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Wetteraukreis: Jugendamt stellt sich vor – Erzieherischer Jugendschutz beugt vor und klärt auf

Pressemeldung vom 10. Juni 2011, 12:50 Uhr

Wetteraukreis (pdw). „Das Jugendamt. Unterstützung, die ankommt.“ Unter diesem Motto stehen die Aktionswochen des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. „Im Rahmen einer mehrteiligen Presseserie stellen wir die Leistungen und Aufgaben der rund 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Wetterauer Jugendamtes vor“, sagt Erster Kreisbeigeordneter und Jugenddezernent Oswin Veith. Zum Beispiel den Jugendschutz.

Bis an die Grenzen gehen, sich auf Risiken einlassen, Unbekanntes austesten, seine eigenen Erfahrungen machen: Das gehört zu Kindheit und Jugend dazu. Zusätzlich bietet unsere moderne Gesellschaft eine Fülle von Möglichkeiten, die nicht immer förderlich sind für eine gesunde Entwicklung.

An dieser Stelle kommt der Jugendschutz ins Spiel: Da gibt es zum einen den rechtlichen Ordnungsrahmen, der jungen Menschen ein ungefährdetes Aufwachsen ermöglicht. Hinzu kommen strukturelle Fragen, so sind zum Beispiel auch bei Stadt- und Verkehrsplanung oder bei Spiel- und Freizeitstätten kind- und jugendgerechte Lebensbedingungen zu berücksichtigen.

Und dann gibt es den erzieherischen Jugendschutz, wo es um Erziehung, Bildung und Information geht. „Erzieherischer Jugendschutz hat die Lebenskompetenz junger Menschen zum Ziel, will ihre Kritik- und Entscheidungsfähigkeit, Verantwortung gegenüber sich und den Mitmenschen fördern“, erläutert Erster Kreisbeigeordneter und Jugenddezernent Oswin Veith. Wichtige Themen sind Medien, Kriminalität, Sucht, politischer Extremismus, neureligiöse Bewegungen, aber auch sexueller Missbrauch, Kindesmisshandlung und -vernachlässigung.

Beratung, Information, Veranstaltungen

Der Jugendschutz ist Ansprechpartner für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, Eltern und Multiplikatoren. Er ist eine Querschnittaufgabe mit verschiedenen Zuständigkeiten und Arbeitsbereichen und kann nur gelingen wenn die verschiedenen Akteure zusammenarbeiten. Hier ist ein Netzwerk gefragt, das sich die Bälle zuspielt. Dies ist nicht immer der Fall, was weniger am guten Willen der Beteiligten, sondern mehr an den Zuständigkeitsgrenzen liegt. So ist zum Beispiel das Ordnungsamt zuständig für die Genehmigung einer Veranstaltung, die Polizei hingegen für die Überprüfung und Einhaltung der Jugendschutzgesetze.

Jugendschutz praktisch

Mit Blick auf dieses Netzwerk lud der Erzieherische Jugendschutz des Wetteraukreis nun zu einer Fachtagung zum Thema „Jugendschutz in der Öffentlichkeit“ ins Kreishaus. Sebastian Gutknecht, Jurist aus NRW mit Schwerpunkt Jugendschutzrecht; referierte über Jugendschutz nach „Recht und Gesetz“ und Martin Kaiser, Jugendschutzbeauftragter des Landkreis Limburg-Weilburg, stellte die dortige Aktion „Jugendschutz ist wichtig – wir machen mit“ vor.

Praktisches Beispiel dafür, wie Jugendschutz auch über Zuständigkeiten hinweg, quasi im Verbund, laufen kann, lieferten Lutz Illhardt, Suchtberatung und Suchtprävention Bad Vilbel/Karben und Ralph Gerlach, Polizeistation Bad Vilbel. Sie stellten die Jugendschutzaktion beim Bad Vilbeler Markt vor. Dazu trafen sich im Vorfeld Vertreter von Ordnungsamt, Polizei, Jugendpflege, Suchtberatung und Gewerbeamt, und entwickelten Ideen: Zum Schutz der Jugendlichen sollten besonders dunkle Ecken in der Umgebung des Marktgeländes ausgeleuchtet werden; bei den umliegenden Geschäften wurde dafür geworben, an Jugendliche keinen Alkohol zu verkaufen und ab 22 Uhr war ein Team unterwegs, um mit Jugendlichen ins Gespräch zu kommen. Mit im Gepäck hatten sie Alkoholtester, die den Jugendlichen einen Eindruck davon geben sollten, wie viele Promille dem subjektiven Empfinden gegenüber stehen. Im Ergebnis waren es einfache Mittel, die aber ihre Wirkung nicht verfehlten: die Polizei berichtet, dass es keine Schlägereien gab und auch die sonst üblichen Aggressivitäten ausblieben.

Hier ist die Strategie aufgegangen. Zu den langfristigen Zielen gehört es, missbräuchlichem Alkoholkonsum mit den dabei üblichen Folgeproblemen vorzubeugen, die verschiedenen Professionen an einen Tisch zu bringen, denn Jugendschutz ist eine Querschnittsaufgabe. „Wir wollen eine kreisweite Strategie zur Verbesserung des Jugendschutzes in der Öffentlichkeit unter Mitwirkung der verschiedenen Professionen erreichen und schließlich eine Kultur des Feierns fördern, die den Jugendschutz mit einbezieht“, sagt Jugenddezernent Oswin Veith.

Weitere Informationen zum Erzieherischen Jugendschutz bei der Fachstelle Jugendarbeit, Claudia Taphorn Telefon: 06031/83-3316, E-Mail: claudia.taphorn@wetteraukreis.de.

Quelle: Wetteraukreis / Kommunikation und Gremienservice

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