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Wetteraukreis: Walk acts – Erfolgreiches Theaterprojekt der Fachstelle Jugendarbeit

Pressemeldung vom 5. Oktober 2012, 12:43 Uhr

Wetteraukreis (pdw). Jedes Jahr veranstaltet die Fachstelle Jugendarbeit ein Theaterprojekt. „walk acts“ – so heißt das Projekt – ist kein Theater im klassischen Sinn, kommt ohne Bühne aus, denn es bewegt sich im öffentlichen Raum: Zum Beispiel in der Frankfurter Innenstadt zwischen Römer, Konstablerwache und Eisernem Steg. Dass gemeinsames Theaterspielen die Jugendlichen anspornt, den Sinn für Gemeinschaft fördert und auch noch großen Spaß macht, erlebten 13 Jugendliche, die sich für das Abenteuer Theater angemeldet hatten.

Ein deutliches „Nein“ schallt über die Konstablerwache, gefolgt von „Freiheit“ und „Liebe“. 13 Jugendliche gehen konzentriert ihre Wege über den großen Platz, unterbrochen in ihren Bewegungen, sobald eine Person stehen bleibt und ihren persönlichen Begriff ruft. Alle schauen überrascht zu der rufenden Person. Genau wie das Publikum, das fasziniert stehen bleibt und dem eindrücklichen Treiben folgt. „Schönheit“ wirft ein vorbeikommender Mann ein und ist überrascht, welche Aufmerksamkeit er durch seinen Ruf bekommt.

Aufmerksamkeit erhalten, sich in der Öffentlichkeit präsentieren und auf die Reaktionen des Publikums eingehen, das sind drei grundlegende Aspekte der Aktionstheaterform „walk acts“. 13 Jugendliche aus dem Wetteraukreis im Alter von zwölf bis 18 Jahren und mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen – Deutschland, Afghanistan, Äthiopien, Indien, Somalia – haben sich an diese Theaterform gewagt.

Bühne ist das, was die Jugendlichen daraus machen

Gespielt wird auf der Straße, im Supermarkt, oder wo auch immer die Fantasie der Akteure hin führt. Es gibt keine Bühne, wie im Theater, sondern die einzelnen Aktionen und Choreographien finden im öffentlichen Raum statt: Bühne ist praktisch überall, wo die Gruppe ihre Aktionen umsetzt. Die Szenen und Choreographien entstehen aus den Ideen der Gruppe heraus und verändern sich durch das Spielen im öffentlichen Raum, durch das was die Gruppe macht, wie sie sich bewegt und wie die Umgebung darauf reagiert. Die Szenen werden vorab entwickelt, verändern sich aber während des Spiels, weil auch das Publikum zum Teil des Geschehens wird und auf die Aktionen reagiert.

Sich ausprobieren, gemeinsam improvisieren und spielen, das steht im Mittelpunkt des Theaterprojektes. Ein bisschen Mut und Lust auf neue Herausforderungen gehören dazu. „Walk acts“ ist aber mehr als Theater. „Die Jugendlichen erleben den Zauber und das Stärkende der Gemeinschaft“, sagt Sozialdezernent Helmut Betschel-Pflügel. „Sie erleben, wie sie unabhängig von kulturellen Unterschieden und sprachlichen Barrieren zusammenwachsen, und wie stärkend es sein kann, sich durch die Resonanz der Passanten wahrgenommen zu fühlen.“

Vier Tage lang wurde im Vorfeld mit der Theaterpädagogin Gabi Reuter und dem angehenden Theaterpädagogen Dirk Preußner im Jugendgästehaus Hubertus improvisiert und geprobt, gesungen, gespielt und konzentriert an der Gruppenpräsenz gearbeitet. Sprachliche Schwierigkeiten spielten dabei keine Rolle, verbal kommuniziert wurde in englisch und deutsch, Körpersprache, Mimik und Gestik sind größtenteils international.

Wie gut die Gruppe zusammengewachsen war und wie viel Spaß sie hatte, wurde beim lautstarken Lauf durch die Stadt, angeführt durch das Singen „I’m walking (Fats Domino)“ vom 15 jährigen Baroon deutlich. Die Leute blieben stehen, sangen, tanzten mit und feuerten die Gruppe an. Am Kornmarkt liefen sie ihren persönlichen „walk of fame“: Alle hatten einen Stern, der jeweils mit einer Begründung, warum man berühmt sei, ausgelegt wurde. Rishan als „famous artist“, Franzi: „die berühmte Zicke“ oder Jass, der „berühmte Maler“.

Quelle: Wetteraukreis / Kommunikation und Gremienservice

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