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Wetzlar: Ausbildung: Dennis weiß, worauf es ankommt

Pressemeldung vom 14. März 2017, 16:45 Uhr

. Assistierte Ausbildung (AsA) soll Ausbildungsabbrüche vermeiden
. Dennis Stumpp aus Weilburg nutzt Angebot der Arbeitsagentur

„Ich habe mir ein paar Bauberufe angeschaut und mich dann entschieden, Bodenleger zu werden“, berichtet Dennis Stumpp. Seit letztem Sommer absolviert der 17jährige Weilburger bei der Boden- & Farbenwelt Petters an seinem Wohnort eine Ausbildung in seinem Wunschberuf. Zuvor hatte er die Berufsvorbereitungsmaßnahmen (BVB) der Limburger Arbeitsagentur genutzt, um das richtige Berufsfeld für sich zu finden. Ein Praktikum als Straßenbauer endete mit der Erkenntnis, dass diese Arbeit auf Dauer körperlich zu schwer für ihn sei. „Außerdem arbeitet man als Bodenleger im Winter in geheizten Räumen“ fügt Dennis augenzwinkernd hinzu. Im Laufe seines sechsmonatigen Praktikums bei Dirk und Carmen Petters wurde schnell klar, dass der Jugendliche dort einen Ausbildungsvertrag erhält. Sein neuer Chef ist vollauf zufrieden mit dem jungen Mann. „Dennis weiß, worauf es ankommt. Er nutzt seine Chance, zeigt Willen und ist sowohl im Team, als auch bei den Kunden beliebt“, lobt Petters seinen Schützling. Bei vier Praktikanten, denen er seit seiner Firmengründung vor sechs Jahren ebenfalls die Möglichkeit eines Praktikums eingeräumt hatte, sei dies anders gewesen. Die ersten zwei Wochen seien meist problemlos verlaufen. Danach sei entweder der „Schlendrian“ eingekehrt oder die jungen Leute seien an den körperlichen Anforderungen gescheitert.

Um den Ausbildungserfolg von Beginn an abzusichern, hat Dennis die ,Assistierte Ausbildung‘ (AsA) der Limburger Arbeitsagentur in Anspruch genommen. „Mit der AsA unterstützen wir Azubis und deren Betriebe während der gesamten Ausbildungsdauer. Ausbildungsbegleitern, die sehr eng mit den Jugendlichen, Ausbildungsverantwortlichen und Berufsschulen kooperieren, kommt dabei die Hauptverantwortung zu“, erläutert Ralf Fischer, Sprecher der Arbeitsagentur Limburg-Wetzlar. Die betreuten Auszubildenden erhalten zusätzliche Unterrichtsstunden zum Abbau von Bildungsdefiziten sowie zur Förderung fachtheoretischer Fertigkeiten. Auch die Prüfungsvorbereitung sowie erforderliche Kriseninterventionen werden von den Experten geleistet oder organisiert. Ausbildungsabbrüchen soll so frühzeitig begegnet werden, sagt der Agentursprecher. Die Kosten der Assistierten Ausbildung übernimmt die Agentur für Arbeit Limburg-Wetzlar.

Andere Lösungsansätze bringen den Erfolg

Bei Dennis steht an den vier Schulstunden in der Woche vor allem Mathematik auf dem Stundenplan. Einen wesentlichen Vorteil der AsA sieht die Arbeitsagentur darin, dass langjährige Praktiker aus den jeweiligen Berufsfeldern die Kenntnisse vermitteln. Für Jugendliche, die den Lehrstoff im Berufsschulunterricht nicht verstanden haben, suche man nach alternativen Lösungswegen. Dazu fehle in den Schulen und Betrieben häufig die Zeit. Die Dozenten -meist Meister aus den entsprechenden Berufsgruppen- würden sich bei ihren Erklärungsmustern mehr an der Praxis orientieren und könnten so die Defizite individuell bearbeiten, erklärt Fischer weiter. „Die Kursleiterin schaut sich unsere Mathearbeiten genau an und weiß dann, wo wir noch nacharbeiten müssen“, pflichtet auch Dennis bei. Um den Lernerfolg zu optimieren, findet der Unterricht in Kleinstgruppen statt. Neben Dennis nehmen ein Parkettleger sowie ein Schreiner am Gruppenunterricht teil.

Fischer empfiehlt, AsA vom Ausbildungsstart an in Anspruch zu nehmen: „Wenn in der Berufsschule bereits zu viele Defizite in Fachtheorie, Mathematik oder Deutsch entstanden sind, ist es umso aufwändiger, diese zu beheben und gleichzeitig dem aktuellen Unterrichtsgeschehen gerecht zu werden. Angesichts vieler unbesetzter Lehrstellen, drastisch sinkender Bewerberzahlen und dem stetig steigenden Fachkräftebedarf können es sich Betriebe heute nicht mehr leisten, auf das Potenzial von Jugendlichen zu verzichten, nur weil diese auf den ersten Blick nicht den Idealvorstellungen entsprechen.“ überzeugt. Zudem zeige die Erfahrung, dass ,Einser-Bewerber‘ nach der Ausbildung schnell nach neuen Herausforderungen suchen, Bewerber aus der zweiten oder dritten Reihe hingegen oft eine erhebliche Betriebs- und Berufstreue entwickeln. Interessierte Unternehmen können sich unter der gebührenfreien Rufnummer 0800 4 5555 20 beim Arbeitgeberservice über die AsA informieren. Jugendliche erhalten entsprechende Informationen unter der Rufnummer 0800 4 5555 00.

Quelle: Agentur für Arbeit Wetzlar

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