Energiewechsel

Wetteraukreis: Was hat die Tomate mit dem Klimawandel zu tun

Pressemeldung vom 14. September 2011, 12:46 Uhr

Landrat Joachim Arnold eröffnet Ausstellung im Friedberger Kreishaus

Wetteraukreis (pdw). „Klimagourmet“ heißt die kleine Ausstellung, die Landrat Joachim Arnold jetzt im Foyer des Friedberger Kreishauses eröffnet hat. Bis zum 23. September ist die Ausstellung zu sehen, die der Wetteraukreis von der Stadt Frankfurt ausgeliehen hat.

„Der Schutz unseres Klimas ist eine Frage, die nicht nur die Politik und die Wirtschaft angeht, sondern jeder Einzelne kann dazu seinen Beitrag leisten. Wie notwendig das ist, zeigen die Perspektiven, die uns drohen, wenn wir nicht radikal den CO2-Ausstoß reduzieren. Dann könnten wir hier nämlich einen drastischen Temperaturanstieg erleben“, erläutert der Wetterauer Landrat.

Forscher gehen davon aus, dass bis zum Jahr 2050 im Extremfall die Zahl der sommerlichen Tage von 46 auf 72 steigen könnte. Auch die Zahl der heißen Tage mit über 30 Grad und den Tropennächten, in denen die Temperatur nicht unter 20 absinkt, wird zunehmen. „Wer nach dem verregneten August solche Zustände herbeisehnt, sollte sich an den Jahrhundertsommer 2003 erinnern, der nur ein kleiner Vorgeschmack auf das war, was uns dann blühen könnte“, betont Arnold.

Alles was wir konsumieren setzt CO2 frei

Das neue Handy oder das neue T-Shirt, Mineralwasser aus Frankreich oder die Tiefkühlpizza, für alles, was wir täglich konsumieren, wird Energie aufgewendet und CO2 freigesetzt. Wie viel das im Einzelnen sein kann und wo man ohne große Probleme sparen kann, zeigt die Ausstellung, die der Wetterauer Landrat jetzt eröffnet hat.

Wie unterschiedlich der Energieverbrauch und damit der CO2 Ausstoß von verschiedenen Küchengeräten ist zeigt das Beispiel der Erhitzung von 1,5 Liter Wasser. Bei einem Gasherd wird mit 83 Gramm nur halb so viel CO2 freigesetzt wie bei einer Elektroherdplatte. Etwas besser als die Elektroherdplatten sind Glaskeramikplatten mit Infrarot, noch besser mit Induktionswärme, an die guten Ergebnisse des Gasherdes kommen sie freilich nicht heran.

Noch gravierender sind die Unterschiede bei der Tomate, die es beim biologischen Anbau pro 100 Gramm auf gerade einmal neun Gramm CO2-Ausstoß bringt. Gleich 200 dieser Tomaten könnte man essen, wenn man darauf verzichtet, eine Tomate von den Kanarischen Inseln zu essen, die per Flugzeug hierher gebracht wurde. Noch düsterer sieht die CO2-Bilanz bei Tomaten aus, die in beheizten Gewächshäusern in der Region erzeugt wurden (2.325 Gramm CO2). Bei spanischen Festlandtomaten die per Lkw in die Wetterau kamen, sinkt der CO2-Ausstoß auf 150 Gramm, bei der Tomate vom Gärtner aus der Nachbarschaft liegt er bei 21 Gramm.

Landrat Arnold: „Produkte aus der Region und der Jahreszeit angepasst einkaufen!“

Ein weiterer wichtiger Informationspunkt in der Ausstellung ist der CO2-Ausstoß bei der Produktion von 100 Gramm verschiedener Lebensmittel: Dieser liegt beispielsweise beim Rindfleisch bei satten 1.340 Gramm. 100 Gramm Schweinefleisch werden mit einem Energieaufwand erzeugt, der einen CO2-Ausstoß von 354 Gramm mit sich bringt. Bei Käse liegt dieser Wert bei 876 Gramm, bei Milch 103.

Wer zweimal in der Woche auf Fleisch verzichtet und sich vegetarisch ernährt, spart dem Klima jährlich 99 Kilogramm CO2-Ausstoß.

Landrat Joachim Arnold betont dabei die Bedeutung regionaler Waren, auch für den Kampf gegen den Klimawandel. „Produkte, die nicht weit gereist sind, sondern von den Erzeugern aus der Region kommen, sind in aller Regel klimagünstiger als weit gereiste Lebensmittel, insbesondere wenn sie per Flugzeug zu uns kommen. Deshalb sollte man seine Ernährungsgewohnheiten auch auf die entsprechende Früchte und Gemüse der Jahreszeit einstellen. Es ist nicht nur Luxus zu Weihnachten Erdbeeren zu essen, sondern schadet dem Klima ganz massiv“, so Landrat Joachim Arnold.

Quelle: Wetteraukreis – Fachdienst Kommunikation

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