Energiewechsel

Wetteraukreis: Hochbetrieb auf Wetterauer Schulbaustellen (Teil 5)

Pressemeldung vom 7. August 2009, 13:33 Uhr

Wetteraukreis. Die Auswirkungen der Investitionsprogramme von Bund und Land spüren die Autofahrerinnen und Autofahrer täglich. „Wir versuchen, die Belastungen für die Schulen möglichst gering zu halten, deshalb wird in den Sommerferien fast in allen Schulen im Wetteraukreis heftig gearbeitet. Mir war es ein wichtiges Anliegen, dass möglichst alle Wetterauer Schulen am Schulbauinvestitionsprogramm profitieren. Rund 60 Millionen Euro wird der Wetteraukreis in diesem und im kommenden Jahr zusätzlich in den Wetterauer Schulen investieren“, betont Schuldezernent Helmut Betschel-Pflügel, der sich dieser Tage bei mehreren Informationsfahrten ein eigenes Bild vom Stand der Arbeiten gemacht hat. In einer fünfteiligen Reihe werden wir die Ergebnisse dieser Inspektionsfahrten vorstellen.

Johann-Philipp-Reis-Schule Friedberg –
eine der größten Baustellen

Fast vier Millionen Euro wird der Wetteraukreis in die Johann-Philipp-Reis-Schule in Friedberg investieren. Für die Berufsschule waren ursprünglich nur 3,4 Millionen Euro eingeplant, ca. 500.000 Euro Mehrkosten werden durch eine höchst unliebsame Überraschung entstehen. Freiliegende Bewehrungseisen in den Decken der oberen Klassen machen hier eine Betonsanierung notwendig. Ansonsten stehen an der Friedberger Berufsschule die Modernisierung der Naturwissenschaften und die Grundsanierung des so genannten C-Riegels im Vordergrund. Hinzu kommen weitere Investitionen für den Brandschutz.

Nach dem Auszug der Wingertschule werden die hier vorhandenen Gebäude künftig von mehreren Schulen genutzt. So erhält die benachbarte Helmut-von-Bracken-Schule ca. zehn zusätzliche Räume mit einem eigenen Zugang. Die Förderschule wird neben den zusätzlichen Klassenräumen auch eine Mensa auf ihrem Schulgelände erhalten, die Planungsphase läuft bereits. Rund 1,1 Millionen Euro sind hierfür und für die energetische Sanierung vorgesehen.

Nach den Sanierungsmaßnahmen des A-Riegels der Johann-Philipp-Reis-Schule wird schließlich die Volkshochschule des Wetteraukreises in das Gebäude ziehen.

Das Beispiel der Johann-Philipp-Reis-Schule zeigt exemplarisch, wie eng verzahnt die Kolleginnen und Kollegen des Eigenbetriebs Gebäudewirtschaft mit Handwerkern, Architekten und Bauingenieuren arbeiten, um neben dem regulären Schulbauinvestitionsprogramm und den zusätzlichen Baumaßnahmen durch das Sonderinvestitionsprogramm miteinander zu koordinieren.

Die Interessen der verschiedenen Beteiligten sind durchaus unterschiedlich. Auf der einen Seite soll möglichst schnell gebaut werden, gleichzeitig sollen die Störungen so gering als möglich gehalten werden. Die Handwerker wiederum wünschten sich eine Beschäftigung nicht nur in den Schulferien und gleichzeitig gibt es die künftigen Nutzerinnen und Nutzern, die möglichst schnell in möglichst optimale Räume kommen möchten.

Stichwort „Düsseldorf“

Bei den aufwändigen Brandschutzsanierungen taucht immer wieder das Stichwort „Düsseldorfer-Flughafen“ auf:
Hier sind Flurwände gemeint, die in der Höhe nicht bis zur Betonrohdecke reichen, sondern mit der abgehängten Decke enden. Dadurch könnte es im Brandfall zu einem Brandüberschlag durch den Zwischenraum der Abhang- und Rohdecken kommen.
Beim Flughafenbrand in Düsseldorf vor 13 Jahren entzündeten sich durch einen Funkenflug bei Schweißarbeiten Styropor und PVC-Kabel in der Zwischendecke. Durch den folgenden Brandüberschlag starben bei dieser Katastrophe damals 17 Menschen und 88 wurden teilweise schwer verletzt.

