Energiewechsel

Wetteraukreis: Von der Herausforderung des Unterschiedlichen

Pressemeldung vom 15. Dezember 2016, 15:11 Uhr

140 Teilnehmende, 17 Organisationen und sieben Workshops: Zum mittlerweile 4. Fachtag hatte das Netzwerk „Frühe Hilfen- wohlbehalten aufwachsen in der Wetterau“ nach Wölfersheim in die Wetterauhalle eingeladen. Im Focus des Fachtages stand die Vielfalt. Weil jede Familie so unterschiedlich ist wie ihre Mitglieder, stellt dies auch Pädagogik, Sozialarbeit, Therapie und Beratung vor Herausforderungen.

„Ein gut ausgebautes kreisweites Netzwerk mit einem regelmäßigen Austausch aller beteiligten Träger ist daher ein wichtiger Baustein, den es weiter zu unterstützen und vor allem auszubauen und zu stärken gilt“, sagte Sozialdezernentin Stephanie Becker-Bösch in ihrer Begrüßung. Fachtage, wie der in Wölfersheim, seien eine gute Gelegenheit, an diesem Netzwerk weiter zu knüpfen und die Verbindungen zu stärken.

Rund 140 Teilnehmende aus allen Bereichen der Frühen Hilfen, wie zum Beispiel Kindertagespflege, Kindertagesstätten, Beratungsstellen, Kommunalverwaltungen, Jugendhilfeeinrichtungen, Bildungsstätten, ehrenamtliche Betreuung, Geburtsbegleitung und Geburtsnachsorge waren nach Wölfersheim gekommen. Bei sieben Workshops gab es reichlich Gelegenheit Neues dazu zu lernen, sich auszutauschen und die eigene Haltung im Hilfeprozess zu reflektieren. 17 Organisationen stellten ihre Leistungen vor.

Claudia Khalifa, Diversity-Trainerin aus Frankfurt, beschrieb anschaulich: „Es geht nicht mehr um Integration von Fremdem, auch nicht mehr um Inklusion, sondern um die Erkenntnis der Unterschiedlichkeit von Menschen und dem verantwortungsvollen und respektvollen Umgang mit den Unterschiedlichkeiten. Es ist eine Herausforderung für eine Gesellschaft, sich dieser Haltung zu stellen“.

Dr. Berrin Otyakmaz von der Universität Kassel hielt dem Publikum mit ihren wissenschaftlichen Untersuchungen auf dezente Weise einen Spiegel vor. Die eigene Betrachtung und Einschätzung fremder Familiensituationen hängt immer auch vom persönlichen sozialen Kontext ab. Als Beispiel zitierte sie die Familien des Stammes der Nso in Kamerun: Sie können nicht nachvollziehen, dass europäische Kinder flach ins Bett gelegt werden, weil sie davon ausgehen, dass die Kleinen dadurch langfristig Haltungsschäden bekommen.

Quelle: Wetteraukreis

Share on Facebook Share on Google+

 Hinweis