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Wetteraukreis: Inobhutnahmen sind oft der letzte Weg in schwierigen Krisensituationen

Pressemeldung vom 22. August 2016, 13:27 Uhr

Die Fälle vernachlässigter Kinder machen bundesweit Schlagzeilen. Jahrelang stieg die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die in Obhut genommen wurden. Im letzten Jahr gab es in gewisser Weise eine Trendumkehr. Die Zahl der Kinder, die in Deutschland in Obhut genommen werden mussten, weil das Kindeswohl gefährdet war, ist leicht zurückgegangen.

Gestiegen ist hingegen die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die als unbegleitete minderjährige Ausländer ins Land kamen. Das waren im vergangenen Jahr nach Angaben des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge 42.300.

Aber auch hier lebende Kinder, etwa 35.300 Kinder und Jugendliche mussten in Obhut genommen werden, da das Kindeswohl gefährdet war, etwa weil die Eltern mit der Erziehung ihrer Kinder überfordert waren.

Wenn die Grundversorgung der Kinder nicht mehr gewährleistet und das Wohl der Kinder gefährdet ist, dann schreitet das Jugendamt ein und nimmt die Kinder in seine Obhut beziehungsweise sorgt für eine Unterbringung in einer geeigneten Einrichtung.

In Gedern hat die „Mission Leben“ im Juli eine solche

Einrichtung eröffnet. Erster Kreisbeigeordneter und Sozialdezernent Helmut Betschel hat sich bei Einrichtungsleiter Ulrich Rudolf und Fachbereichsleiterin Annette Kuhlmann vor Ort ein Bild von der Einrichtung in Gedern gemacht.

Wir helfen in Notsituationen „es ist wichtig, dass Familien die nötige Hilfe zur Verfügung gestellt wird, damit sie ihre Erziehungsfähigkeit wiedererlangen. Bis es so weit ist, müssen Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe diese Zeit überbrücken“, sagt Einrichtungsleiter Ulrich Rudolf.

„Wir liegen am Stadtrand von Gedern, nicht direkt im Fokus, aber doch so, dass wir Teil der Stadtgemeinde sind“, so Rudolf weiter. Aktuell ist die Einrichtung mit vier Kindern und Jugendlichen im Alter von zehn bis 16 Jahren belegt. Sie alle haben ihre eigene Problematik.

Die Kapazitäten sind für eine größere Anzahl von Kindern vorgesehen. Zudem besteht die Möglichkeit eine Wohngruppe für weitere fünf Jugendliche einzurichten.

„Wir wollen hier den Kindern die Möglichkeit geben, wieder zu sich selbst zu kommen und Tritt zu fassen in einer geschützten Atmosphäre. Gedern ist dafür ein geeigneter Standort, nicht zuletzt, weil hier alle Schulangebote vorhanden sind“, sagt Fachbereichsleiterin Annette Kuhlmann. Gleichwohl sollen die Kinder nicht allzu lange in der Inobhutnahme-Einrichtung bleiben, sondern nur so lange, bis sich eine weitere, häufig langfristige Hilfe für die Betroffenen anschließt.

Quelle: Wetteraukreis / Fachdienst Kundenservice und Kommunikation

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