr anlocken.

100.000 Besucher jährlich geplant

Aus Erfahrungen anderer vergleichbarer Projekte erwartet Prof. Kunze einen direkten Umsatz pro Tagesbesucher von 25 bis 30 Euro. Hinzu kämen indirekte Umsätze durch Wiederholungsbesucher und längerer Reisen. Wichtig seien zudem die Imagewirkung und die Identitätsbildung, die mit einem solchen Vulkaneum verbunden sind.

Schottens Bürgermeisterin Susanne Schaab-Madeisky warnte davor, die Investitionen in ein solches Projekt nur eindimensional zu sehen. „Wenn wir in den Tourismus investieren, heben wir auch die Lebensqualität der Menschen, die hier leben.“

Das frühere Vorstandsmitglied der Sparkasse Oberhessen, Gerold Beckmann, und heutiger Vorsitzender der Vulkanologischen Gesellschaft Vogelsberg erinnerte daran, dass „wir eine kulturhistorische Region Oberhessen seien und als solche auch gemeinsam auftreten müssten“.

Landrat Arnold: „Gemeinsam kommen wir besser voran!“

Landrat Joachim Arnold kommentierte das vorgestellte Entwicklungskonzept mit den Worten: „Es sind noch eine ganze Reihe offener Fragen zu klären, insbesondere die alles entscheidende Frage der Finanzierung. Die wichtigste Botschaft, die heute verkündet wurde und meine bisherige Auffassung bestätigte, ist die, dass der Vogelsberg im touristischen Bereich besser gemeinsam mit der Wetterau vorankommt, indem wir auf partnerschaftlich Basis durch die Bündelung unserer Stärken Chancen zum Wohle beider Seiten vorteilhafter nutzen können.“
Quelle: Stadt Wetteraukreis – Pressestelle

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