Energiewechsel

Wetteraukreis: Wetterauer Grundschulen – Nachhaltigkeit auf dem Lehrplan

Pressemeldung vom 21. September 2016, 11:18 Uhr

Schon in der vergangenen Legislaturperiode hat der Wetterauer Kreistag auf Initiative von Landrat Joachim Arnold ein anspruchsvolles Klimakonzept auf den Weg gebracht.

15 Schritte gegen den Klimawandel sollen auf lokaler Ebene einen Beitrag leisten, um die Erderwärmung zu verlangsamen. Ein Schritt gegen den Klimawandel ist auch die Einbeziehung der Schulen. Seit diesem Jahr werden an drei Grundschulen in der Wetterau „Klimaexperten“ ausgebildet.

Die Schülerinnen und Schüler werden mit kindgerechten Experimenten für die Themenfelder „Energie“ und „Klima“ sensibilisiert und als Klimaexperten ausgebildet. In dieser Funktion achten sie nicht nur darauf, dass das Licht in den Pausen ausgeschaltet ist und richtig gelüftet wird, sondern begehen gemeinsam mit Studierenden der Beruflichen Schule Butzbach das Schulgebäude und decken energetische Schwachstellen auf. Jetzt trafen sich die Planer des Projekts „Klimaexperten“ im Friedberger Kreishaus, um ein erstes Resümee zu ziehen.

„Wir haben die Erde nicht von unseren Eltern geerbt, sondern von unseren Kindern geliehen.“ Mit dieser indianischen Weisheit eröffnete Schuldezernent Helmut Betschel das Treffen. „Ganze drei Erden bräuchten wir, wenn jeder auf der Welt einen so hohen Energieverbrauch hätte wie wir Deutschen.“ Deshalb ist es auch gut, wenn man früh bei Verhaltensänderungen ansetzt. Das Projekt „Klimaexperten“ wurde deshalb um sechs Schulen erweitert.

Im Detail besteht das Projekt aus einem Theorie- und einem Praxisteil. Die Theorie übernehmen die beiden Geographinnen Johanna Kiefer und Julika Exner mit ihren „Wetterauer Klimakisten“. In diesen Kisten sind Utensilien wie Kuscheltiere, eine Weltkarte und Bilder von Pflanzen und Tieren enthalten, um ein spielerisches Lernen zu ermöglichen.

Zunächst soll den Kindern der Grund beigebracht werden, warum es überhaupt nötig ist, mit Ressourcen schonend umzugehen und auf das Klima zu achten. „Dabei lernen sie, dass sich Tiere und Pflanzen an ihre Umwelt anpassen und verschiedene Klimazonen existieren, in denen jedes Lebewesen seine eigene ökologische Nische hat“, erläutert die Klimaschutzbeauftragte des Wetteraukreises Stefanie Voß.

Danach erhalten die Kinder einen Überblick, warum unsere Erde so einzigartig ist und warum auf anderen Planeten in unserem Umkreis kein Leben existiert. Die Schülerinnen und Schüler verstehen in diesem Zusammenhang, wie wertvoll unsere Atmosphäre ist und wie wichtig es ist, sie zu schützen.

Entsprechend des bundesweiten Konzeptes „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ sollen die Grundschülerinnen und Grundschüler sowohl mit wissenschaftlichem Wissen, als auch Alltagswissen konfrontiert werden, aber zugleich Methoden der Nachhaltigkeit kennenlernen und eigene Erfahrungen machen, heißt es. Sowohl Ökonomie, Ökologie, Soziales als auch die kulturelle Dimension werden beim Erlernen der Nachhaltigkeit berücksichtigt.

Praxisteil durch Berufsschüler

Die Berufsschüler der Johann-Philipp-Reis-Schule in Friedberg und der Beruflichen Schule Butzbach übernehmen mit dem Energiespar-Check den Praxisteil. Mit ihrer Unterstützung sollen die Kinder einen Einblick erhalten, wie sie durch ihr eigenes Verhalten dazu beitragen können, Natur und Umwelt zu schützen.

Dabei lernen sie, wie man den Verbrauch von Strom und Wasser verringern kann und wie man durch ein richtiges Heiz- und Lüftverhalten weniger Energie verbraucht. Die Kinder gehen dabei auf Entdeckungstour in ihrer eigenen Schule und suchen nach Verbesserungsmöglichkeiten, um ihren eigenen ökologischen Fußabdruck zu verkleinern.

Gerd Joachim, von der Beratungsstelle für Nachhaltige Entwicklung, erhofft sich dabei, dass die Schülerinnen und Schüler die erlernten Fähigkeiten auch zu Hause anwenden werden.

Energieexperten gehen davon aus, dass durch das richtige Verhalten in den Schulen mit Energie, Wasser und Heizung bis zu 15 Prozent der Energiekosten eingespart werden könnten. „Das wäre nicht nur ein Gewinn für die Umwelt, sondern würde sich auch positiv auf den Kreishaushalt niederschlagen“, so Schuldezernent Betschel. Insgesamt gibt der Wetteraukreis rund 5,5 Millionen Euro für die Versorgung mit Heizung, Energie und Wasser an seinen 88 Schulen aus.

Quelle: Wetteraukreis / Fachdienst Kundenservice und Kommunikation

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