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Wetteraukreis: Kunst in Kirchen der Wetterau steht bevor

Pressemeldung vom 1. Juni 2015, 09:17 Uhr

Wetteraukreis (pdw). Nach drei erfolgreichen Projekten wird es auch in diesem Sommer wieder Kunst in Kirchen der Wetterau geben. Landrat Joachim Arnold stellte das Programm in einer Pressekonferenz in der katholischen Kirche in Ranstadt vor.

Mit der Eröffnungsveranstaltung am 13. Juni um 19 Uhr startet das Kunstprojekt in der Evangelischen Stadtkirche zu Nidda. Enden wird das Kunstspektakel am Sonntag, dem 19. Juli, mit der Abschlussveranstaltung in der Katholischen Kirche St. Anna in Ranstadt.

Dazwischen gibt es Kunst und ein buntes Unterhaltungsprogramm in den beteiligten Kirchen in Ulfa, Ober-Schmitten, Bad Salzhausen, Nidda, Ranstadt und Ober-Mockstadt.

„Ziel des Projektes Kunst in Kirchen der Wetterau ist es, Menschen, die sich für Kunst interessieren, wieder in die Kirchen zu holen und gleichzeitig Kirchenbesucher mit moderner zeitgenössischer Kunst zu konfrontieren“, sagte Landrat Arnold bei der Vorstellung des Projektes.

Kunst in Kirchen in der Wetterau startete 2008 mit dem Motto Wasser, 2011 stand das Projekt unter dem Motto Feuer, 2013 ging es um das Element Erde. Jetzt wird die Reihe mit dem vierten Element, der Luft, fortgesetzt.

Reiner Isheim, Pfarrer in Ulfa und seit Anfang an Mitglied der Projektgruppe, lobt vor allem den Ansatz, mit dem Projekt „moderne zeitgenössische Kunst“ auch aufs Land zu bringen. Die Begegnungen zwischen den Künstlern und der modernen Kunst und den Gemeinden, das wird für beide etwas ganz Ungewohntes und Bereicherndes sein.

Pfarrer Norbert Albert, Dekanatsreferent der Katholischen Kirche in der Wetterau: „Mit dem Projekt gelingt es, eine Klammer, die es früher schon gab, wieder zu beleben, nämlich das Leben der Menschen, so wie es sich real abspielt, auch in sakralen Räumen darzustellen. Die Künstler sind dazu aufgerufen darzustellen, wo die menschliche Existenz auf das Göttliche trifft.“

In der Stadtkirche Nidda wird Romana Menze-Kuhn eine Installation mit dem Titel „Behausung“ realisieren. Die Künstlerin arbeitet mit vorhandenen Materialien in der Kirche, aber auch mit alten Rettungsdecken und Europaletten. Mit ihrer Arbeit stellt Romana Menze-Kuhn das Leid der Flüchtlinge in dieser Welt in den Fokus. „Ich will, dass der Betrachter nicht nur schaut, sondern sich auch körperlich einbringt.“ Das wird möglich, indem man die aus einfachen Materialien gebauten Behausungen untersucht und so eine Vorstellung bekommt, wie es Menschen geht, die alles hinter sich gelassen haben, um in ihrer Heimat Krieg, Verfolgung und Unterdrückung zu entgehen.

In der Evangelischen Kirche in Ober-Mockstadt wird die koreanische Künstlerin Ankabuta arbeiten. Ihre Rauminstallation besteht aus großformatigen Knüpfarbeiten. Daneben arbeitet sie auch mit ganz kleinen Elementen. Im Rahmen des Projektes werden zehntausender kleiner Sternchen in der Kirche zu finden sein.

Der Büdinger Maler, Bildhauer und Designer Axel Galun wird in der Katholischen Kirche St. Stephanus ein Boot aus Naturmaterial, wie Haselnusszweige und Papier, gestalten. Galun greift die Bedeutung des Bootes im kirchlichen und religiösen Raum auf, weist jedoch auch auf den aktuellen Bezug zu den Bootsflüchtlingen hin.

In der Evangelischen Kirche Bad Salzhausen wird der chinesische Künstler Yi Zheng Lin mit Kunststoff arbeiten, ein Material, das in der Herstellung und in der Folge durch den entstehenden Müll die Umwelt und somit auch die Luft zerstört. „Ich unterbreche diesen destruktiven Kreislauf durch die Verwendung von Kunststoff und den schöpferischen Akt der Installation in meiner Kunst. Wegwerfmaterialien werden zu etwas Bleibendem, zu etwas Schönem.“

Der in Südtirol geborene und in Göttingen lebende Künstler Josefh Delleg wird in der Evangelischen Kirche in Nidda-Ulfa arbeiten. Seine Videoinstallation eines pulsierenden Herzens, begleitet durch den hörbaren Atem eines Menschen, schafft in der Kirche einen Ort der Kontemplation.

Die Katholische Kirche St. Anna in Ranstadt wird Lasse-Marc Riek mit einer Klanginstallation zu einem Kunstort der besonderen Art machen. Die Klänge für die Installation entstammen der Natur. Wind und Regen, der Ruf eines Eichelhähers oder auch Klangphänomene, die entstehen, wenn der Wind durch Zäune streicht, sind zu hören. Die Töne bilden einen Klangteppich in der Kirche, der je nach Standort des Hörers unterschiedlich wirkt.

Kunst in Kirchen in der Wetterau ist ein gemeinsames Projekt von Wetteraukreis, der Katholischen Kirche in der Wetterau und der Evangelischen Kirche Dekanat Wetterau. Unterstützt wird das Projekt vom Bistum Mainz, der EKHN-Stiftung, der Sparkassenkulturstiftung Hessen/Thüringen, der Stiftung der Sparkasse Oberhessen und vom Kultursommer Mittelhessen.

Quelle: Wetteraukreis / Fachdienst Kundenservice und Kommunikation

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