„Hier haben wir an einer ganzen Reihe von Schulen Änderungsbedarf“, erläutert Schuldezernent Helmut Betschel-Pflügel, der zwar die hohen Ausgaben bedauert, die Sicherheit der Schülerinnen und Schüler aber für wichtiger einstuft.

Burggymnasium Friedberg

Am Burggymnasium Friedberg wird seit gut 2 ½ Jahren gearbeitet. Nicht immer zur Freude aller Beteiligten, doch in dem weiten Areal mit fast einem Dutzend Gebäuden und einer starken Auslastung können sogar während der Schulzeit größere Baumaßnahmen durchgeführt werden. „Trotzdem sind wir auf die Schulferien angewiesen.“ so Schuldezernent Helmut Betschel-Pflügel.

Vor einigen Wochen wurde der erste Bauabschnitt des Neubaus mit drei neu errichteten naturwissenschaftlichen Räumen, 2 Klassenräumen und einer Aula übergeben. Jetzt laufen die Ausschreibungen für den zweiten Bauabschnitt.
725.000 Euro incl. Nebenkosten sind dafür vorgesehen. Die Arbeiten sollen zum Schuljahresbeginn 2010/2011 abgeschlossen sein.
Derzeit läuft ebenfalls die Sanierung des Bestandsgebäudes Naturwissenschaften. Hier werden bis zum Jahresende 4 weitere naturwissenschaftliche Fachklassenräume, Vorbereitungs- / Sammlungsräumen sowie Nebenräumen und
Toilettenanlagen fertig gestellt sein.
Noch mehrere Jahre wird die Sanierung der insgesamt 11 Schulgebäude dauern. So soll die Brandschutztechnische Sanierung des Schillerbaus in 2010 umgesetzt werden. Kostenvolumen hierfür aus dem SIP Programm 390.000 Euro. Der so genannte Bindernagelbau wird in diesem Jahr noch einen weiteren Fluchtweg erhalten.

Schulzentrum Bad Nauheim –
Innensanierung und Brandschutzverbesserungen

Auch am Schulzentrum Solgraben in Bad Nauheim wird derzeit kräftig gewerkelt. Dank des Sonderinvestitionsprogramms von Bund und Land werden hier neue Fenster eingebaut und die Sporthalle im Innenbereich saniert.

Im Rahmen des regulären Investitionsprogramms des Wetteraukreises wird der Brandschutz in den Schulgebäuden verbessert. An diesem Standort gibt es ebenfalls das so genannte „Düsseldorfer-Flughafen-Problem“.

Für die Arbeiten am Schulzentrum bedeutet dies, dass die Flurwände zu den Klassenräumen und im Bereich der Treppenräume komplett erneuert und bis zur Rohdecke geführt wurden. Die Leichtbauwände zwischen den einzelnen Klassenräumen werden ebenfalls erneuert. Bei dieser Gelegenheit werden auch die elektrotechnischen Zuleitungen, Abhangdecken und Fußböden ausgetauscht.

Positives Resümee

Insgesamt zieht der Schuldezernent ein positives Resümee aus dem Besuch von 15 Schulbaustellen in den letzten Tagen. Betschel-Pflügel, der jetzt knapp ein Jahr im Amt ist, zeigte sich hochzufrieden mit der Umsetzung der Sonderinvestitionsprogramme durch den Eigenbetrieb Gebäudewirtschaft. „Wir haben hier eine hochkompetente und motivierte Mannschaft mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die ganz unkompliziert stets die beste Lösung für die Schulen im Auge behalten.“ Einen besonderen Dank sprach Betschel-Pflügel den Hausmeistern der betroffenen Schulen aus. „Manch einer hat seinen Urlaub verschoben oder gestrichen, um vor Ort präsent zu sein und die Arbeiten zu begleiten. Das verdient Anerkennung.“

Erfreulich sei zudem, dass ein Gutteil der Aufträge an heimische Handwerksbetriebe gegangen ist. „Durch die Erhöhung der Ausschreibungsgrenzen konnten wir hier flexibler handeln und auch die regionale Wirtschaft stärken. Nicht alle Baumaßnahmen können während der Schulferien abgewickelt werden, dafür ist der Umfang der Arbeiten zu groß. Mein Dank gilt aber schon jetzt den Schulgemeinden, die auch schon in der Vergangenheit gezeigt haben, dass sie langmütig die Belastungen durch Lärm und Staub ertragen. Wohl wissend, dass sie nach Abschluss der Bauarbeiten eine schönere Schule besuchen.“

Quelle: Stadt Wetteraukreis – Pressestelle

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