Energiewechsel

Wetzlar: Ausbildung: Maja Scholze setzt von Anfang an auf ‚AsA‘

Pressemeldung vom 23. August 2016, 13:46 Uhr

• Assistierte Ausbildung (AsA) soll Ausbildungsabbrüche vermeiden
• Ausbildungsbegleiterin unterstützt Unternehmen und Jugendliche
• Maja Scholze und Hegra Linear Evolution nutzen Angebot der Arbeitsagentur

„Für mich war schon immer klar, dass ich in einen handwerklichen Beruf arbeiten möchte“, berichtet Maja Scholze. Dieses Ziel hat die 20jährige erreicht. Seit letztem Sommer absolviert sie beim Limburger Unternehmen Hegra Linear Evolution eine Ausbildung zur Industriemechanikerin. Zuvor hatte sie die Berufsvorbereitungsmaßnahmen (BVB) der Limburger Arbeitsagentur genutzt, um das richtige Berufsfeld für sich zu finden. Ein Praktikum als Schreinerin endete mit der Erkenntnis, dass Holz nicht der geeignete Werkstoff für sie sei. Nach einem weiteren Praktikum in der Metallwerkstatt des Bildungswerks der hessischen Wirtschaft (BWHW) war schnell klar, dass es ein Beruf im Metallbereich werden sollte. Klaus Kremer, Teamleiter der Berufsberatung der Limburger Agentur für Arbeit, unterstreicht, dass es nach wie vor selten sei, dass sich Mädchen im Bewerbungsverfahren für diesen anspruchsvollen technischen Beruf gegen männliche Mitbewerber durchsetzen. Der Bewerbungserfolg der jungen Frau aus Wirbelau sei umso bemerkenswerter, weil sie als Hauptschülerin auch Realschulabsolventen hinter sich gelassen habe.

Um den Ausbildungserfolg von Beginn an abzusichern, nahmen sowohl der Ausbildungsbetrieb, als auch die Jugendliche das Angebot der ‚Assistierten Ausbildung‘ (AsA) der Limburger Arbeitsagentur an. „Mit der AsA unterstützen wir Azubis und deren Betriebe während der gesamten Ausbildungsdauer. Ausbildungsbegleiter, die sehr eng mit den Jugendlichen, Ausbildungsverantwortlichen und Berufsschulen kooperieren, kommt dabei die Hauptverantwortung zu“, erläutert Kremer. Die betreuten Auszubildenden erhalten zusätzliche Unterrichtsstunden zum Abbau von Bildungsdefiziten sowie zur Förderung fachtheoretischer Fertigkeiten. Auch die Prüfungsvorbereitung sowie erforderliche Kriseninterventionen werden von den Experten geleistet oder organisiert. Ausbildungsabbrüchen soll so frühzeitig begegnet werden, sagt der Agenturmitarbeiter. Die Kosten der Assistierten Ausbildung übernimmt die Agentur für Arbeit Limburg-Wetzlar, die das Bildungswerk der hessischen Wirtschaft (BWHW) mit der Durchführung des Programms beauftragt hat.

Andere Lösungsansätze bringen den Erfolg

BWHW-Mitarbeiterin Simone Krumpholz begleitet Maja. Dabei stehen an den vier Schulstunden in der Woche vor allem fachtheoretischer Unterricht und Gespräche über den Ausbildungsverlauf im Vordergrund. „Wir treffen enge Absprachen mit alle Beteiligten“, sagt die Ausbildungsbegleiterin. Einen wesentlichen Vorteil sieht sie darin, dass langjährige Praktiker aus den jeweiligen Berufsfeldern der Auszubildenden die Kenntnisse vermitteln. „Für Jugendliche, die den Lehrstoff im Berufsschulunterricht nicht verstanden haben, muss man nach alternativen Lösungswegen suchen. Dazu fehlt in den Schulen und Betrieben häufig die Zeit. Unsere Dozenten -meist Meister aus den entsprechenden Berufsfeldern- suchen nach anderen, an der Praxis orientierten Erklärungsmustern und können so die Defizite individuell bearbeiten.“ „Wenn ich in der Berufsschule was nicht verstanden habe, wird das gleich im nächsten Stützunterricht aufgearbeitet“, pflichtet auch Maja bei. Produktionsleiter Yemane Fesseha belohnt Maja für ihre Teilnahme, indem sie an den Unterrichtstagen erst um 10 Uhr morgens am Arbeitsplatz erscheinen muss. Er ist begeistert vom Ausbildungswillen seiner Nachwuchskraft.

Krumpholz empfiehlt, AsA vom Ausbildungsstart an in Anspruch zu nehmen: „Wenn in der Berufsschule bereits zu viele Defizite in Fachtheorie, Mathematik oder Deutsch entstanden sind, ist es umso aufwändiger, diese zu beheben und gleichzeitig dem aktuellen Unterrichtsgeschehen gerecht zu werden.“

„Angesichts vieler unbesetzter Lehrstellen, drastisch sinkender Bewerberzahlen und dem stetig steigenden Fachkräftebedarf können es sich Betriebe heute nicht mehr leisten, auf das Potenzial von Jugendlichen zu verzichten, nur weil diese auf den ersten Blick nicht den Idealvorstellungen entsprechen“, ist der Leiter der Berufsberatung überzeugt. Zudem zeige die Erfahrung, dass „Einser-Bewerber“ nach der Ausbildung schnell nach neuen Herausforderungen suchen, Bewerber aus der zweiten oder dritten Reihe hingegen oft eine erhebliche Betriebs- und Berufstreue entwickeln. Nach Kremers Angaben stehen in diesem Jahr im Landkreis Limburg-Weilburg 18 AsA-Plätze zur Verfügung. Interessierte Unternehmen können sich unter der gebührenfreien Rufnummer 0800 4 5555 20 beim Arbeitgeberservice informieren. Jugendliche erhalten entsprechende Informationen unter der Rufnummer 0800 4 5555 00.

Quelle: Agentur für Arbeit Wetzlar

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