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Wetteraukreis: Umweltschutzpreis für Schulen geht an EIBE-Klasse der Johann-Philipp-Reis-Schule

Pressemeldung vom 26. August 2009, 13:24 Uhr

Wetteraukreis. Das Projekt „Waldschule“ der EIBE-Klassen der Johann-Philipp-Reis-Schule in Friedberg hat Vorbildcharakter und wurde im vorigen Jahr bereits mit dem Innovationspreis „Berufliche Schulen 2008“ ausgezeichnet. Jetzt kommt der Umweltschutzpreis für Schülerinnen und Schüler des Wetteraukreises dazu.

Landrat Joachim Arnold lobte das vor drei Jahren ins Leben gerufene Modellprojekt „Waldschule“ vor allem für seine Nachhaltigkeit und den besonderen pädagogischen Ansatz mit nicht immer einfachen Schülerinnen und Schülern.

EIBE-Klassen nach dem Programm zur „Eingliederung in die Berufs- und Arbeitswelt (EIBE)“ gibt es an 65 hessischen Berufsschulen. Das Angebot richtet sich an Jugendliche, die keine Lehrstelle gefunden haben, die berufliche Orientierung benötigen und aufgrund schulischer Defizite bislang keinen Schulabschluss erreichen konnten. Hier finden sich Jugendliche mit zum Teil erheblichen privaten und schulischen Problemen.

Gerade vor diesem Hintergrund sind die Erfolge der EIBE-Klassen ganz besonders hoch zu bewerten. An drei Tagen in der Woche arbeiten EIBE-Schüler aus drei Klassen in verschiedenen Arbeitsbereichen des Naturschutzes im Wetteraukreis. So werden in einem Wald Schutzzäune zur Einfriedung von Schonungen aufgebaut, Jungpflanzen gesetzt und eine nachhaltige Forstwirtschaft praktiziert.

In einem anderen Teil des Projektes wurde im Stadtwald von Bad Nauheim ein Naturlehrpfad angelegt. Unter Anleitung von Lehrkräften und Fachleuten aus dem Naturschutz wurde alter und kranker Baumbestand saniert oder entfernt und das angefallene Holz in mühevoller Handarbeit zu drei Benjeshecken angelegt. Stammholz wurde geschnitten und aufgesetzt, um Brut- und Rückzugsmöglichkeiten von Insekten, Kleinlebewesen wie Igel, Schlangen und Molchen zu ermöglichen.

Heute können sich die Besucherinnen und Besucher des Naturlehrpfades auf einem durch die Schüler gestalteten und mit Hackschnitzel belegten Weg begeben. Die Schüler haben Schautafeln mit den jeweiligen Kleinbiotopen angelegt, um die Besucherinnen und Besucher über die Zusammenhänge der Artenvielfalt zu informieren.

Der Naturlehrpfad im Stadtwald von Bad Nauheim führt am Rande alter und jüngerer verschiedener Bäume um eine Streuobstwiese und eröffnet so kleinen und großen Entdeckern, Wissbegierigen und Wanderern einen ganz besonderen Einblick in einen Bereich, der sonst oft unzugänglich und damit weniger bekannt ist.

Schließlich wurde auf einer vom Förderverein der Johann-Philipp-Reis-Schule angepachteten 4.000 Quadratmeter großen Streuobstwiese in Bad Nauheim/Steinfurth gearbeitet. Benjeshecken wurden auch hier angelegt, das Gelände eingefriedet, die Bäume fachgerecht geschnitten und alte Obstsorten neu angepflanzt. „Der Wald kann uns wie kein anderer Lehrmeister soziale Werte erleben lassen, die in unserer Gesellschaft vielfach unterzugehen drohen: Respekt vor der Natur, verantwortungsvoller Umgang der Lebensgrundlagen kommender Generationen oder auch Hoffnung nach großen Schadensereignissen“, heißt es in einer Dokumentation der Schule.

Das Projekt „Waldschule“ der Johann-Philipp-Reis-Schule in Friedberg ist der 12. Preisträger des Umweltschutzpreises für Schülerinnen und Schüler des Wetteraukreises.

Vorgänger sind:
• 1998 – Haupt- und Realschule Nidda
• 1999 – Herzbergschule Kefenrod
• 2000 – Freie Waldorfschule Bad Nauheim
• 2001 – Gesamtschule Konradsdorf
• 2002 – Limesschule Altenstadt
• 2003 – Georg-August-Zinn-Schule Büdingen
• 2004 – Schule am Dohlberg, Büdingen
• 2005 – Philipp-Dieffenbach-Schule Friedberg
• 2006 – Mittelpunktschule Oberer Hüttenberg, Butzbach
• 2007 – Berufliche Schule des Wetteraukreises
Butzbach
Grundschule Petterweil
• 2008 – Eichendorff-Schule Niddatal-Ilbenstadt

Der mit 2.500 Euro dotierte Umweltschutzpreis für Schülerinnen und Schüler des Wetteraukreises wird im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung im Herbst übergeben.

Quelle: Stadt Wetteraukreis – Pressestelle

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