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Wetteraukreis: Interview mit dem scheidenden Ersten Kreisbeigeordneten Helmut Betschel

Pressemeldung vom 27. September 2016, 12:18 Uhr

Frage: Herr Betschel, Sie werden vermutlich am kommenden Donnerstag abgewählt. Hätten Sie gerne Ihre Amtszeit zu Ende geführt?

Helmut Betschel: Ja, ich hatte mich darauf eingestellt. Ich habe aber Verständnis dafür, dass die neue Koalition nach langen Beratungen sich für meine vorzeitige Abberufung entschieden hat, um einen eigenen Kandidaten auf die Stelle zu bringen.

Frage: Auch wenn Sie voraussichtlich ein Jahr früher aus dem Amt scheiden. Nach fünf Jahren als Erster Kreisbeigeordneter und weiteren drei Jahren als ehrenamtlicher Schuldezernent kann man sehr wohl eine Bilanz ziehen. Wo sehen Sie Ihre größten Erfolge?

Helmut Betschel: Es gibt sehr viele Entscheidungen, die wichtig waren für die Menschen im Wetteraukreis. Zum Beispiel die Schulentwicklungspläne. Aber die größten Herausforderungen, die wir als Kreisverwaltung gemeinsam bewältigt haben, waren die Finanzkrise 2008/2009 und die starke Zuwanderung von Flüchtlingen im Jahr 2015.

2009 galt es darum, sehr schnell das Sonderinvestitionsprogramm Schulbau auf den Weg zu bringen, um unseren heimischen Betrieben Aufträge zu verschaffen. Wir konnten damit Kündigungen und eine Rezession verhindern.

2015 ist es uns gelungen, 3000 Flüchtlingen ein Dach über den Kopf zu geben und eine Grundversorgung für die Flüchtlinge zu organisieren. Die Verwaltung hat Hand in Hand mit vielen Ehrenamtlichen in den Kommunen gearbeitet. Das war eine enorme gesamtgesellschaftliche Leistung. Frage: Es gab auch Dinge, die nicht so gut gelaufen sind. Was würden Sie heute anders angehen?

Helmut Betschel: Ja, auch da gibt es einiges in der Nachbetrachtung neu zu bewerten. Aus Fehlern sollte man lernen. Dies habe ich getan und in meinem weiteren Handeln berücksichtigt.

Frage: Was hätten Sie gerne noch umgesetzt?

Helmut Betschel: Wir haben uns in den letzten vier Jahren wieder einen finanziellen Spielraum erarbeitet. Nun ist es möglich, gezielt soziale Projekte voranzubringen. Zum Beispiel den weiteren Ausbau von Betreuungsangeboten im Grundschulbereich und die flächendeckende Umsetzung der Schulsozialarbeit.

Frage:

Welchen Rat würden Sie Ihrem Nachfolger mit auf den Weg geben?

Helmut Betschel: Keinen, jede/r muss seine eigenen Erfahrungen machen!

Quelle: Wetteraukreis / Fachdienst Kundenservice und Kommunikation

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