Energiewechsel

Wetzlar: Drei Fragen an Existenzgründerin Manuela Seubert

Pressemeldung vom 5. Oktober 2012, 10:03 Uhr

.Limburger Kommunikationsberaterin macht sich selbständig, um Beruf und Familie besser zu vereinbaren
.Kleinteilige Wirtschaftsstruktur Limburg-Weilburgs kommt Gründeridee entgegen
.11. Oktober: 16. Gründertag informiert über Finanzierungsmöglichkeiten und verschiedene Gründungsmodelle

Die Limburgerin Manuela Seubert hat sich im November letzten Jahres selbständig gemacht. Unter dem Motto „Kommunikation und Text auf den Punkt gebracht“, bietet sie seither Kommunikationsdienstleistungen an. Zur Motivation ihrer Existenzgründung, den Start und die Erfahrungen der ersten zehn Monate steht sie im folgenden Interview Rede und Antwort:

Frau Seubert, Sie haben viele Jahre in verschiedenen Unternehmen erfolgreich als Unternehmensberaterin, Marktforscherin und PR-Managerin gearbeitet. Was hat Sie veranlasst, sich mit Mitte vierzig selbständig zu machen?

Seubert: 2011 habe ich eine neue Arbeitsstelle gesucht. Für eine PR-Beraterin mit Studium und umfangreicher Berufserfahrung bietet die Wirtschaftsstruktur in und um Limburg mit vorwiegend klein- und mittelständischen Unternehmen kaum Beschäftigungsmöglichkeiten in einem Angestelltenverhältnis. Lange Pendelzeiten wollte ich meiner Familie nicht zumuten, zumal es in unserem Geschäft ohnehin meist spät wird. Nachdem ich nach sechs Monaten nur ein ernstzunehmendes Arbeitsangebot bekam, entschied ich mich zur Geschäftsgründung. Hier kommt mir die kleinteilige Struktur Limburgs wiederum zu Gute: Gerade weil sich die meisten Unternehmen zwar keinen ,eigenen‘ PR-Fachmann leisten können, aber einen steigenden Bedarf an PR-Beratung, Kommunikationsstrategien und -konzepten, Social-Media-Auftritten (Anm. d. Red.: z. B. Xing, Facebook, Twitter), guten Texten und Informationsrecherche haben, rechne ich mir regional gute Chancen aus, – auch wenn meine bisherigen Kunden außerhalb des Limburger Raumes ansässig sind. Durch die Projektarbeit, v. a. bei der Betreuung von Social-Media-Auftritten, kann ich aus den bislang starren Arbeitszeiten ausbrechen und Beruf und Familie ungleich besser miteinander vereinbaren.

Wie war der Start Ihres Unternehmens? Gab es Krisen?

Seubert: Ehrlich gesagt: Der Start war sehr glücklich! Ich hatte keine großen Investitionen zu tätigen, so dass ich sofort einsteigen und mich ausschließlich auf meine Arbeit konzentrieren konnte. Die wesentlichen Arbeitsmittel standen ja zur Verfügung: Rechner, Smartphone, Auto, Netzwerke und umfassende Kenntnisse im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit. Durch den Gründerzuschuss der Arbeitsagentur waren auch die ersten Monate finanziell gesichert. Außerdem stand mir die Wirtschaftsförderung Limburg-Weilburg-Diez beratend zur Seite. Schon im Januar erhielt ich einen großen Auftrag, der zunächst bis Oktober läuft und bereits eine Option für 2013 enthält. Nicht zuletzt auch durch meine eigenen Social-Media-Profile auf Twitter und Xing sprach sich meine Dienstleistung herum. Gerade die sozialen Netzwerke, die ja ein wesentlicher Teil meines Geschäftsfeldes sind, generieren vielfältige Kontakte, die dann wieder zu Aufträgen führen. Ursprünglich wollte ich neben meinem Start auch PR und Marketing in eigener Sache machen und meinen eigenen Internetauftritt gestalten – dazu haben mir die Aufträge bislang wenig Zeit gelassen. Und da bin ich auch schon beim Thema Krisen, – die ich geschäftlich glücklicherweise bisher nicht erlebt habe. Natürlich kommt manchmal das Private zu kurz – aber da bin ich auf einem guten Weg. Die Zeitersparnis gegenüber der vorherigen Pflichtpräsenz im Büro ist beachtlich, da lange Fahrtwege der Vergangenheit angehören. Und es gibt Kunden, die Besprechungen über das Web 2.0 nicht für ungewöhnlich halten. Am schwierigsten war es allerdings, auf einmal nicht mehr im Team zu arbeiten, was für jemanden, der sich mit Kommunikation beschäftigt und diese lebt, ungewohnt ist. Das ist im eigentlichen Sinne keine Krise, aber der Austausch fehlt in der einen oder anderen Situation schon. Zum Selbständig sein gehört, sich selbst und sein Angebot stets kritisch zu hinterfragen. Wenn man dabei offen und ehrlich zu sich selbst ist, hat man schon einiges in Sachen Krisenprävention erledigt.

Frau Seubert, wie sehen Ihre Zukunftspläne aus?

Seubert: Ich habe mir zum Ziel gesetzt, dass mein Unternehmen auch in drei Jahren noch am Markt erfolgreich ist. Weiter kann ich realistischer Weise derzeit nicht planen. Außerdem habe ich vor, Kooperationen einzugehen, um Dienstleistungen -ähnlich einer großen Agentur- im Paket anbieten zu können. Erste Gespräche mit einer Werbegraphikerin laufen schon, dabei soll es aber nicht bleiben. Ach ja, und um meinen eigenen Marktauftritt möchte ich mich bis dahin gekümmert haben, wenn die Auftragslage es zeitlich zulässt.

Infokasten
Informationen über finanzielle und logistische Unterstützung auf dem Weg in die Selbständigkeit, gibt es am Donnerstag, 11. Oktober, ab 14 Uhr in der Weilburger Wilhelm-Knapp-Schule. Im Rahmen des 16. Gründertages informieren Experten über öffentliche Förderprogramme, Theorie und Praxis der Unternehmensnachfolge sowie Franchising als Gründungsmodell. Zudem stehen Gesprächspartner verschiedener Organisationen für Beratungsgespräche zur Verfügung. Der Gründertag ist eine gemeinsame Initiative der IHK Limburg, Wirtschaftsförderung Limburg-Weilburg-Diez, Kreishandwerkerschaft Limburg-Weilburg, Arbeitsagentur Limburg-Wetzlar und in diesem Jahr auch der Wilhelm-Knapp-Schule Weilburg.

Quelle: Agentur für Arbeit Wetzlar

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