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Wetteraukreis: Leistungsgerechte Vergütung für Kindertagespflege

Pressemeldung vom 6. Juni 2011, 08:20 Uhr

Wetteraukreis (pdw). Tagesmütter und Tagesväter sollen auch eine leistungsgerechte Vergütung erhalten, so sieht es das Kinderförderungsgesetz vor. Im Auftrag von Erstem Kreisbeigeordneten Oswin Veith hat nun eine Arbeitsgruppe neue Richtlinien erarbeitet: Die Grundvergütung wird deutlich angehoben und kann sich abhängig von der Qualifizierung erhöhen. „Wir wollen Eltern finanziell entlasten, die Kindertagespflege zu einem attraktiven Berufsfeld machen und noch stärker zu einem vergleichbaren Angebot neben Kitas werden lassen“, sagt Veith. Bevor es in Kraft treten kann, muss das neue Konzept noch die politischen Gremien passieren.

Zwei Euro pro Kind und Stunde: Das ist der Satz, den der Wetteraukreis als Jugendhilfeträger derzeit jeder Tagesmutter und jedem Tagesvater zahlt. Wenn die Tageseltern nicht noch zusätzlich Gelder aus dem Förderprogramm des Landes (Bambini Knirps) beantragt haben, liegt der Rest der Kosten auf den elterlichen Schultern. Die Eltern will Erster Kreisbeigeordner und Jugenddezernent Oswin Veith nun entlasten und den Satz deutlich anheben.

Die neuen Richtlinien, die eine Arbeitsgruppe aus Verwaltung, Kindertagespflege und Politik konzipiert hat, sehen aber noch mehr vor. 4,20 Euro ist ihr Vorschlag für die Einstiegsvergütung für jeden, der die Grundqualifizierung von 80 Stunden absolviert hat und keine pädagogische Fachkraft ist. Dieser Sockelbetrag erhöht sich unter bestimmten Bedingungen, die aber nicht alle gleichzeitig zutreffen müssen: die Tagesmutter/der Tagesvater absolviert 160 Stunden Grundqualifizierung, ist pädagogische Fachkraft, macht eine jährliche Aufbauqualifizierung von 20 Stunden oder ist schon lange dabei.

Auch die Randzeiten, also vor 7 Uhr morgens und nach 17 Uhr Abend an, spielen eine große Rolle. „Die Betreuung zu besonderen Zeiten muss entsprechend honoriert werden“, sagt Veith. Damit werde ein Anreiz geschaffen, vermehrt individuelle Betreuungszeiten anzubieten und die Vereinbarkeit von Familie- und Erwerbstätigkeit zu ermöglichen, so der Dezernent.

Warum ein neues Konzept

Kernanliegen ist es, dass das Berufsfeld Kindertagespflege noch attraktiver wird. Kindertageseinrichtungen und Tagespflege stehen als Betreuungsmöglichkeiten für Kinder gleichberechtigt nebeneinander und Eltern sollen die Freiheit, zwischen beiden wählen zu können, auch ausüben können. „Das gelingt uns mit dem neuen Konzept, das die Eltern finanziell entlastet, außerdem wird die Kindertagespflege auch finanziell vergleichbar mit den Kitas.“

Bevor das Kindertagespflegekonzept umgesetzt werden kann muss es noch den Gang durch die politischen Gremien antreten. Doch Jugenddezernent Veith ist zuversichtlich, dafür eine breite Mehrheit zu finden, zumal das Kinderförderungsgesetz eine leistungsgerechte Vergütung fordert. „Mit dem neuen Konzept kommen wir diesem gesetzlichen Auftrag nach“, sagt Veith, „allerdings mit der Konsequenz, dass andere freiwillige Leistungen dann zugunsten dieser Pflichtaufgabe angepasst werden müssen.“ Konkret denkt er an die freiwillige Förderung von jährlich 1.000 Euro pro Kind und Platz in einer Kita.

Quelle: Wetteraukreis / Kommunikation und Gremienservice

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