Energiewechsel

Wetteraukreis: Russischer Spion abgeschoben – Putin zahlt Business Class

Pressemeldung vom 3. Juni 2015, 14:27 Uhr

Wetteraukreis (pdw). Der russische Spion, der jahrelang in Deutschland unter dem Namen Andreas Anschlag mit seiner Ehefrau Geheimnisse der EU und NATO ausspionierte, wurde am heutigen Mittwoch direkt aus der Justizvollzugsanstalt Butzbach nach Russland abgeschoben.

Der Fall klingt wie aus einem Agentenfilm. Unter dem Namen Andreas und Heidrun Anschlag lebte das Paar seit Ende der 80er Jahre in Deutschland. Die Legende war perfekt: Angeblich in Argentinien geboren und in Österreich aufgewachsen, schrieb er sich an der Technischen Hochschule in Aachen ein und studierte hier Maschinenbau. Nach dem Studium arbeitete er in Süddeutschland und zog im Jahr 2010 mit Frau und Kind nach Marburg.

Gemeinsam mit seiner Frau hat er über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahrzehnten ein Doppelleben geführt. Dazu hat und gemeinsam mit ihr auch noch andere Spione angeworben und geführt. Aufgeflogen ist das nur deshalb, weil ein russischer Geheimdienstler die Seiten gewechselt hat und ein Netz von russischen Agenten verraten hatte. Im Oktober 2011 klickten die Handschellen und der gut verdienende Ingenieur, der nebenbei noch mehrere Tausend Euro monatlich vom KGB bzw. der Nachfolge-Organisation SWR kassierte, bezog ein spärlich möbliertes Appartement in der Strafanstalt.

„Sechseinhalb Jahre“ lautete das Urteil des Gerichts, seine Frau kam mit einem Jahr weniger davon. Die hat den Weg, den Alexander Abramov, wie Andreas Anschlag laut russischem Pass heißt, schon vor einem Jahr angetreten. Die harte Gefängnispritsche kann er jetzt erst einmal mit einem bequemen Sessel in der Business Class seines Fluges von Frankfurt nach Moskau tauschen.

„Wie es dann für ihn weitergeht, wissen wir nicht. Wir gehen aber davon, dass er weich fällt. Die russischen Behörden haben sich bei allen Finanzierungsfragen von Flug und Überführung außerordentlich großzügig gezeigt“, berichtete der Justiziar der Kreisverwaltung Ernst Meiß.

Quelle: Wetteraukreis

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